Mehrgenerationen-Wohnhaus

Wohn-Projekt entsteht in leerem Supermarkt

Die Projektgruppe freute sich darüber, endlich den ersehnten Schlüssel für die Immobilie in den Händen halten zu können.

WUPPERTAL Bis Ende 2019 soll aus dem leeren Supermarkt ein Wohnraum für Jung und Alt werden.

Von Daniel Diekhans

Was früher der Akzenta-Supermarkt in Wuppertal-Cronenberg war, kann jetzt ein Mehrgenerationen-Wohnhaus werden. Das besiegelte die Schlüsselübergabe des bisherigen Eigentümers Rudolf Runge an den Verein „Lebendiges Wohnen an der Wupper“ (LeWoWu). Zuvor hatte der Verein eine positiv beschiedene Bauvoranfrage durch die Stadt erhalten und das 1500 Quadratmeter große Grundstück neben dem Emmaus-Zentrum gekauft.

Nach der Schlüsselübergabe lud Projektleiter Michael Lippkau zur Hausbesichtigung ein. Beim Rundgang erläuterte Architekt Hans Schmidt-Domogalla, wie bis Ende 2019 aus einem leeren Laden Wohnraum für Alleinerziehende und Familien mit Kindern, Singles und Paare jeden Alters werden kann. Das Mehrgenerationenhaus ist keine Wohngemeinschaft

„Die Gegebenheiten nutzen“, lautet sein Motto. Das Schieferhaus an der Hauptstraße bleibt außen unverändert. Nur die Innenräume werden saniert. Beim modernen Anbau wird anders verfahren. Während das Ladengeschoss abgebrochen wird, bleiben die Keller- und Lagerfläche erhalten. Auf diesem „Sockel“ sollen die neuen Wohnungen errichtet werden, die sich auf zwei Geschosse und ein Staffelgeschoss verteilen.

Das Mehrgenerationen-Haus habe nichts mit einer großen WG zu tun, betonte Lippkau. Der Bauplan sieht abgeschlossene Wohnungen vor – komplett mit Küche, Bad, Wohn- und Schlafraum sowie Balkon oder Terrasse. Im untersten Geschoss gibt es eine Tiefgarage mit Stellplätzen für die Bewohner. Allen steht der Gemeinschaftsraum mit Teeküche offen. Außer einem 500 Quadratmeter großen Garten sollen auch Laubengänge auf den Etagen und eine Dachterrasse Orte des Miteinanders sein.

Barrierefreiheit wird möglich durch schwellenlose Wohnräume und den Aufzug, der vom Keller bis zum Dach geht. Zum neuen Hauseingang führt ein breiter Weg, der auch für Rollstuhlfahrer geeignet ist. Umweltverträglichkeit wird ebenfalls groß geschrieben. So sorgt etwa die Dämmung der Räume für niedrigen Energieverbrauch.

Schmidt-Domogallas Bauplan sieht Wohneinheiten von 45 bis 120 Quadratmetern vor. Bei 1200 Quadratmeter Gesamtfläche kann man entsprechend von 14 bis 17 Einheiten ausgehen. „Für sieben Wohnungen gibt es bereits feste Zusagen“, sagte Lippkau.

Da sich die LeWoWu-Projektgruppe genossenschaftlich organisiert hat, werden die künftigen Hausbewohner gleichzeitig Eigentümer und Mieter sein. Deshalb müssen 600 Euro pro Quadratmeter sowie zehn Euro Miete je Quadratmeter eingezahlt werden. Bei Bedarf können die Wohnungen mit Wohnberechtigungsschein finanziert werden.

Lippkau verwies auf die Vorteile der Rechtsform Genossenschaft. Jeder Bewohner bestimme mit über die Zukunft der Hausgemeinschaft. Alle hätten lebenslanges Wohnrecht. Bei Auszug erhalte man seine eingelegten Anteile zurück und im Todesfall gehe das Geld an die Erben.

Eine offene Frage sprach Lippkau direkt selber an. Noch sei nicht klar, wer 2019 ins Erdgeschoss des Schieferhauses einziehen wird. Denn die Arztpraxis wird Ende dieses Jahres aus dem Gebäude ausziehen. Dafür bemühen sich die Planer um eine Nutzung durch Handel- oder Dienstleistung. „Es gibt bereits Kontakte mit einem Gewerbetreibenden“, berichtete der Projektleiter vor Ort.

Eine Frage seiner Zuhörer zielte auf den Lieferverkehr für den Laden im Nachbarhaus ab. Lippkau bestätigte, dass sich an der Anlieferung mit Lkw nichts ändern werde. Eine Lärmbelästigung für die Bewohner des Mehrgenerationen-Hauses schloss er jedoch aus.

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