Autoren mit jüdischen oder osteuropäischen Wurzeln stellen sich vor

Wortfestival startet mit Buchpreisträger Tomer Gardi

Tomer Gardi, Preisträger der Buchmesse Leipzig, ist Gast beim Wortfestival am 10. Mai in Solingen.
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Tomer Gardi, Preisträger der Buchmesse Leipzig, ist Gast beim Wortfestival am 10. Mai in Solingen.
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Zentrum für verfolgte Künste öffnet Literatur-Salon.

Von Philipp Müller

Solingen. Mit Tomer Gardi kommt am 10. Mai der aktuelle Preisträger der Buchmesse Leipzig ins Zentrum für verfolgte Künste. Aber der Preis ist nicht der Grund. Das Zentrum hat ihn als Vertreter der jungen, jüdischen Autorengemeinde für das Wortfestival „L’chaim – auf ein Wort“ eingeladen. Im Stil der literarischen Salons des 19. Jahrhunderts werden sich dabei Autorinnen und Autoren mit jüdischen, aber oft auch osteuropäischen Wurzeln vorstellen.

Das Festival ist Teil des Festjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Die Generalsekretärin des Vereins zum Festjahr, Sylvia Löhrmann, hatte beim Auftakt des Festivals am Rande der Biennale 2022 in Venedig erklärt: Das Wortfestival sei ein wichtiger Beitrag, junge, jüdisch gläubige Menschen vorzustellen. Diese wollten sich nicht länger auf die Opferrolle der Nazizeit und des Holocaust reduziert wissen. Sie seien längst Teil der deutschen Gesellschaft und wollten als solche nicht nur wahr, sondern auch ernstgenommen werden.

Das Festjahr wurde wegen der Pandemie bis in den Sommer dieses Jahres verlängert, und auch das Wortfestival musste wegen der Corona-Einschränkungen immer wieder verschoben werden.

Besucher erleben Lesungen und essen gemeinsam

Der Ablauf orientiert sich an den zwanglosen Zusammenkünften frühere Literatur-Salons, wie sie das Bürgertum pflegte. Wenn das Museum um 17 Uhr schließt, dann bleibt der Ratssaal geöffnet. Dann treffen die Gäste ein, um bei Tee und Kuchen Gespräche zu beginnen. Um 18 Uhr starten dann die Lesungen selbst.

Für den 10. Mai ist neben Tomer Gardi, der für seinen Roman „Eine runde Sache“ den Leipziger Buchpreis erhielt, auch Olga Grjasnowa mit ihrer vielfach ausgezeichneten Literatur vertreten. Sie hat schon in vielen Ländern gelebt. Heute tut sie das – genau wie Gardi – in Berlin. Dmitrij Kapitelman und Mati Shemoelof kommen dann am 17. Mai in den Ratssaal, gefolgt von Lena Gorelik und Adrian Kasnitz am 24. Mai.

Tickets gibt es für 12 Euro pro Lesung oder 30 Euro für alle drei Salons unter: termine.solinger-tageblatt.de

Freitag, 6. Mai, ab 18 Uhr überträgt das Zentrum live die Eröffnung zur Ausstellung „1929/1955“ im Rahmen der documenta 15 über die Anfänge der Kunstschau: www.verfolgte-kuenste.com

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