Bestrahlung

Die Genauigkeit liegt nun bei unter einem Millimeter

Stolz präsentierten Mitarbeiter im Helios den Linearbeschleuniger zur Bestrahlung von Tumor-Patienten.
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Stolz präsentierten Mitarbeiter im Helios den Linearbeschleuniger zur Bestrahlung von Tumor-Patienten.

Helios-Klinik in Wuppertal kann Tumorzellen noch präziser bearbeiten.

Von Waltraut Rass

Wuppertal. Mit beeindruckender Technik und noch mehr Präzision ist es in der Helios-Klinik in Wuppertal möglich, Tumorzellen zu bestrahlen. Bereits 2019 wurde dort ein Linearbeschleuniger durch ein Gerät modernster Bauart ersetzt. Kürzlich wurde nun auch der zweite Beschleuniger ausgewechselt. „Die beiden Geräte kommen in der Gesamtheit den Patienten zugute“, sagt Mark Piroth, der Chefarzt der Klinik für Strahlentherapie und Radio-Onkologie und Ärztlicher Leiter der MVZ Helios Wuppertal GmbH. „Wir sind unter einem Millimeter genau“, erklärt er. So würden das umliegende Gewebe und die Organe bestmöglich geschont. Früher haben die Möglichkeiten einer genauen Bestrahlung unter drei Millimeter gelegen.

Durch die Genauigkeit nimmt die Belastung für den Körper ab

Er und seine Kollegen stehen um eine hüfthohe Behandlungsliege herum, an deren Kopfende ein Kopf-Dummy befestigt wurde. Wie ein Netzstrumpf liegt über dem Dummy-Gesicht eine löchrige weiße Kunststoffmaske. „Die haben wir anmodelliert, damit der Patient ruhig liegt“, erklärt Piroth. Sein Kollege, Dr. Arnd Röser, leitender Physiker des Fachbereichs Strahlentherapie und Radio-Onkologie, betätigt einen Schalter, und ein strukturiertes blaues Licht scannt das Gesicht des Dummys.

So werde die Lage des Patienten kontrolliert, erklärt Röser. Die abgetasteten Daten des Kopf-Scans müssen mit den vorab per CT und MRT ermittelten Daten übereinstimmen. Die Vermessungsdaten werden in einem Bestrahlungsplan festgehalten, den das Gerät prüft. „Früher haben wir dazu Hautmarkierungen gesetzt. Wir haben die Patienten vollgemalt. Das ist nun nicht mehr nötig“, sagt Piroth. Und fügt hinzu: „Durch die Exaktheit können wir die Dosis für die anschließende Bestrahlung genauer anpassen“, ergänzt Röser. „Die Belastung des gesamten Körpers hat sehr deutlich abgenommen.“

Ergänzt wird die Bildgebung bei den Linearbeschleunigern durch ein zusätzliches externes digitales Röntgensystem, das auch während der Bestrahlung eine Lagekontrolle, und – falls erforderlich – eine direkte millimetergenaue Korrektur der Positionierung des Patienten in allen Raumrichtungen ermöglicht. „Bei jeder beliebigen Tischposition“, so der leitende Physiker. Als dritte Komponente erfolgt eine Messung der Oberflächen-Temperatur durch eine spezielle integrierte Thermo-Kamera. „Zur Positionierung und Überwachung der Lage des Patienten während der Bestrahlung werden drei voneinander unabhängige Systeme verwendet“, erläutert Piroth.

Der Laserstrahl kann bei der Bestrahlung auch nicht dahin gelangen, wo er nicht hingehört. „Der Patient wird während der Behandlung ständig durch Kameras und Mikrofone überwacht. Wenn er sich bewegt oder zu tief atmet, wird gestoppt“, versichert Piroth. Das Gerät hat im Bergischen Land ein Alleinstellungsmerkmal und ist für den Deutschen Zukunftspreis nominiert worden.

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