Einweihung

Wohnheim mit Obstgarten und Kräutergarten

Die Einweihung der Studentenwohnheime fand wegen der Pandemie im Freien statt. Foto: Andreas Fischer
+
Die Einweihung der Studentenwohnheime fand wegen der Pandemie im Freien statt.

Nahe der Uni Wuppertal sind 132 neue Bleiben für Studierende entstanden.

Von Martin Wosnitza

Wuppertal. 1085 Wohnheimplätze bietet das Hochschul-Sozialwerk Wuppertal (HSW) in unmittelbarer Nähe zur Universität an. Jetzt wurden mit dem Komplex an der Max-Horkheimer-Str. 160 bis 168 weitere 132 Plätze eröffnet.

Diese umzusetzen, war aus mehreren Gründen schwierig, wie HSW-Geschäftsführer Fritz Berger berichtete: „Drei Jahre dauerte es, bis wir die Grundstücke vom landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW zum vollen Marktpreis kaufen konnten.“ Auch galt der erworbene Randstreifen aufgrund der extremen Hanglage und Höhendifferenz als nicht bebaubar. Der ACMS Architekten GmbH aus Wuppertal sei jedoch das Kunststück gelungen, diese Herausforderungen ins Positive zu wenden.

Für 15 Millionen Euro, mehrheitlich finanziert aus Darlehen aus dem sozialen Wohnungsbau und der KfW-Bank, wurden 132 Wohnplätze realisiert, aufgeteilt in verschiedene Wohnformen. Dazu erklärt Berger: „Pro Einzelappartement stehen 29,5 Quadratmeter samt eigener Küchenzeile zur Verfügung. In den 22 Zweierappartements – Größe je 24,5 Quadratmeter – und den 4er- und 6er-Appartements mit einer Zimmergröße von je 29 Quadratmeter ist die Küche im Gemeinschaftsbereich untergebracht. Jedes Zimmer, auch in den Gruppenwohnungen, hat eine eigene Dusche und Toilette.“

Miete kostet mit Möbeln und Internet 289 Euro im Monat

Die monatliche Miete beträgt 274 Euro (dazu kommen 15 Euro Möblierungszuschlag) und enthält alle Nebenkosten und Leistungen, wie einen HighSpeed-Internetanschluss.

Da es in Studentenwohnheimen auch mal lauter zugehen kann, wurden an die Raumtrennwände und Türen sehr hohe Schallschutzanforderungen gestellt, wie Berger betont: „Ruhiges Arbeiten am Schreibtisch, Treffen zum gemeinsamen Essen oder das Feiern einer bestandenen Klausur, das passt nur bei gutem Schallschutz zusammen.“

Auch auf das Umfeld wurde besonderen Wert gelegt. „Auf bienenfreundliche Sträucher wurde ebenso geachtet wie auf heimische Obstsorten und schmackhafte Kräuter, die von den Bewohnern geerntet werden können.“ Das Stichwort lautet „Urban Gardening“ und wird mit Begeisterung aufgenommen, wie Wohnheimtutor und Geschichtsstudent Paul Marx (22) berichtet: „Es macht Spaß, direkt am Wohnheim zu gärtnern, frische Kräuter zu pflücken, dabei weitere Bewohner zum Mitmachen zu animieren und so die Gemeinschaft zu fördern.“

Zugleich hat dieses Projekt mit dazu geführt, dass die neuen Gebäude den „Goldstatus für besondere Nachhaltigkeit“ erworben haben, eine Zertifizierung, die durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen verliehen wird und laut Berger „im öffentlich geförderten Wohnungsbau eine Ausnahme darstellt“.

Weitere Faktoren sind etwa die Reduzierung des Energiebedarfs durch den Passivhaus-Standard und Anschluss an das Fernwärmenetz sowie die weitgehende Herstellung von Barrierefreiheit.

Zugleich waren die Planungen der ACMS Architekten Teil der „Forschungsinitiative Zukunft Bau“ wie Berger erläutert: „Im Rahmen dieses Programms wurde in Wuppertal ein Modulsystem entwickelt, mit welchem Individualräume über unterschiedliche Gemeinschaftsbereiche ‚geschaltet‘ werden können, vom Einzelappartement bis zur Sechs-Personen-Wohngemeinschaft.“ Entsprechend flexibel kann die Vermietung gestaltet werden.

Auslastung

Warteliste: In der Vergangenheit waren Wohnheimplätze beim HSW äußerst beliebt, die Warteliste hunderte Bewerber lang.

Zukunft: Wenn im Wintersemester Veranstaltungen bis 50 Personen in Präsenzform angeboten werden, werde sich wohl der größte Teil der Studenten vor Ort aufhalten. Der HSW-Geschäftsführer geht von einer vollen Vermietung aus und will Erstsemester bei der Vergabe bevorzugen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Parkschlösschen: Diskussionen um Sanierung
Parkschlösschen: Diskussionen um Sanierung
Parkschlösschen: Diskussionen um Sanierung
Bürgerinitiative will Quellgebiet schützen
Bürgerinitiative will Quellgebiet schützen
Bürgerinitiative will Quellgebiet schützen
Zoo Wuppertal: Neue Eintrittspreise sorgen für Frust und Freude an der Kasse
Zoo Wuppertal: Neue Eintrittspreise sorgen für Frust und Freude an der Kasse
Zoo Wuppertal: Neue Eintrittspreise sorgen für Frust und Freude an der Kasse
Was beim Zollamt so alles auftaucht
Was beim Zollamt so alles auftaucht
Was beim Zollamt so alles auftaucht

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare