Kohlfurther Verein kämpft mit den Folgen des Hochwassers

Museumsbahnen erleiden Saisonaus 2021

Das Wasser auf dem Gelände der Museumsbahnen in der Kohlfurth ist inzwischen abgelaufen – Schäden bleiben. Fotos: Bergische Museumsbahnen
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Das Wasser auf dem Gelände der Museumsbahnen in der Kohlfurth ist inzwischen abgelaufen – Schäden bleiben.

Erst bremsten Kabeldiebe die Bergischen Museumsbahnen mehrfach aus. Dann kam Corona – und jetzt das Hochwasser: Wie die gesamte Kohlfurth hat auch der Verein massiv gelitten.

Von Manuel Praest

Wuppertal. Das Gelände der Bergischen Museumsbahn wurde überspült, die historischen Fahrzeuge standen unter Wasser und auch das Vereinsheim wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Die bittere Erkenntnis: Stand jetzt wird es 2021 wohl keine Fahrten mit der Museumsbahn geben. Sven Ekert, Vorstandsmitglied und aktuell „Krisenmanager“ des Vereins, macht jedenfalls kaum Hoffnungen. Die Schäden seien derzeit kaum absehbar.

Das ganze Ausmaß zeigen Fotos, die der Verein auch in den sozialen Netzwerken teilte – was eine große Anteilnahme auslöste. Zu sehen ist das Vereinsareal, das mehr einer Seenlandschaft gleicht, mit den Waggons als Wasserfahrzeugen. Auch die Halle steht unter Wasser.

Möglicherweise muss das Vereinsheim der Museumsbahn abgerissen werden

Mit am schlimmsten hat es laut Ekert aber das Vereinsheim erwischt, wo unter anderem die Technik untergebracht ist. Sogar ein Abriss steht im Raum, falls das. Wupperwasser das Holz zu sehr angegriffen habe. Wie schlimm es aber sei, „können wir noch gar nicht genau sagen“, so Ekert.

Mittlerweile seien nur noch Pfützen geblieben, das Gelände ist wieder begehbar. Aber auch bei den Fahrzeugen müsste der Verein nun erstmal schauen, wie sehr sie durch die Nässe beeinträchtigt sind, was an den Maschinen für Reparaturen anstehen.

Eigentlich sollte der Fahrbetrieb im Spätsommer wieder starten. Die Corona-Zwangspause habe man einigermaßen überstanden, hatte Guido Korff, Schatzmeister der Straßenbahnfreunde, vor einigen Wochen noch stolz erzählt. „Die Fixkosten, die wir für den Unterhalt unseres Museums kalkulieren müssen, sind überschaubar, der Betrieb wird ehrenamtlich geführt und wir haben einige Spenden für die Zeit generieren können, in der wir nicht fahren konnten.“

Die Planungen für den Neustart liefen – und haben jetzt mehr als einen dicken Dämpfer erhalten, räumt Ekert ein. Ob die beliebten Nikolaus-Fahrten, die auf der Homepage noch für den 4. und 5. Dezember angekündigt werden, stattfinden können, steht vermutlich in den Sternen.

Aufgeben ist für die Betreiber der Bergischen Museumsbahn keine Option

Die wahrscheinlichen Schäden an den Fahrzeugen seien dabei vermutlich gar nicht das größte Problem, sagt der Krisenmanager. Es gebe aber noch Baustellen auf der Strecke, die sich nun auch wieder verzögern würden. Und das Vereinsheim wieder auf Vordermann zu bringen, binde auch Kräfte. „Die IT und die Fahrtechnik sind zerstört.“

Auch in der Halle stand das Wasser. Gelitten hat daneben insbesondere auch das Vereinshaus mit der Technik.

Aufgeben sei aber keine Alternative und ihren Humor hätten die Vereinsmitglieder auch nicht verloren. Sinnbildlich passt eins der Fotos, das Ekert bei Facebook postete: Das überflutete Vereinsheim ist zu sehen, auf dem Wasser schwimmt ein Brettspiel - ausgerechnet „Mensch ärgere Dich nicht“. Am kommenden Wochenende hätte außerdem eine Hochzeit auf dem Gelände stattfinden sollen. Dem Brautpaar habe man jetzt natürlich absagen müssen, erklärt Ekert, und beweist Galgenhumor. „Wir haben ihnen gesagt, dass die Feier ins Wasser fallen muss.“ Und auch das Motto des Spendenaufrufs steht dafür, dass sich der Verein nicht unterkriegen lassen will: „Damit das Museum nicht über die Wupper geht“.

Rolf Tesche, Vorsitzender des Cronenberger Heimat- und Bürgervereins, hat sich selbst ein Bild von der Situation in der Kohlfurt gemacht. „Das ist verheerend.“ Es würden viele Aufräumarbeiten laufen: „Das wird Wochen dauern. Alles, was Beine und Besen hat, ist draußen unterwegs.“ Das Wasser habe einen Schmierfilm aus Schlamm hinterlassen, der nun sichtbar werde, auf den Straßen, in den Kellern und Wohnungen. Das gesamte Tal sei davon betroffen: die Anwohner, das Café Hubraum und das Strandcafé, Firmen und die Museumsbahn.

Spende

„Damit das Museum nicht über die Wupper geht“ - so hat der Verein Bergische Museumsbahn seine Spendensammlung überschrieben. Bei der Stadtsparkasse Wuppertal wurde dafür ein Konto angelegt. Weitere Informationen dazu hat der Verein auf seiner Internetseite zusammengestellt.

bmb-wuppertal.de

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