Zooviertel

Neue Hoffnung für die Alte Zoobrücke

Seit 2019 ist die Alte Zoobrücke direkt am Wuppertaler Stadion inzwischen gesperrt. Foto: Anna Schwartz
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Seit 2019 ist die Alte Zoobrücke direkt am Wuppertaler Stadion inzwischen gesperrt.

Wuppertal möchte Fördergeld beantragen

Von Katharina Rüth

Wuppertal. Derzeit schläft sie einen Dornröschenschlaf: die Alte Zoobrücke, einst auch Kothener Brücke genannt. Neben der Schwebebahnhaltestelle Zoo/Stadion führt sie über die Wupper, ist aber seit Jahren gesperrt. Die schönen Stahlbögen sind rostig, im löcherigen Asphalt stehen Pfützen. Viele nehmen gar nicht mehr wahr, dass dort eine Brücke ist.

Der Bürgerverein Sonnborn-Zoo-Varresbeck möchte das Dornröschen wachküssen und als würdiges Entree zum Zooviertel wiederbeleben. Vielleicht hat der Antrag Erfolg, mit dem die Stadt im Herbst Fördermittel beantragen will. „Wir haben ein schönes Restaurierungskonzept“, erklärt Udo Hindrichs, Vorsitzender des Bürgervereins. Damit könne die Brücke denkmalgerecht saniert werden.

„Erstklassige Brückenbau-Ingenieure“ hätten das Konzept erstellt, betont er. Beauftragt wurde das Büro Ruhrberg-Ingenieure aus Hagen, das nach Angaben von Hindrichs schon öfter mit der Stadt zusammengearbeitet hat. Möglich machte das Konzept die finanzielle Unterstützung der Stadtsparkasse. Saniert werden muss die Brücke, weil das Tragwerk zunehmend geschädigt ist.

„Dieses Erbe sollte Wuppertal pflegen.“

Rainald Schneider, Bürgerverein

Das Anliegen des Bürgervereins, die Brücke zu erhalten, begleite die Stadt und arbeite daran, Fördergeld dafür zu akquirieren, stellt Thorsten Warning, Leiter Konstruktiver Ingenieurbau, fest. Denn eine Sanierung komplett aus dem städtischen Haushalt zu bezahlen, dafür sieht er keine guten Aussichten.

Gerade für die Zoobrücke gebe es rein praktisch genug Alternativen: den Durchgang durch die Schwebebahnhaltestelle und die Siegfriedstraße. Dass die Alte Zoobrücke ein Denkmal sei, reiche nicht als Argument für eine städtische Finanzierung. Die Unterlagen für einen Antrag an das Denkmalförderprogramm, das durch das Land koordiniert wird, seien vorbereitet, erklärt Warning. Sie sollten noch in diesem Jahr eingereicht werden.

Brücke gehört zum denkmalgeschützten Zooviertel

Dem Bürgerverein ist die Brücke aus mehreren Gründen wichtig: Sie sei nicht nur „eine bedeutsame Zeugin der Wuppertaler Geschichte“, wie es auf einer Erläuterungstafel an der Brücke heißt. Sie gehöre auch zum denkmalgeschützten Zooviertel und sei lange dessen einzige Verbindung nach Sonnborn gewesen. Rainald Schneider aus dem Vorstand des Bürgervereins verwies auf das System der Sichtachsen, die das Zooviertel prägen, in das sich die Brücke einreihe. Und sie sei ein Mosaikstein in dem historischen Ensemble aus der Eisenbahnbrücke, „dem gefälligen Neubau der Schwebebahnhaltestelle“, den denkmalgeschützten Häusern an der Sonnborner Straße, der Stadiontribüne, der Sonderstütze 100, den von der Fluss- zur Landstrecke abgeänderten Schwebebahnstützen, der Sonnborner Hauptkirche und anderem mehr.

Schneider ergänzt, dass die Brücke eine wichtige Zeugin des „Eisenzeitalters“ in Wuppertal sei – wie viele Brücken über die Wupper „von der Müngstener Brücke angefangen“: „Das ist ein Erbe, das Wuppertal pflegen sollte.“ Bis die Alte Zoobrücke aber saniert wird, kann es noch eine Weile dauern.

Hintergrund

Historie: 1896 erbaut, war die Brücke bis 1982 Teil des allgemeinen Straßenverkehrs, dann wurde die Straßenbrücke Siegfriedstraße errichtet.

Idee: Das Konzept der Ruhrberg-Ingenieure schlägt vor, die Gehwege außerhalb der Stahlbögen wieder zu entfernen. Sie seien 1957/58 angebracht worden und entsprächen nicht der historischen Form.

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