Geringere Einnahmen

Wochenmarkt-Gebühren in Haan steigen

Die Beschicker des Wochenmarkts in Haan müssen künftig mehr Standgebühren bezahlen.
+
Die Beschicker des Wochenmarkts in Haan müssen künftig mehr Standgebühren bezahlen.

Die Marktgebühr beträgt künftig für jeden Quadratmeter der benötigten Platzfläche 60 Cent.

Von Peter Clement

Haan. Zugegeben: Andere hat es weit schlimmer getroffen. Während beispielsweise die Haaner Kirmes sowohl 2020 als auch 2021 nicht stattfinden durfte, blieb der Haaner Wochenmarkt aufgrund seiner Versorgungsfunktion für die Bevölkerung von einer Schließung verschont. Das war es aber auch schon fast mit den positiven Nachrichten: Insbesondere in 2020 aber auch noch im ersten Halbjahr 2021 waren einige Sortimente (insbesondere aus den Bereichen Non-Food und Imbiss) von der Teilnahme am Wochenmarkt ausgeschlossen.

Wie die Stadtverwaltung weiter mitteilt, hatten einige Händler zudem wegen der Unsicherheit, ihre Waren auch tatsächlich absetzen zu könne, während der Corona-Einschränkungen erst gar nichts produziert beziehungsweise eingekauft und nahmen deshalb am Wochenmarkt nicht teil. Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, mussten die Stände auch noch mit größeren Abständen zueinander eingeplant werden.

Die Stadt hat mit dem Markt zuletzt weniger verdient

All das hat der Stadt zufolge zu deutlich geringeren Einnahmen in den vergangenen zwei Jahren geführt. Für das neue Jahr hat der Stadtrat in seiner letzten Sitzung 2021 die Gebühren erhöht. Die Marktgebühr beträgt künftig für jeden Quadratmeter der vom Benutzer benötigten Platzfläche 60 Cent. Dabei werden nur volle Quadratmeter zugewiesen und berechnet. Außerdem werde eine Mindestgebühr von 8 Euro erhoben, heißt es in der Satzung.

Bei Bezahlung der Marktgebühr mit Bargeld wird eine Zusatzgebühr von 6 Euro „für jeden Zahlungsvorfall erhoben“, wie es im schönsten Amtsdeutsch heißt. Bisher mussten Händler 50 Cent je Markttag und Quadratmeter Standfläche zahlen, mindestens aber 7 Euro. Wer seine Gebühr bar entrichten wollte, musste ein Zusatzentgelt von 5 Euro zahlen. Diese Gebühren waren bis zur jetzigen Erhöhung vier Jahre lang gültig.

Die Verwaltung hatte eigentlich zugesagt, die Gebührensatzungen möglichst jährlich unter Berücksichtigung der Betriebskostenabrechnungen vorangegangener Jahre neu zu kalkulieren. Da der Wochenmarkt beim Gebührenbedarf in der Regel jedoch nur wenigen Schwankungen unterliegen und hohe Rücklagen bestanden, konnte die Stadt stabile Gebühren gewährleisten, indem sie diese Rücklagen einsetzte.

Spätestens im Jahr 2020 hätte eine neue Kalkulation erfolgen müssen – doch dann kam Corona dazwischen. Das Ordnungsamt war nicht nur federführend mit vielen Aufgaben bei der Bewältigung der Pandemie beschäftigt, sondern musste auch die Organisation und Durchführung der Kommunalwahlen und Bundestagswahlen bearbeiten.

Die Stadt Haan will den Wochenmarkt als Frequenzbringer für die Innenstadt langfristig weiter stärken und auf die Zukunft ausrichten. Zu diesem Zweck war im Jahr 2019 die „CIMA Beratung + Management GmbH“ beauftragt worden, ein Gutachten zu erstellen und Verbesserungspotenziale aufzuzeigen.

Im Oktober desselben Jahres erfolgte zunächst eine Bestandsaufnahme. Dabei wurden Markthändler und Besucher befragt. Es gab zudem einen Workshop mit Vertretern der Marktbeschicker, Einzelhändler und Verwaltung, aus dem sich eine Arbeitsgruppe entwickelte. 2020 wurden dann die Ergebnisse präsentiert.

Eine Erkenntnis lautete schon damals: Die Marktbeschicker sind bereit, eine Anhebung der Standgebühr von 50 auf 60 Cent pro Quadratmeter mitzutragen. Die wird jetzt umgesetzt. Weitere Verbesserungsvorschläge der Gutachter waren unter anderem eine Neuanordnung der Marktstände, ebenso einheitliche Stände im Sinne eines Corporate Design. Ebenfalls gewünscht: eine Veranstaltungsreihe „Treffpunkt Haaner Wochenmarkt“ mit sechs bis acht Events im Jahr – von Spargel schälen und Kürbis schnitzen für Kinder bis hin zu Straßenkünstler-Auftritten.

Und regionale Hofläden sollten gezielt auf eine mögliche Teilnahme hin angesprochen werden. In Sachen Sortimentserweiterung war die städtische Wirtschaftsförderung mit einem Fisch-Stand sowie einem Unverpackt-Stand zwischenzeitlich nicht untätig.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Physiker erzielen „Durchbruch des Jahres“
Physiker erzielen „Durchbruch des Jahres“
Physiker erzielen „Durchbruch des Jahres“

Kommentare