Grüner Zoo Wuppertal

Mit dem Ausbau der Elefantenanlage setzt der Zoo Zeichen für die Buga 2031

Bruno Hensel (Zooverein) und Zoodirektor Arne Lawrenz hoffen auf Investitionen in den Zoo. Foto: Fischer, Andreas
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Bruno Hensel (Zooverein) und Zoodirektor Arne Lawrenz hoffen auf Investitionen in den Zoo. 

Rund 16 Millionen Euro sollen bis 2027 in den Um- und Ausbau der Elefantenanlage im Zoo fließen.

Von Andreas Boller

Wuppertal. Die Elefantenanlage im Grünen Zoo soll bis zum Jahr 2027 auf eine Gesamtfläche von 10 000 Quadratmeter erweitert werden. Der Entwurf der Verwaltung für den Doppelhaushalt 2022/2023 sieht Investitionen von rund 12 Millionen Euro für den Umbau des Elefantenhauses sowie weitere vier Millionen Euro für den Ausbau der Außenanlage vor. Die Ratsfraktionen hatten vor den abschließenden Haushaltsberatungen Zustimmung signalisiert.

Seit 1927 werden im Wuppertaler Zoo Elefanten gehalten, nun muss die Anlage, die in den 1990er Jahren gebaut worden ist, den Anforderungen der Tierhaltung angepasst werden. Die Tierpfleger dürfen in Zukunft keinen direkten Kontakt mehr zu den Tieren haben. Ziel ist der Aufbau einer natürlich gewachsenen Elefantenherde – mit drei Außenbereichen, in denen sich die Kühe und Kälber, der Bulle sowie eine Gruppe Junggesellen getrennt oder gemeinsam aufhalten können. Eine solche Anlage wäre ein weiteres Alleinstellungsmerkmal für den Wuppertaler Zoo, und sie wäre 2031 eine große Attraktion für die Besucher der Bundesgartenschau. In der erweiterten Machbarkeitsstudie zur Buga 2031 in Wuppertal wird dem Grünen Zoo ein größerer Stellenwert eingeräumt als in der ursprünglichen Fassung.

 „Der Zooverein hat in den vergangenen Jahren rund 14 Millionen Euro für bauliche Maßnahmen aufgebracht. Es gibt daher eine gewisse Erwartungshaltung gegenüber der Stadt, was künftige Investitionen angeht“, sagt Bruno Hensel, Vorsitzender des Zoovereins. Er ist zuversichtlich, dass die Zoopläne nicht auf der Streichliste der Ratsfraktionen stehen, zumal die Entwicklung des Grünen Zoos eine Schlüsselrolle für die Buga-Bewerbung spiele. „Ein Zoo war ja noch nie Bestandteil einer Bundesgartenschau, aber der Grüne Zoo ist auch der einzige, der es als Parkanlage in das Europäische Gartennetzwerk geschafft hat“, sagt Bruno Hensel.

Für den Zoodirektor eröffnet die Buga große Chancen für den Zoo

Zoodirektor Arne Lawrenz sieht die Bundesgartenschau als Chance, einige der großen Probleme des Zoos zu lösen. „Zum einen das Parkplatzproblem im Zooviertel. Viele Besucher würden ein Parkhaus nutzen, das in der Talstation einer Seilbahn integriert wäre. Unsere tolle Topografie schafft für einige unserer Besucher das Problem, dass für sie die oberen Bereiche des Zoos nur schwerlich zu erreichen sind. Eine Seilbahn könnte die Lösung sein, wenn sie in den Zoo passt und denkmalgerecht gebaut wäre“, so Arne Lawrenz.

Als Bürger Wuppertals bewertet Arne Lawrenz die Buga als Riesenchance für die Stadt. „Die Hängebrücke und die Seilbahn im Zoo zur Königshöhe könnten Touristenattraktion werden, die auch viele Jahre nach der Buga noch extrem viele Leute anziehen.“ Die Entwicklung des Zoos müsse davon aber unabhängig vorangetrieben werden. „Wenn wir in den kommenden zehn Jahren keine Erweiterung der Elefantenanlage bekommen, dann könnte dies dazu führen, dass wir uns von den Elefanten verabschieden müssen“, so Arne Lawrenz.

 Eine Investition der Stadt in den Zoo wäre laut Bruno Hensel eine große Motivation für den Zooverein, sich nach dem Bau der Freifluganlage Aralandia für weitere Projekte zu engagieren. Aktuell steuert der Zooverein 530 000 Euro für den Bau des Takin-Geheges im oberen Bereich des Zoos bei. Die Takine sind gemsenartige Huftiere, von denen nur noch rund 3000 Exemplare in freier Wildbahn leben. 2023 soll die Anlage eröffnet werden. Bereits im Sommer soll der Rote Panda in einer benachbarten Anlage einziehen.

Stadtkämmerer Johannes Slawig hat angekündigt, angesichts steigender Energiekosten und der allgemeinen Baukostensteigerung die Vorschläge der Verwaltung im Haushaltsentwurf noch einmal zu überprüfen. „Die Priorisierung ist mehr denn je erforderlich, aber ich möchte an den Planungen für den Grünen Zoo festhalten. In den kommenden zehn Jahren sind Projekte zur weiteren konzeptionellen Entwicklung in einem Volumen von 28 Millionen Euro vorgesehen. Der Zoo ist ein wichtiger Leuchtturm“, sagt der Kämmerer.

Planungen

Neben dem Ausbau der Elefantenanlage ist das Ökosystem „KAREN“ das zweite Großprojekt der kommenden Jahre. Das Kürzel „KAREN“ steht für eine künstliche Landschaft im unteren Bereich des Zoos. Ein von Besuchern begehbares Gebäude mit der Atmosphäre eines tropischen Urwalds soll von Gibbons, Ottern und Hirschebern bewohnt werden.

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