Ab 1. November kann geschwommen werden

In Cronenberg steht jetzt ein runderneuertes Bad

Badleiter Ralf Wehling in der Schwimmhalle mit neuem Dach, ohne störende Abluftrohre und mit neuer Beckenbeleuchtung. Foto: Stefan Fries
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Badleiter Ralf Wehling in der Schwimmhalle mit neuem Dach, ohne störende Abluftrohre und mit neuer Beckenbeleuchtung.

Zweijährige Sanierung des Gartenhallenbades ist abgeschlossen.

Von Günter Hiege

Wuppertal. Immer wieder klopften in den vergangenen Wochen Cronenberger, die am Gartenhallenbad vorbeigekommen sind, an die Scheibe und fragten bei Badleiter Ralf Wehling nach, wann es endlich wieder losgeht. Die Ungeduld ist verständlich, schließlich ist das Bad seit August 2019 wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Das daraus mal zwei Jahre werden würden, hatte damals wohl niemand in seinen kühnsten Alpträumen für möglich gehalten.

Doch jetzt endlich kann Wehling allen Schwimmfreunden eine gute Nachricht verkünden. Seit dem gestrigen Montag ist das Bad wieder geöffnet. In der ersten Woche zunächst nur für die Schulen, um in dem noch begrenzten Betrieb alles besser einjustieren zu können, von Temperatur, über Chlorgehalt bis Lüftung. Am 1. November wird dann die Öffentlichkeit wieder zugelassen, an diesem Feiertag beginnend mit einem Schnuppertag bei freiem Eintritt.

Arbeiten haben letztlich sechs Millionen Euro gekostet

Ursprünglich war „nur“ eine Dachsanierung geplant gewesen, bei angenommenen Kosten von 4,3 Millionen Euro. Weil sich im Laufe der Zeit immer mehr Mängel ergaben, die dann noch behoben werden mussten, sind jetzt sechs Millionen Euro daraus geworden. Dafür gibt es aber auch zahlreiche Verbesserungen. „Viele, vor allem in der Technik, werden die Gäste gar nicht sehen, andere fallen aber sofort auf“, so Andreas Haack, Projektleiter beim Gebäudemanagement. Für ihn ist es nach dem Schwimmleistungszentrum das zweite große Umbauprojekt in einem Wuppertaler Bad.

Auffallen werden vor allem die nun weißen Wandfliesen im Duschbereich, statt der vorher beigen. Nachdem die Duschpaneele abgenommen worden waren, um dahinter neue Technik zu installieren, waren einige Fliesen abgeplatzt, so dass man sich entschlossen hatte, den gesamten Bereich zu erneuern. Anders sieht das am Boden aus, wo an den Mosaikfliesen nach dem Entfernen der für den Dachbau verlegten Schutzplatten zahlreiche Beschädigungen festgestellt worden waren. Hier hat man „nur“ ausgebessert, um Kosten- und Zeitrahmen nicht noch weiter auszudehnen.

Stolz zeigt Ralf Wehling auf den Becken-Umlauf, der mit größeren Fliesen ganz neu gemacht wurde, weil der Beckenkopf ebenfalls erneuert werden musste. Auffallen werde auch sofort, dass die großen Entlüftungsrohre unter der Decke komplett verschwunden sind. „Dadurch, dass das neue Dach viel besser isoliert ist, brauchen wir die nicht mehr“, so Andreas Haack. Die warme Luft strömt zwar weiter aus den Boden-Einlässen entlang der Fensterfronten, verteilt sich nun aber viel besser im Raum und wird auf der anderen Seite unter der Decke abgesaugt. Natürlich verspricht man sich beim Gebäudemanagement auch eine deutliche Energieeinsparung.

Das neue Dach ist viel besser isoliert.

Andreas Haack freut sich, dass die großen Entlüftungsrohre weg sind

Klimafreundlich ist auch die neue Photovoltaikanlage auf dem Dach, für die allerdings nicht die Stadt, sondern die Bergische Bürgerenergiegenossenschaft verantwortlich zeichnet. Sie hat bereits mehrere öffentliche Gebäude mit dieser Technik ausgestattet.

Neue Technik gibt es nicht nur auf dem Dach und unter der Decke, die nun mit schwimmbadgeeigneten, brandschutzsicheren zementgebundenen Holzfaserplatten in warmem Beige verkleidet ist, sondern auch im Technikkeller. Dort gibt es unter anderem eine neue Chlorierungsanlage, so wie sie auch schon im Leistungszentrum zum Einsatz kommt.

Ralf Wehling, seit 2005 Badleiter in Cronenberg, ist heilfroh, dass er nun endlich wieder seiner eigentlichen Tätigkeit in dem Bad nachgehen kann. Zwischendurch war er im Leistungszentrum eingesetzt, hat aber die Bauarbeiten in „seinem Bad“ stets begleitet.

Die hatten gleich mit einer Verzögerung begonnen. Die Firma für den Dachbau kam vier Monate später als verabredet. „Und dann kam Corona, hat die Lage auch im Baugewerbe noch verschärft“, so Andreas Haack. Die Abbruchfirma, die für den Beckenrand zuständig war, kam beispielsweise von einem auf den andren Tag nicht mehr. „Von denen haben wir bis heute nichts gehört. Bis eine Ersatzfirma gefunden war, und ein Termin bei der frei war, habe es wieder gedauert.“ Doch ab Montag hat die scheinbar unendliche Geschichte ein Ende.

Hintergrund

Zum Start sind nur Schulen im Bad zugelassen. Erster Öffnungstag für die Allgemeinheit ist Allerheiligen, Montag, 1. November, wenn von 10 bis 15 Uhr kostenlos „geschnuppert“ werden darf. Regulär öffnet das Bad ab dann dienstags bis freitags von 6.45 bis 21 Uhr, samstags 9 bis 16 Uhr und sonntags von 10.30 bis 17.30 Uhr.

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