Textildiscounter sorgt für Ärger

Wuppertal bekommt weniger Primark als geplant

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WUPPERTAL Der Textildiscounter wird im Neubau am Döppersberg in Wuppertal weniger Fläche nutzen. Das sorgt für Ärger.

Von Katharina Rüth

30 Prozent weniger Fläche: Textildiscounter Primark wird im Investorenkubus am Döppersberg nur auf 3200 Quadratmetern Kleidung und Accessoires anbieten. Das bestätigte ein Unternehmenssprecher am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung. Betonte aber: „Dies beeinträchtigt weder das Einkaufserlebnis für die Kunden, noch die ihnen zur Verfügung stehende Auswahl.“ Oberbürgermeister Andreas Mucke reagierte verärgert auf die Nachricht.

„Wir haben weder von Signature Capital noch von Primark dazu eine Information erhalten. Das ist kein guter Umgang unter Partnern.“ Schließlich habe die Stadt stets alles kommuniziert. „Nach dem ärgerlichen Verzug bei der Inbetriebnahme kommt jetzt dazu, dass die Verkaufsfläche kleiner ausfällt“, kritisiert Mucke. Er hoffe, dass die Geschäftseröffnung trotzdem zur nötigen Belebung des Döppersbergs beiträgt. „Es ist wichtig, dass die Gebäude am Döppersberg attraktiv genutzt werden – wie es durch die privaten Investoren auch zugesagt wurde.“

Es werden wohl nur zwei statt drei Etagen genutzt 

Der Primark-Sprecher erklärte: „Wuppertal ist ein wichtiger Standort für Primark und wir freuen uns auf die Eröffnung des Stores in der ersten Jahreshälfte 2019. Dieser Store wird über 3200 Quadratmeter Verkaufsfläche umfassen.“ Bisher war von 4500 Quadratmeter Verkaufsfläche auf drei Etagen die Rede gewesen. Da auch nur vier statt sechs Rolltreppen in Auftrag gegeben wurden, scheint die Verkaufsfläche auch nur zwei Etagen zu umfassen.

Der Unternehmenssprecher betonte: „Planungsprojekte dieser Größenordnung sind häufig Änderungen und Anpassungen unterworfen. Es gibt viele Faktoren, die die Entscheidungen beeinflussen, die wir in Bezug auf das endgültige Layout eines Stores treffen und eine größere Fläche bedeutet nicht unbedingt ein besseres Einkaufserlebnis.“ Jedes Gebäude sei einzigartig, das Unternehmen passe Konzept und Aussehen der Geschäfte jeweils optimal an den Standort an. „Obwohl wir uns bewusst sind, dass ursprünglich ein größerer Store geplant war, haben wir uns entschieden, dass die optimale Größe für unsere Kunden am Döppersberg etwas kleiner ist.“ Dies habe keine Auswirkungen auf Einkaufserlebnis und Auswahl.

Der Bau war umstritten, insbesondere die Größe stieß auf Kritik. Nach unseren Informationen hätte der Investor Signature Capital sogar noch zwei weitere Stockwerke gewünscht, rückte jedoch im Zuge der Verhandlungen davon ab. Auch die Standort-Verschiebung um 23 Meter Richtung Westen erfolgte auf Wunsch des Investors. Damit sollte das Geschäft näher an die Passantenlaufwege heranrücken. Doch damit wurde auch der Bahnhofsvorplatz kleiner und der Blick auf das historischen Bahnhofsgebäude eingeschränkt.

INVESTOR

SIGNATURE CAPITAL Investor Signature Capital Die Immobilien-Investitions- und Entwicklungsgesellschaft Signature Capital wurde 2004 gegründet. In Deutschland investieren sie laut ihrer Website in Bürogebäude, Mietobjekte und Geschäftsimmobilien, erwarben unter anderem die Neumarkt-Galerie in Köln, den Bahnhofplatz in München und die Zeil-Galerie Frankfurt. Sie kooperieren mit dem Textildiscounter Primark, dessen drei größte Objekte sie entwickelt haben.

Als das Gebäude fertig war, erntete es durchaus Anerkennung für seine außergewöhnlich gestaltete Fassade. Doch hinter dieser tat sich monatelang nichts. Innen herrschte noch Rohbau-Atmosphäre, wie durch die Glasfenster erkennbar war. Den Innenausbau wollte Mieter Primark selbst übernehmen, auch die Rolltreppen einbauen. Der Umbau sollte bis Sommer 2018 abgeschlossen sein, im Herbst 2018 die Eröffnung stattfinden. Im Juni verursachte dann die Nachricht Ärger, dass sich die Eröffnung des Geschäfts verschiebt – bis in die erste Hälfte 2019.

Matthias Zenker von der Werbegemeinschaft IG1, ist erst sprachlos. Berichtet dann, dass man sich in der Geschäftswelt schon wunderte, wie lang das teure Haus leer steht. Und er fragt: „Was passiert mit den übrigen Flächen?“ Das sei der beste Standort der Stadt, „der sollte mit Handel bespielt werden. Wenn das monotone Büros werden, wäre das entsetzlich.“ Er bedauert, dass die Stadt auf die Nutzung keinen Einfluss habe, weil es darüber keinen Vertrag gebe: „Das ist damals versäumt worden.“

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