Frühling

Wuppertal pflanzt mehr als 300 000 Blumen

Entlang der B7 in Wuppertal gibt es einen ersten Vorgeschmack auf die Frühlingsblüte. Foto: Andreas Fischer
+
Entlang der B7 in Wuppertal gibt es einen ersten Vorgeschmack auf die Frühlingsblüte.

Bald blühen die Krokusse auf der Hardt – die aktuelle Witterung ist für die Jahreszeit ungewöhnlich.

Von Martin Lindner

Wuppertal. Wuppertal zieht sich ein neues Frühlingsgewand an. Die ersten kräftigen Sonnenstrahlen und warmen Temperaturen um die 15 Grad liebkosten in den vergangenen Tagen die Stadt, die sich herausputzt. Die Zahlen des Ressorts Grünflächen und Forsten lesen sich blumig: So wurden im Februar 31 000 Stück Frühjahrsflor gepflanzt, darunter fallen Hornveilchen, Stiefmütterchen und Ziergänseblümchen. Auch blühen in diesem Jahr circa 280 000 Zwiebelpflanzen, wie Narzissen, zum Beispiel am Nordpark oder entlang der B7. Ebenso finden im Stadtgebiet Baumpflanzungen an Straßen und in Parks statt, unter ihnen entfalten Zierapfelbäume, Ahorn, Ginkgo, Amberbaum und Linden ihr Geäst. 136 Bäume dieser Art werden gepflanzt. Im Wuppertaler Forst wurden 26 000 Baumsetzlinge in die Erde gesteckt.

Urban Gardening ist durchaus erlaubt und gern gesehen

Annette Berendes, Ressortleiterin Grünflächen und Forsten bei der Stadt Wuppertal, liebt das blau-weiße Blütenmeer aus Krokussen oberhalb des Botanischen Gartens, die in den nächsten Tagen aufgehen werden. „Das ist wahrlich ein Traum“, schwärmt sie. Sie freut sich über die positiven Rückmeldungen, die sie von Wuppertalern erhält, die den blumigen Augenschmaus beispielsweise im Botanischen Garten, Engelsgarten oder dem Deweerthschen Garten genießen. Im Sommer soll der nächste Schwung – dann Sommerflor – gepflanzt werden.

Berendes findet es auch wunderbar, wenn sich Bürger beim Urban Gardening engagieren, also in Eigenregie Flächen im Stadtgebiet bepflanzen. Jedoch mahnt sie, dass man vorher beim Grünflächenamt Bescheid geben muss, auch um die Arbeit, die man sich gemacht hat, zu schützen. Denn die Stadt engagiere viele Fremdfirmen, die dann nicht wüssten, dass sie eine bestellte Fläche in Ruhe lassen sollen. Hobbygärtnern, die Urban Gardening betreiben möchten, empfiehlt sie unter anderem, sich auf der Internetseite wuppertals-urbane-gaerten.de umzusehen. „Die Stadt macht vieles möglich“, versichert sie; Ausnahmen gebe es aber, wenn man etwa Zäune aufstellen wolle.

Michael Felstau, Sprecher der IG Wuppertals Urbane Gärten, liebt die Idee, in Eigenregie städtischen Flächen bunte Farbtupfer zu verpassen. „Die Stadt ist unser Garten“, betont er. „Eine zukunftsfähige Stadt braucht Stadtnatur und gemeinschaftlich genutzten öffentlichen Raum. Die urbanen Gemeinschaftsgärten sind Begegnungs- und Experimentierräume für ein gutes Leben.“ So würden Nachbarschaften und Quartiere mit Gemeinschaftsgärten lebenswerter, ist er überzeugt. Demnächst plane er im Rahmen des Insektenschutzprogramms der Stadt Workshops mit Bürgern. Im heimischen Garten dürfen die Bürger auch ohne Mund-Nasen-Schutz zu Schaufel und Blumenerde greifen.

Christoph Leonhards, der beim Wuppertaler Familienunternehmen „Landschaftsgärtner Leonhards“ (180 Mitarbeiter, bundesweit aktiv) für die operative Leitung zuständig ist, verdeutlicht, dass jedes Grün, das man einpflanzt, immer einen gewissen Pflegeaufwand bedeute. Man könne sich jedoch für unkomplizierte und zugleich ökologisch wichtige Pflanzenarten entscheiden. Martin Belz, Projektkoordinator bei Leonhards, nennt als Beispiele eine Wildblumenwiese anstelle eines Rasens, der gemäht werden muss. Überdies seien die Wildblumen ein gedeckter Tisch für Insekten. Ebenso empfiehlt er, einen Maiblumenstrauch zu pflanzen: „Jetzt werden die Weichen für die Pflanzen gestellt.“

Pflanzen treiben vier Wochen früher aus als 2020

Die momentane Witterung sei ungewöhnlich für die Jahreszeit. „Es ist schon längst zu warm“, weiß er. Die Pflanzen hätten schon mit ihrem Safttrieb angefangen, vier Wochen früher, als es normal der Fall sei. „Letztes Jahr war das nicht so“, erklärt er im Hinblick auf den Temperaturunterschied von zuletzt 30 Grad. „Ein Garten ist schön, man kann die Natur genießen, beobachten und zur Ruhe kommen. Das ist besonders in Corona-Zeiten wichtig“, sagt er.

Regeln

Auch bei strahlendem Sonnenschein an der frischen Luft gelten die Corona-Schutzvorschriften des Landes NRW mit Kontaktbeschränkungen, Mindestabstand und Maskenpflicht in zahlreichen Bereichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Treibgut drückt gegen Brücken
Treibgut drückt gegen Brücken
Treibgut drückt gegen Brücken
Fenster fliegen aus einem Wuppertaler Gebäude
Fenster fliegen aus einem Wuppertaler Gebäude
Fenster fliegen aus einem Wuppertaler Gebäude
Flutopfer stellen Strafanzeige gegen Behörden
Flutopfer stellen Strafanzeige gegen Behörden
Flutopfer stellen Strafanzeige gegen Behörden
Die zehn schönsten Regen-Songs aller Zeiten
Die zehn schönsten Regen-Songs aller Zeiten
Die zehn schönsten Regen-Songs aller Zeiten

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare