Smart-City-Ranking

Wuppertal liegt bei der Digitalisierung hinten

Seit September kann man Parkscheine in Wuppertal per App lösen, auch den Parkplatzfinder setzt die Stadt ein.
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Seit September kann man Parkscheine in Wuppertal per App lösen, auch den Parkplatzfinder setzt die Stadt ein.

Smart-City-Ranking: Im Städtevergleich schneidet die Stadt schlechter ab als 2021, besonders in der Verwaltung.

Von Anne Palka, Katharina Rüth und Bernhard Romanowski

Wuppertal. In einer Studie zur Digitalisierung in Deutschlands Großstädten schneidet Wuppertal im Städtevergleich zwei Plätze schlechter ab als im Vorjahr. Besonders stark ist der Verlust im Bereich Verwaltung: Dort rutscht Wuppertal um 24 Plätze ab, geht aus der Studie des IT-Branchenverbands Bitkom hervor. Jetzt analysiert die Stadt, wie es zu diesem Ergebnis kommt.

„Die Stadt Wuppertal hat im Jahr 2022 8,6 Punkte zugewonnen, gleichzeitig aber zwei Plätze verloren“, schreibt Daniel Heymann, Leiter des Amts für Informationstechnik und Digitalisierung, in einem Bericht. Mit 70,5 Punkten belegt sie Platz 23 von 81. „Im Jahr 2021 hätte sie mit dieser Punktzahl den 9. Platz belegt und somit die ‚Top 10‘ erreicht.“ Das Ergebnis zeige, dass die Stadt an den relevanten Themenfeldern der Digitalisierung arbeite und es sichtbare Verbesserungen gebe. „Gleichzeitig ist zu beobachten, dass sich immer mehr Kommunen aktiv mit dem Thema Digitalisierung intensiv auseinandersetzen.“ Das bedeute, dass immer mehr Aufwand nötig ist, um das eigene Ergebnis im Ranking zu verbessern oder auch nur zu halten.

Die Analyse der Stadt fokussiert sich zunächst auf die Bereiche, in denen sie eine geringe Punktzahl erreicht, Punkte verloren oder im Vergleich zu anderen Städten zurückgefallen ist. Dort sei der größte Handlungsbedarf zu vermuten. Konkret betrifft das die Bereiche Verwaltung (69,9 Punkte, Platz 39 von 81, um 24 Plätze zurückgefallen) sowie Energie und Umwelt (53,5 Punkte, Platz 46, um acht Plätze zurückgefallen).

Im Bereich Verwaltung hat Wuppertal bei Online-Dienstleistungen, Bevölkerungsanliegen sowie Internetseite und Soziale Medien Punkte verloren. „Aktuell ist noch unklar, wie genau der Punktverlust zustande kommt“. Im Bereich Energie und Umwelt hat Wuppertal teilweise die volle Punktzahl erzielt, zum Beispiel bei Sensorik und Pilotprojekten, schlecht schneidet die Stadt aber bei Energielösungen und emissionsarmen Bussen ab. Viele Maßnahmen seien sehr ressourcenintensiv, wenn Verbesserungen erreicht werden sollen. Außerdem spielten viele Faktoren eine Rolle, auf die die Verwaltung gar keinen oder nur unmittelbaren Einfluss habe. Die WSW arbeiteten aber an einem Flottenumbau für mehr emissionsarme Busse. Das Fazit der Stadt: Digitalisierung müsse immer einen Nutzen für die Menschen in der Stadt haben. „Somit müssen die Maßnahmen am Menschen und nicht am Index ausgerichtet werden.“ Wenn Maßnahmen nicht in Planung oder Umsetzung sind, soll geprüft werden, ob sie möglich, finanzierbar und machbar sind.

Neue Angebote: Fragen per Chat und Parkticket per Handy-App

„Es ist nie schön, wenn man kein so tolles Ergebnis erreicht im Vergleich zu den anderen Städten“, kommentiert Johannes van Bebber das Wuppertaler Abschneiden im Bitkom-Ranking. Als Vorsitzender des Unterausschusses Digitalisierung hatte er das Thema jüngst schon auf der Agenda. Allerdings sei er auch überrascht, denn: „Vor rund einem Jahr lieferte die Gemeindeprüfungsanstalt NRW ihren Bericht ab. Da hat Wuppertal noch gut abgeschnitten.“ Van Bebber weiß aber auch, dass etwa im Bereich Soziale Medien im Internet noch deutlich Luft nach oben ist für die Wuppertaler Selbstdarstellung. „Ich bin nicht gerne auf solchen Plattformen unterwegs, aber der Versuch, die Stadt Wuppertal etwa bei Facebook oder Instagram zu finden, bleibt eher vergeblich.“ Bei der Parkraum-Bewirtschaftung aber habe Wuppertal deutliche Fortschritte in Sachen Digitalisierung, so der SPD-Genosse.

Auch Oberbürgermeister Uwe Schneidewind hebt das Positive hervor: „Für die Smart City haben wir erfolgreich eine 90-Prozent-Förderung durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen in Höhe von knapp zwölf Millionen Euro – gestreckt auf einen Zeitraum von fünf Jahren – eingeworben und die Bürger intensiv beteiligt.“ Mehr als 300 Verwaltungsdienstleistungen könnten inzwischen digital von zu Hause aus erledigt werden, betonte Schneidewind jüngst auch schon in seiner Zweijahresbilanz. Im Zuge der Digitalisierung der Stadtverwaltung seien die Leistungen der wichtigsten Ämter im Internet schnell und übersichtlich dargestellt, so der Oberbürgermeister, der zudem auf die Park-App mit Ausweisung freier Parkplätze und auf die seit Anfang bestehende Möglichkeit zum Live-Chat mit dem Service-Center verweist. Uwe Schneidewind: „Damit können Bürger via Internet grundsätzliche Fragen an die Verwaltung klären, ohne am Telefon auf eine freie Leitung warten zu müssen. Und im nächsten Jahr werden wir bei den digitalen Angeboten noch einmal tüchtig zulegen.“

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