Für Parkplatzsuche und Bezahlen

Wuppertal führt Park-App im Oktober ein

Anbieter wie Easypark bieten Apps an, über die per Smartphone Parkgebühren bezahlt werden können. Archivfoto: Christian Beier
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Anbieter wie Easypark bieten Apps an, über die per Smartphone Parkgebühren bezahlt werden können.

Wuppertal. In Barmen startet das neue System, Elberfeld soll anschließend folgen.

Von Martin Lindner

Die Park-App steht in den Startlöchern. Ab Oktober soll es möglich sein, sie für die Parkplatzsuche und das Bezahlen zu benutzen. Das teilte Stadtkämmerer Johannes Slawig mit. Die Verzögerung – eigentlich sollte die App schon im Juli auf den Smartphones der Wuppertaler laufen – sei darauf zurückzuführen, dass die Vertragspartner Probleme im Zusammenhang mit der Pandemie gehabt hätten, aber auch, weil bestimmte Chips über Wochen nicht verfügbar waren. „Die Sensorik ist mittlerweile bereits in Barmen installiert, derzeit läuft die Anlernphase der künstlichen Intelligenz“, so Slawig. Die Sensorik für Elberfeld soll schnellstmöglich folgen.

Die Gesamtkosten für die App belaufen sich auf rund 55 000 Euro. Die Maßnahme wird hälftig durch das Bundesverkehrsministerium gefördert. Die Autofahrer werden somit künftig auf direktem Wege zu einem Parkplatz in der Nähe des Ziels geführt, erklärt Slawig. „Zielsetzung der Verkehrstechnik ist dabei Verkehrsreduktion und Vermeidung der entsprechenden Emissionen“, betont er. „Zusätzlich wird in diesem Zusammenhang dann auch Pay-by-Phone stadtweit eingeführt, mittelfristig zunächst nur als Alternative zu den vorhandenen Parkscheinautomaten.“ Wuppertal sei mit der Technik Vorreiter bei der Parkplatzversorgung.

Sensoren erkennen freie Parkplätze

Rolf-Peter Kalmbach, Abteilungsleiter der Straßenverkehrstechnik in Wuppertal, teilte mit, dass die Geldscheinautomaten – parallel zur App – noch so lange stehenblieben, wie Münzen reingeworfen würden. Automaten, die Köln kürzlich entsorgt hat, habe Wuppertal übernommen. Die Sensorik, die erkennt, wo eine freie Parkfläche sei, schlage für die beiden großen Stadtteile mit je rund einer Viertelmillion Euro zu Buche. Ob für Elberfeld das Budget ausreichend sei, um schnellstmöglich nachzuziehen, könne man angesichts ständig steigender Kosten noch nicht sagen, relativierte er. Ein Sensor kann mehrere Dutzend Parkplätze erfassen.

Sedat Ugurman (SPD), Vorsitzender des Verkehrsausschusses, sieht die Vorteile einer Park-App, über die auch die Parkgebühr entrichtet werden kann, darin, dass passendes Münzgeld nicht verfügbar sein muss, ein Papierausdruck entfällt und Parkscheinautomaten nicht mehr erforderlich sind. „Dadurch kommt es zu Einsparungen durch den Wegfall der Unterhaltung der Geräte, der Leerung des Münzfachs und Verbuchung des Geldes“, erklärt er. Dass durch ein Aus der Automaten Bürger, Pendler oder Touristen benachteiligt sind, die kein Smartphone haben, ist für ihn vertretbar. „Die Smartphoneverbreitung in der Bevölkerung liegt bei etwa 86 Prozent, lediglich in der Alterskohorte der über 70-Jährigen bei etwa 50 Prozent“, erklärt er.

Ebenso Caroline Lünenschloss, Bundestagskandidatin der CDU, ärgert sich bisher über die fehlende Flexibilität bei der Bezahlung. Die Politikerin sagt: „In keinem anderen Bereich erleben wir es in der Stadt, dass wir Kleingeld brauchen. Selbst das Busticket können wir per App bezahlen.“

Mit einer Park-App, findet sie, könne schnell und einfach die Lebensqualität der Bürger erhöht werden: weniger Frust bei der Parkplatzsuche, weniger Knöllchen, weniger Falschparker. Lünenschloss weiß, dass in vielen Städten, auch im Umkreis von Wuppertal, ein Bezahlsystem per App bereits Normalität ist. So seien die Umsätze über die Park-App in Mönchengladbach zwar noch gering, aber steigend.

Einzelhändler plädieren für ein einheitliches System

Thomas Helbig, Geschäftsführer der Immobilien-Standort-Gemeinschaft (ISG) Barmen-Werth, begrüßt eine Park-App, von der auch Geschäfte in den Innenstädten profitieren werden. Autofahrer könnten bei Bedarf die Parkzeit verlängern, ohne vorher genau abschätzen zu müssen, wie lange sie für einen Einkauf oder Treffen mit Freunden brauchen. Unkompliziertes minutengenaues Abrechnen sollte dann möglich sein. Jedoch warnte er davor, die Kosten für die neue Technik auf die Kunden umzulegen: Die Preise sollten eher sinken. Außerdem plädiert Helbig dafür, mit umliegenden Städten zu kooperieren, so dass nicht jede Stadt ihre eigene App hat.

Einnahmen

Derzeit stagnieren die Einnahmen der Stadt Wuppertal durch Parkgebühren bei rund zwei Millionen Euro jährlich – trotz Erhöhung im vergangenen Jahr. Die Gebühren stiegen um 50 Cent je angefangene Stunde. Außerdem wurden die Zeiten, in denen ein Parkticket gezogen werden muss ausgeweitet auf werktags 10 bis 20 Uhr und samstags bis 18 Uhr. Durch die Stadt werden rund 1700 Parkplätze bewirtschaftet.

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