Das Land stockt das Angebot an Hebammenkreißsälen auf

Geburten können im Helios bald nur von Hebammen geleitet werden

Das Helios erhält einen Hebammenkreißsaal. Archivfoto: Anna Schwartz
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Das Helios erhält einen Hebammenkreißsaal.

Bis zum Ende des Jahres sollen 20 weitere Kliniken in NRW mit einem sogenannten Hebammenkreißsaal ausgestattet werden. Darunter das Helios Universitätsklinikum Wuppertal.

Von Miriam Karout

Wuppertal. Bis zum Ende des Jahres sollen 20 weitere Kliniken in NRW mit einem sogenannten Hebammenkreißsaal ausgestattet werden. Darunter das Helios Universitätsklinikum Wuppertal, wie auf Nachfrage bestätigt. Laut Information des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales in NRW, ist der Hebammenkreißsaal ein Betreuungskonzept, das den ärztlich geleiteten Kreißsaal ergänzt.

Eine Versorgung sei für gesunde Schwangere geeignet, die nach unauffälligem Schwangerschaftsverlauf eine unkomplizierte Geburt erwarten können. „Bei einer Geburt in einem hebammengeleiteten Kreißsaal betreuen ausschließlich Hebammen die werdenden Mütter bei ihrer natürlichen Geburt“, erklärt Helios-Sprecherin Marie Weidauer.

Dabei ziehen die Hebammen nur dann die Unterstützung durch einen Arzt hinzu, wenn eine medizinische Notwendigkeit für die Mutter oder das Kind besteht oder schmerzstillende Medikamente auf ausdrücklichen Wunsch der Mutter hin benötigt werden.

Hebammengeleitete Geburten stoßen auf große Zustimmung in den Kliniken

Direktor der Helios Landesfrauenklinik, Prof. Dr. med. Markus Fleisch, befürwortet die Etablierung eines hebammengeleiteten Kreißsaals: „Das zusätzliche Angebot rundet die moderne außer- und innerklinische Geburtshilfe im Bergischen Städtedreieck ab und bietet Schwangeren alle Möglichkeiten, ihr Kind so selbstbestimmt, sicher und interventionsarm wie möglich zur Welt zu bringen.“ Ein wesentlicher Teil aller Geburten sei ohne besonderes gesundheitliches Risiko. An dieser Stelle könne ein Hebammenkreißsaal einen wertvollen Beitrag leisten, das Vertrauen werdender Mütter in den gesunden, natürlichen Geburtsverlauf und ihre eigenen Kräfte zu stärken. „Auch wenn sich eine Gebärende im Vorhinein für die hebammenbetreute Geburt entscheidet, ist eine ärztliche Betreuung nach wie vor zu jedem Zeitpunkt möglich“, ergänzt Fleisch.

Die hebammengeleitete Geburt sei an jeder Klinik zu begrüßen. „Sie ist wichtig für die familienzentrierte Geburtshilfe und schafft ein Bild von der Normalität der Geburten“, meint Julia Haldenwang, Vorstandsvorsitzende des Hebammennetzwerks Bergisch Land. Sie selbst habe knapp zehn Jahre in so einem Kreißsaal gearbeitet.

Hebammen seien dazu ausgebildet, autonom Geburten zu leiten und eventuell auch kleine Wunden zu behandeln. Durch dieses Angebot befindet man sich schon im klinischen Bereich und könne einen Arzt hinzuziehen, wenn es nötig ist. Weil Ärzte ohnehin ausgelastet sind, ist die hebammengeleitete Geburt außerdem ressourcensparend, erklärt Julia Haldenwang.

Hebammengeleitete Geburt: Dann soll das Angebot im Helios starten

Wann das Angebot am Helios Universitätsklinikum startet, kann die Klinik zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht mitteilen. Wenn es so weit ist, müssen sich interessierte Schwangere vorab über die Hebammensprechstunde anmelden. „Sind gesundheitliche Risiken ausgeschlossen, beispielsweise durch einen Schwangerschaftsdiabetes oder Bluthochdruck, steht einer Entbindung unter Hebammenleitung nichts im Weg“, erläutert Marie Weidauer.

Betreut wird die werdende Mutter von einem Geburtshelfer. Für das Angebot der hebammengeleiteten Geburt eignen sich die bestehenden Kreißsäle der Klinik.

Ein Neubau ist also nicht notwendig. Bislang gibt es in Nordrhein-Westfalen neun Kliniken mit einem solchen Angebot. Bis zum Ende des Jahres sollen es insgesamt 29 Kliniken sein, die eine hebammengeleitete Geburt beziehungsweise einen Hebammenkreißsaal anbieten. Das NRW-Gesundheitsministerium fördert die Einrichtung mit jeweils bis zu 25 000 Euro. Die Landesförderung wird am Helios Universitätsklinikum in Wuppertal für gezielte Weiterbildungen der Hebammen ein, um deren Fachkompetenzen zu stärken und sie auf die neuen Aufgaben und Verantwortlichkeiten vorzubereiten, berichtet Marie Weidauer.

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