Drogendealer aus Oberbarmen ist verurteilt

Justiz räumt im Umfeld des „Königs“ auf

Der „König von Oberbarmen“ wurde im Juni verurteilt – er sitzt für neun Jahre ein. Archivfoto: Andreas Fischer
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Der „König von Oberbarmen“ wurde im Juni verurteilt – er sitzt für neun Jahre ein. Archivfoto: Andreas Fischer

Jetzt steht sein Netzwerk im Fokus

Von Anne Palka

Wuppertal. Im September 2019 wurde der „König von Oberbarmen“ festgenommen, im Juni dieses Jahres verurteilt – doch mit dem Netzwerk des Drogendealers ist die Justiz noch stark beschäftigt. Am vergangenen Donnerstag hat wieder eine Verhandlung gegen einen Angeklagten aus seinem Umfeld am Amtsgericht Wuppertal stattgefunden. Er soll laut Anklage mit Drogen „in nicht geringer Menge“ gehandelt haben, wurde jedoch freigesprochen.

„Das ist eine ganze Prozessserie, die jetzt weitergeht“, sagt Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert. Es seien noch mehrere Verfahren offen, sie würden nach und nach abgearbeitet, auch Fahndungen liefen noch. „Es sind so um die 50 Personen, die da eine Rolle spielen. Abnehmer, Käufer und Weiterverkäufer. Nicht jeder ist eine große Nummer.“ Und nicht für alle Verfahren ist die Staatsanwaltschaft Wuppertal zuständig. Für ihren Zuständigkeitsbereich sagt Baumert: „Es wurden bislang sechs Personen verurteilt, durchgängig zu Freiheitsstrafen.“

Ein 27-Jähriger aus dem erweiterten Umfeld wurde beispielsweise im April zu einer vierjährigen Haftstraße verurteilt. Zwei andere Personen seien in der Zwischenzeit verstorben. Ein weiterer Prozessauftakt gegen einen Drogenhändler aus dem Umfeld des „Königs“ soll am 10. Januar am Amtsgericht stattfinden, außerdem gibt es Prozesse am Landgericht. Bei ihnen liegt das erwartete Strafmaß bei mehr als vier Jahren Freiheitsstrafe –eine Bewährungsstrafe ist nur bei bis zu zwei Jahren möglich. Zwei Prozesse beginnen am 5. und 7. Oktober am Landgericht. Es muss sich ein Drogenhändler verantworten, der vom „König von Oberbarmen“ einmal 15 Kilogramm und einmal mindestens acht Kilogramm Marihuana gekauft haben soll, um es gewinnbringend weiterzuverkaufen. Außerdem erhebe die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen „Großdealer, von dem der ‚König’ selbst gekauft hat“, sagt Baumert. Der Angeklagte sei dafür aus Belgien überstellt worden.

Wuppertaler „König“ wurde zu neun Jahren Freiheitsstrafe verurteilt

Der Titel „König“ wurde dem Drogendealer in seinem Netzwerk verliehen. Am Tag der Festnahme war über abgehörte Telefone seiner Helfer zu hören: „Der König ist gefallen.“ Während seines Prozesses sagte der Richter, dass der Titel eigentlich nicht angemessen sei. Es habe sich um ein professionelles Team gehandelt, in dem jeder seine Aufgabe hatte; der „König“ sei eine der beiden durchsetzungsstärksten Persönlichkeiten gewesen. Er wurde zu neun Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, außerdem darf er nach zweieinhalb Jahren im Gefängnis eine Drogentherapie absolvieren.

Seine ehemalige rechte Hand und späterer Geschäftspartner wurde im selben Prozess zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, drei weitere Angeklagte zu Strafen zwischen vier Jahren und drei Monaten und sechs Jahren und neun Monaten. Das Netzwerk kommunizierte über verschlüsselte Handys, Geld wurde über Vertrauenspersonen und Codes übergeben. Drogen wurden unter anderem aus Spanien nach Deutschland geschmuggelt, zum Beispiel Marihuana in Größenordnungen von 100 Kilogramm.

Nach der Festnahme des „Königs“ und anderer Tatverdächtiger aus seinem Umfeld im September 2019 sei der Straßenhandel mit Drogen eingebrochen, sagt Oberstaatsanwalt Baumert.

Hintergrund

Von der Polizei heißt es, dass der Einbruch des Handels weitere Gründe haben könnte: Der Lockdown, während dem sich keine größeren Gruppen treffen durften, was den Handel in der Öffentlichkeit erschwert haben könnte. Außerdem hängt die Zahl der entdeckten Taten stark von der Anzahl der Kontrollen ab.

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