Modernisierung

Wuppertal investiert ins Trinkwasser

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Die Preise für das Trinkwasser sollen in Wuppertal trotz der Investitionen stabil bleiben.

WUPPERTAL 6,7 Millionen Euro fließen in die Modernisierung des Wasserwerks in Benrath. Dessen Wasser stammt aus Brunnen.

Von Andreas Boller

6,7 Millionen Euro werden die Wuppertaler Stadtwerke bis voraussichtlich September in die Modernisierung des Wasserwerks Benrath stecken. Während der Arbeiten werden auch die Haushalte in Vohwinkel, Teile Elberfelds und Erkrath-Hochdahl ausschließlich mit Talsperrenwasser aus dem Bergischen Land versorgt. Das soll sich aber weder auf die Qualität des Wassers noch auf die Trinkwassergebühren auswirken. Stadtdirektor Johannes Slawig geht mittelfristig von einem konstanten Wasserpreis aus.

In den vergangenen Jahren wurden zwar immer wieder einmal Verbesserungen am Filtersystem in Benrath vorgenommen, aber die letzte umfassende Sanierung des Wasserwerks, das 1879 erbaut wurde, liegt Jahrzehnte zurück. Seit vielen Jahren geht das Werk nun erstmals wieder für mehrere Monate vom Netz, weil unter anderem die Steuerungstechnik erneuert wird.

Talsperrenwasser oder Rheinuferfiltrat – das sei keine Frage der Wasserqualität, sondern allein des Härtegrades, sagt Diplom-Ökonomin Margit Herkenrath von der WSW Energie & Wasser AG. Das Wasser aus Benrath wird nicht aus dem Rhein geschöpft und dann gefiltert, sondern es stammt aus bis zu 27 Meter tiefen Brunnen, die in Naturschutzgebieten auf der anderen Rheinseite gebohrt wurden.

Die Wasserhärte des Rheinuferfiltrats beträgt 11 Grad deutscher Härte, das Talsperrenwasser weist 5,5 Grad auf. „Ob jemand härteres oder weicheres Wasser besser findet, ist Geschmackssache und es hängt davon ab, wofür er es verwenden will. Im Wasser aus Benrath sind mehr Mineralstoffe enthalten, da fließt praktisch Mineralwasser aus der Leitung“, so Margit Herkenrath.

WASSERQUALITÄT

UMWELT Im Bergischen Wasser- und Umweltlabor wird das Wasser aus beiden Quellen ständig auf seine Qualität kontrolliert.

REGEN Häufiger kommt es zu Starkregen, bei dem vermehrt Partikel und Sedimente ins Wasser gespült werden.

Seit der Übernahme der Trinkwassersparte der Stadt von den WSW im Jahr 2013 zahlen die Wuppertaler Spitzengebühren. Die Stadt stellt den hohen Gebühren von 1,71 Euro pro Kubikmeter den großen Aufwand gegenüber, der für die Qualität und die Sicherung der Versorgung geleistet werde. So kamen die Wuppertaler problemlos durch den trockenen Sommer 2018. Um die Trinkwasserreserven in der Dhünn-Talsperre, der Kerspe-Talsperre und der Herbringhauser Talsperre zu schonen, wurde die Produktion im Wasserwerk Benrath erhöht. „Wir können aber gar nicht so viel dort entnehmen, wie das Wasserrecht uns erlaubt“, sagt Margit Herkenrath. Obwohl es ein absolutes Hitzejahr war, sinkt der Wasserverbrauch, da Privathaushalte und Industrie verstärkt auf eine Ressourcen schonende Technik setzen.

Bergischer Trinkwasserverbund versorgt 500 000 Menschen

Die Wasserversorgung im Tal der Wupper war schon zu Zeiten der Frühindustrialisierung ein wichtiges Thema, denn die Region verfügt über geringes Grundwasser, und die Wupper wurde schon früh industriell genutzt. Der Anfang wurde 1879 mit dem Wasserwerk Benrath und dem Bau der Leitungen nach Vohwinkel und Elberfeld gemacht.

Um Spitzenverbräuche abzudecken, kamen zur Jahrhundertwende die Talsperren der Barmer hinzu. Die Talsperren wurden vor einigen Jahren von den WSW an den Wupperverband verkauft. Der Bergische Trinkwasserverbund sichert inzwischen die Trinkwasserversorgung für 500 000 Menschen und könnte auch die Notversorgung für Düsseldorf leisten.

„Seit der Übernahme der Trinkwassersparte von den WSW konnten wir die Wassergebühren konstant halten. Ich habe den Ehrgeiz, das so lange wie möglich fortzusetzen“, sagt Stadtdirektor Johannes Slawig. Die Investitionen in das Wasserwerk Benrath seien im Budget enthalten, eine Gebührenerhöhung sei nicht geplant.

„Höhere Anforderungen an die Reinheit des Trinkwassers könnten Auslöser für technische Veränderungen sein. Beim Abwasser wird seit Jahren über eine vierte Reinigungsstufe diskutiert, die hohe Investitionen erforderlich machen würde“, so Slawig.

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