Zoo Wuppertal

Bronchoskopie und ein Corona-Test für Bonobo-Weibchen Akeena

Die Ärzte bei der Bronchoskopie im Affenhaus. Foto: Claudia Philipp
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Die Ärzte bei der Bronchoskopie im Affenhaus.

Husten, Schnupfen, Heiserkeit sind nicht nur typisch menschliche Symptome. Auch Menschenaffen können unter Atemwegsinfekten leiden, was gerade in den Wintermonaten durchaus vorkommt.

Wuppertal. Husten, Schnupfen, Heiserkeit sind nicht nur typisch menschliche Symptome. Auch Menschenaffen können unter Atemwegsinfekten leiden, was gerade in den Wintermonaten durchaus vorkommt. In diesem Fall erwischte es im Grünen Zoo das acht Jahre alte Bonobo-Weibchen Akeena. Im letzten Jahr hustete und nieste sie über mehrere Monate immer wieder und reagierte schlecht auf Belastung. Nach kurzen Phasen, in denen es ihr besser ging, verschlimmerten sich die Symptome dann aber wieder.

Vor dem Hintergrund, dass diese lange Krankheitsdauer durchaus ungewöhnlich für eine Erkältungskrankheit war, reagierte der Zoo. Grund dafür war, dass es bei Bonobos als Komplikation auch zu einer Kehlsackentzündung kommen kann. Eine Probe des Nasensekrets ergab eine mögliche bakterielle Infektion. Deshalb wurde Akeena zunächst neben Schleimlösern auch ein passendes Antibiotikum verabreicht.

Im Anschluss hörten die Tierärztinnen die Lunge des Bonobo-Weibchens im Menschenaffenhaus durch das Gitter hindurch mit einem Stethoskop ab, ohne sie dafür extra in Narkose legen zu müssen. Da sich ihr Gesundheitszustand allerdings trotz Therapie nicht besserte, wurde das noch relativ junge Tier schließlich doch per Blasrohrpfeil narkotisiert, um eine genauere Diagnose durchführen zu können. Dazu wurde ein Absperrgehege der Bonobo-Anlage in einen provisorischen Behandlungsraum umfunktioniert.

Um die Atemwege von Akeena genauer betrachten zu können, wurde eine Bronchoskopie, also eine Spiegelung der Lunge, durchgeführt. Unterstützt wurden die Zoo-Veterinäre durch einen Lungenfacharzt und eine Krankenschwester, die im Alltag eigentlich Menschen behandeln. Wegen der ähnlichen Anatomie konnten sie die Untersuchung auch bei dem Menschenaffen routiniert durchführen. „Zu speziellen Untersuchungen bei Primaten im Grünen Zoo werden regelmäßig Fachärztinnen und -ärzte aus der Humanmedizin hinzugezogen. Solche Kooperationen mit dem Zoo-Veterinärteam ermöglichen eine besonders fundierte Diagnostik“, heißt es dazu aus dem Zoo.

Zoo führte zur Sicherheit Corona-Test bei Bonobo-Weibchen durch

Am Ende brachte die Bronchoskopie bei Akeena, genau wie die angefertigten Röntgenbilder der Lunge, keine Auffälligkeiten. Verschattungen der Lungenflügel, die beispielsweise für eine Lungenentzündung oder eine Tuberkulose-Erkrankung gesprochen hätten, konnten ausgeschlossen werden. Eine Ultraschalluntersuchung des Herzens sowie Blutproben und Abstriche aus Nase und Rachen blieben ebenfalls „ohne krankhaften Befund“. In Zeiten der Pandemie lag zudem ein besonderes Augenmerk auf der Corona-Diagnostik, denn auch Menschenaffen sind empfänglich für das Coronavirus. Der SARS-CoV-2 PCR-Test war jedoch negativ und auch Antikörper konnten nicht nachgewiesen werden.

Sehr zur Freude der Tierpfleger besserte sich der Gesundheitszustand von Akeena nach der Untersuchung aber. Mittlerweile ist das Bonobo-Weibchen auch wieder ohne Symptome und tobt ohne Beeinträchtigung mit ihren Artgenossen über ihre Anlage im Menschenaffenhaus.

Öffnungszeiten

Der Grüne Zoo Wuppertal, Hubertusallee 30, ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
Eintritt: Eine Tageskarte kostet 18,50 Euro (ermäßigt 16,50 Euro), Kinder bis 14 Jahre zahlen 1,70 Euro.
Tickets: Eintrittskarten berechtigen am Besuchstag zur Nutzung des ÖPNV unter anderem in Wuppertal, Solingen, Remscheid und dem Kreis Mettmann. Im Zoo gibt es keine 3-G-Regel mehr. Tickets sind vor Ort oder vorab online erhältlich.
www.wuppertal.de/
zoo-wuppertal

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