ÖPNV

Neue App lohnt sich für mittlere Strecken

Die Handy-App Eezy soll die Nutzung des Nahverkehrs einfacher machen. Foto: Andreas Fischer
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Die Handy-App Eezy soll die Nutzung des Nahverkehrs einfacher machen.

Handy-Ticket Eezy berechnet den Fahrpreis für Bus und Bahn nach der Luftlinie.

Von Anne Palka

Wuppertal. Nordrhein-Westfalen ist unterteilt in verschiedene Verkehrsverbünde, der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr in verschiedene Waben, Wuppertal damit in Ost und West. Es gibt Einzeltickets, Mehrfachtickets, Kurzstreckentickets und 24-Stunden-Tickets.

Die Handy-App Eezy soll nun die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs einfacher machen. Damit müssen die Fahrgäste in NRW nicht mehr auf Grenzen von Verkehrsverbünden und Waben achten, der Preis wird nach zurückgelegter Luftlinie berechnet. Seit Anfang Dezember können sie beim Einsteigen in Bus und Bahn mit dem Handy einchecken und beim Aussteigen wieder auschecken.

Das ist eine wichtige Gelegenheit, Kunden zu gewinnen, die den ÖPNV sonst niemals nutzen würden.

Axel Sindram, Vorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn im Bergischen Land

Wie verändert Eezy die Kosten für Wuppertaler, die den öffentlichen Nahverkehr nutzen?

Viele Fahrten kosten genauso viel wie mit Einzelticket, manche werden preiswerter, manche teurer.

Ganz kurze und längere Fahrten innerhalb Wuppertals behalten ihren Preis. Das liegt daran, dass bei Eezy im VRR eine Grundgebühr von 1,50 Euro berechnet wird, außerdem 25 Cent pro Kilometer Luftlinie. Ein Kurzstrecken-Ticket für Erwachsene kostet 1,70 Euro, ein normales Einzelticket 2,90 Euro. Diese bestehenden Tarife sind in das System integriert: Wäre der Preis nach Luftlinie also höher als der eines Einzeltickets, wird er entsprechend gedeckelt. Eine kurze Fahrt vom Hauptbahnhof zum Landgericht kostet weiterhin 1,70 Euro, eine lange Fahrt von Beyenburg nach Vohwinkel weiterhin 2,90 Euro.

In Wuppertal lohnt sich Eezy finanziell für mittellange Fahrten. Das wird am Beispiel der Schwebebahn deutlich. Steigt man am Hauptbahnhof ein und fährt in Richtung Osten, ist die Loher Brücke die erste Station, zu der im normalen Tarif keine Kurzstrecke gilt. Zu allen Stationen bis Oberbarmen kostet die Fahrt dann gleich viel, nämlich 2,90 Euro. Mit Eezy und der Kilometer-Berechnung zahlt man zur Loher Brücke 1,70 Euro, zur Adlerbrücke und zum Alten Markt 2,50 Euro, zur Werther Brücke und Wupperfeld 2,75 Euro, und nach Oberbarmen schließlich ebenfalls 2,90 Euro.

Funklöcher und niedriger Akkustand sind problematisch

Auch Fahrten in andere Städte werden teils preiswerter: zum Beispiel vom Barmer Bahnhof nach Düsseldorf, 8,75 statt 12,80 Euro. Ein Ausflug von Barmen zum Hauptbahnhof Remscheid kostet normalerweise sechs Euro, mit Eezy vier Euro. Der Preis nach Solingen bleibt gleich bei sechs Euro, der nach Köln reduziert sich von 10,71 auf 10,40 Euro. Köln liegt im VRS – bei der Fahrt durch mehrere Verkehrsverbünde beträgt der Grundpreis 1,60 Euro, die Kilometer werden nach dem jeweiligen Preis zwischen 20 und 27 Cent abgerechnet.

„Teurer wird es für niemanden, weil auch alle bereits etablierten Tarife erhalten bleiben“, heißt es auf der Internetseite von Eezy. Das gilt allerdings nur für Einzelfahrten. Auch wenn die Kosten pro Tag gedeckelt sind – maximal 25 Euro innerhalb von 24 Stunden im VRR, maximal 30 Euro in NRW – kann es sein, dass ein normales Tagesticket oder ein Mehrfachticket preiswerter wäre.

Die Lösung sei nicht für Menschen gedacht, die viele Fahrten mit Bus und Bahn machen, sagt Axel Sindram, Vorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn im Bergischen Land. Aber: „Das ist eine wichtige Gelegenheit, Kunden zu gewinnen, die den ÖPNV sonst niemals nutzen würden, weil sie sich nicht mit den Tarifen auseinandersetzen möchten.“ Er begrüßt die Einführung von Eezy und hofft, dass dies wie versprochen bald in die bestehenden Handy-Apps der Verkehrsverbünde integriert wird.

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