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Elefanten-Nachwuchs im Wuppertaler Zoo: So lief die Geburt 

Der Elefanten-Nachwuchs (rechts im Bild) schmiegt sich an die Mama.
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Der Elefanten-Nachwuchs (rechts im Bild) schmiegt sich an die Mama.

Am Samstag wird der kleine Dickhäuter der Öffentlichkeit präsentiert. Noch ist unklar, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist.

Wuppertal. Für den Grünen Zoo Wuppertal ist es fast schon Routine, aber für die Tierpflegerinnen und Tierpfleger ist es immer wieder in unvergessliches Ereignis. Um 7.15 Uhr am Freitag hat die Elefantendame „Tika“ nach 660 Tagen Tragzeit ihr Baby zur Welt gebracht. Ob Männchen oder Weibchen, ist bisher nicht klar.

Heute wird der kleine Elefant der Öffentlichkeit präsentiert. Er wird in den nächsten Wochen und Monaten sicher nicht nur der neue Publikumsmagnet sein, der Nachwuchs ist auch ein weiterer Beleg für die international anerkannte Arbeit im Grünen Zoo. „In Europa sind wir im Erhaltungszuchtprogramm für Afrikanische Elefanten am erfolgreichsten“, sagt Direktor Arne Lawrenz. Auch für den Tierarzt ist die Geburt eines Elefanten nach all den Jahren und nun schon 14 Jungtieren trotzdem immer noch ein Höhepunkt seiner Arbeit.

Ein Tag im Wuppertaler Zoo: Von A wie Ausmisten bis U wie Ultraschall

Die Geburt verlief nach Angaben des Zoos vollkommen problemlos. Für das Muttertier „Tika“ war es nach 2020 die zweite. Damals brachte die heute 14 Jahre alte Elefantendame das Kalb „Kimana“ zur Welt. Vater des Jungtiers ist „Tooth“. Der Bulle ist seit Mai 2019 im Tausch gegen „Tusker“ in den Wuppertaler Zoo gekommen.

Für die Pflegerinnen und Pfleger im Elefantengehege haben mit der Geburt des Kalbs weitere spannende Stunden begonnen. Denn nun gilt es, dass der kleine Elefant regelmäßig bei seiner Mutter Tika trinkt und eine Bindung zum Muttertier aufbaut. Die ersten Stunden nach der Geburt sind heikel. Deshalb blieb das Elefantenhaus am Freitag für das Publikum im Zoo geschlossen.

Die Geburt soll in der Herde so natürlich wie möglich ablaufen

Hinter den Kulissen lief alles so naturnah wie möglich ab. In der freien Wildbahn ist es üblich, dass die Tiere einer Elefantenherde sehr schnell Kontakt zum Nachwuchs aufnehmen. Das machen auch die Pflegerinnen und Pfleger im Grünen Zoo möglich. Dazu gehörte in der Nacht zu Freitag beispielsweise, dass die Leitkuh „Sabi“ ihre Tochter Tika bei der Geburt unterstützte. Derweil schirmte die Elefantenkuh „Sweni“ das Muttertier zunächst vom Rest der Gruppe ab. Sehr schnell nach der Geburt bewegte sich das Elefantenbaby dann im Gehege, interessiert beobachtet und beschützt von seinen Artgenossen. Sinn des Verfahrens ist es unter anderem auch, dass junge Kühe durch Beobachten für ihre eigenen Niederkünfte lernen können, ganz wie in der freien Wildbahn.

Dieses Vorgehen ist für den Wuppertaler Zoo heute üblich. Nicht nur bei den Elefanten, sondern möglichst bei allen Arten, um die sich das Team kümmert. Das Ziel von Direktor Arne Lawrenz ist, alle Tiere auf dem Gelände artgerecht unterzubringen, wie es in menschlicher Obhut nur machbar ist. Die Tiere sollen nicht ausgestellt werden, sondern sie sollen sich in ihren Gehegen bewegen und wie in der Natur auch einmal verstecken können. Kann der Grüne Zoo das nicht gewährleisten, ist konsequenterweise auch eine Trennung nicht mehr ausgeschlossen. So war es zuletzt mit den Eisbären. Anori beendete im vergangenen Jahr eine Tradition an der Hubertusallee, die zuvor 100 Jahre gewährt hatte.

Auch die Elefanten haben in Wuppertal eine lange Tradition. Bisher allerdings rührt deren Ruf mehr vom Sprung des kleinen Tuffi aus der Schwebebahn in die Wupper her. Das war in den 1950er-Jahren und geschah am Rande eine Werbefahrt für einen Zirkus am Barmer Loh. Inzwischen gelingt es dem Grünen Zoo dank seiner Zuchterfolge aber immer wieder, seinem Publikum den vergleichsweise winzigen Nachwuchs der grauen Riesen zu präsentieren. Heute ist es wieder so weit.

Wäre noch die Frage zu klären, ob Tika nun ein Weibchen oder ein Männchen zur Welt gebracht hat. „Das wissen wir jetzt noch nicht“, sagt Arne Lawrenz. Auch dazu ist in den nächsten Tagen genauestes Beobachten notwendig. Beim Wasserlassen zeigt sich demnächst entweder ein männliches Geschlechtsorgan, oder es zeigt sich eben nicht. Und weil tatsächlich auch weder Tierärzte noch Tierpfleger das Geschlecht des Kälbchens kennen, haben sie für jeden Fall auch jeweils einen Namen ausgesucht. Auflösung folgt demnächst. ll

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