Liebe zum Detail

Platz am Kolk: Postboutique Hotel öffnet heute seine Pforten

Hoteldirektor Jörg Marohn bietet Zimmer für etwa 100 Euro die Nacht – der Platz am Kolk wird derweil weiter aufgewertet. Foto: Gerhard Bartsch
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Hoteldirektor Jörg Marohn bietet Zimmer für etwa 100 Euro die Nacht – der Platz am Kolk wird derweil weiter aufgewertet.

Wuppertaler Haus ist dem Stil der 1920er und 1930er Jahre nachempfunden

Von Manuel Praest

Wuppertal. Den Catwalk nennen Anke Hartmann und Arnt Vesper den Eingangsbereich in der ehemaligen Post am Platz am Kolk. Und dort sollen endlich auch Gäste entlangspazieren. Das Hoteliers-Ehepaar brennt auf den Start. Am heutigen Samstag geht es los. „Wir wollen jetzt auch einfach aufmachen.“ Kein Wunder angesichts der turbulenten Vorgeschichte. Ursprünglich sollte schon Anfang 2018 der Betrieb aufgenommen werden. Der Umbau der alten Hauptpost durch den Vermieter verzögerte sich dann allerdings, es gab Probleme mit dem Brandschutz des Denkmals. „Der Umbau im Bestand ist ohnehin nie ganz einfach“, sagt Vesper rückblickend – und dann kam auch noch die Pandemie.

Mehrfach musste der Termin verschoben werden. Heute startet der Betrieb jetzt ohne große Feier. Dafür gab es zu Wochenbeginn schon Buchungen für 23 der 73 Zimmer, freut sich Vesper. Touristen am Wochenende, Geschäftsreisende unter der Woche, beschreibt er die Zielgruppe.

Wie viel Vesper investiert hat, will er nicht verraten. „Es ist aber schon ein sehr aufwendiger Umbau“, erklärt Isabel Hausmann vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga. Die Situation für die Branche sei immer noch schwierig. „Wir hoffen, dass wieder mehr Geschäftsreisende kommen –und da die Schwebebahn wieder fährt, auch mehr Touristen.“ Im Zuge des Hotelbooms in der Elberfelder City wäre das Postboutique Hotel eigentlich eins der ersten „Neuen“ gewesen – jetzt ist es das vorerst letzte. Aber ein besonderes, sind Hartmann und Vesper überzeugt. Viele Vorschusslorbeeren heimsten die beiden ein. Der Stil der 1920er/30er Jahre mit viel Art decó soll in der alten Post aufleben. Ein Reisemagazin listete das Haus am Kolk sogar schon unter den 50 schönsten neuen Hotels in Europa.

„Auf alt gemacht – mit modernem Komfort.“

Inhaberin Anke Hartmann

„Viel Liebe zum Detail“, sei die Maxime gewesen, hebt Hartmann hervor, die gestalterisch den Hut aufhatte. Tische und Stühle etwa sind der Mode der 1920er/30er Jahre nachempfunden, wo es ging mit Originalmaterialien.

„Auf alt gemacht, aber mit modernem Komfort.“ Und der Kaffeeschütter ist sogar wirklich historisch. Kein Wunder, dass auch schon ein Drehteam zu Besuch war, das für einen Beitrag für ein internationales Kurzfilmfestival eine passende 1920er-Jahre-Location suchte. Bislang fehlten nur die Gäste. Auf die freut sich auch Jörg Marohn, Direktor des Hauses. Seit Ende 2017 ist er bereits angestellt, war aber, weil es am Kolk noch dauerte, vor allem im Golfhotel Vesper in Sprockhövel im Einsatz.

Für Hartmann und Vesper ist vor allem wichtig, „dass es ein offenes Haus ist“. Die Rex Bar in der Hotel-Lounge soll nicht nur Anlaufpunkt für die Hotelgäste werden. Auch Außengastronomie wird es ab sofort geben.

Während sich die Hoteliers nur um Übernachtung und Frühstück kümmern, führt Gastronom Serkan Akgün – in Wuppertal durch das Shiraz bekannt – die Bar. Ansonsten setzen Vesper und Hartmann auf Kooperationen und lokale Partner. Die Brötchen kommen vom Bäcker aus Ronsdorf, Sport können die Gäste im John-Reed-Fitnessstudio – ebenfalls Mieter in der Post – machen und auch mit dem benachbarten Rex-Kino sind Aktionen geplant.

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