Müll sammeln

Carlotta (6) gründet die Initiative „Wuppis for nature“

Silvane Tesmer und Tochter Carlotta sammeln Müll an der Wupper – ihre Initiative freut sich über Mitstreiter. Foto: Anna Schwartz
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Silvane Tesmer und Tochter Carlotta sammeln Müll an der Wupper – ihre Initiative freut sich über Mitstreiter.

Wuppertal. Mit ihrer Mutter sammelt die Sechsjährige regelmäßig Müll.

Von Katharina Rüth

„Als ich klein war, habe ich angefangen“, weiß Carlotta, heute sechs Jahre alt. Sie habe schon früher Müll vom Spielplatz „meiner Mama gebracht“. Inzwischen haben Mutter und Tochter eine kleine Initiative gegründet: die „Wuppis for nature“.

„Weil ich der Umwelt helfen will“, erklärt Carlotta. Sie sammeln regelmäßig Müll und freuen sich über Helfer. Eine von vielen Initiativen in Wuppertal. „Carlotta wollte schon auf dem Spielplatz allen Müll aufsammeln“, berichtet Silvane Tesmer. „Das ging ihr anscheinend gegen die Norm.“

Je älter Carlotta wurde, desto häufiger sei das Thema geworden. Bei einer Schwebebahnfahrt sei ihnen aufgefallen, wie viel Müll in und an der Wupper liegt. Sie hätten beschlossen: „Da müssen wir etwas machen.“

Carlotta ärgert sich über dreckige Masken, Kronkorken und Süßigkeitenverpackungen

Silvane Tesmer fragte bei der Stadt nach Putzaktionen. „Der Mitarbeiter war sehr nett, aber wegen der Pandemie waren große Aktionen nicht möglich“, berichtet sie. Aber kleinere Gruppen waren erlaubt.

Also holte sie sich Müllbeutel und Handschuhe ab, besorgte Greifer. Jetzt sammeln sie und Carlotta regelmäßig Müll an der Wupper oder auf Carlottas Schulweg und bekommen dabei auch Unterstützung: Manchmal seien Carlottas Freundin und deren Mutter dabei, weitere Freunde – und sogar eine engagierte Wuppertalerin, die die Stadt an die „Wuppis for nature“ vermittelt hat. Am meisten fänden sie Kronkorken und dreckige Masken, erzählt Carlotta. Und Verpackungen von Süßigkeiten wie Schokoriegeln. „Das sind so viele!“, ärgert sie sich. Für die Kronkorken haben sie eine besondere Verwendung. Die geben sie an eine Sammelaktion zugunsten der Darmkrebs-Patientenhilfe.

184 Kinder helfen bei Müll-Sammelaktionen in Wuppertal

Sind sie mit Beutel und Greifer unterwegs, werden sie angesprochen. Inzwischen sind sie noch sichtbarer, denn die Warnwesten mit der Schrift „Wuppis for nature“ sind fertig. Eine Bekannte mit einer entsprechenden Maschine hat den Schriftzug aufgedruckt. Silvane Tesmer hat eine Internetseite angelegt, auf der sie zum Mitmachen aufruft: „Wir sind dankbar für jeden, der mitmacht.“ Dabei gehe es nicht nur um große Aktionen. Sie habe eigentlich immer einen Extra-Müllbeutel dabei. Ihr Motto: „Auch kleine Sachen bringen eine Menge.“

Diesem Motto folgen viele in der Stadt. Stadtsprecherin Kathrin Petersen berichtet, dass seit rund drei Wochen 390 Personen für Sammelaktionen angemeldet wurden, darunter 184 Kinder. Die Stadt mahnt, beim Sammeln die gültigen Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Ansprechpartner ist das Ressort Umweltschutz: picobello@stadt.wuppertal.de.

wuppis-for-nature.jimdosite.com

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