Der Zoo wirkt leer, ist aber ausgebucht

Der junge Elefant „Tsavo“ hätte eigentlich viel Publikum anziehen können. Aktuell ist das Elefantengehege zwar ein Magnet, aber nicht überlaufen. Foto: Fabian Strauch/dpa
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Der junge Elefant „Tsavo“ hätte eigentlich viel Publikum anziehen können. Aktuell ist das Elefantengehege zwar ein Magnet, aber nicht überlaufen. Foto: Fabian Strauch/dpa

Direktor Arne Lawrenz zieht eine Woche nach Wiedereröffnung eine positive Bilanz

Von Anke Strotmann

WUPPERTAL Der Grüne Zoo Wuppertal hat seit einer Woche wieder für seine Gäste geöffnet. Im Rahmen der Lockerungen in der Corona-Krise erfolgte die Öffnung mit verschiedenen Einschränkungen. Sie sollen Infektionen der Besucher mit dem Corona-Virus vermeiden helfen. Zoodirektor Arne Lawrenz zieht nach der ersten Woche eine positive Bilanz. „Wir waren voll ausgebucht und trotzdem haben sich Gäste meist an die Abstandsregelungen gehalten“, sagt er. Nur selten habe er als Zoodirektor dazukommen müssen, um die Maßnahmen zu erklären.

Wer keinen Abstand hält, kann vor der Tür landen

Innerhalb des Zoos helfen 20 Hygienescouts, die Abstandsregeln einzuhalten. Sie weisen Gruppen etwa darauf hin, dass sie nicht zu fünft nebeneinander gehen sollen, um nicht den Weg zu versperren. Einige Wege im Zoo können nur in einer Richtung begangen werden, um Begegnungen auf engen Wegen zu vermeiden. Auch Toiletten dürfen nur einzeln betreten werden, damit sich die Zoobesucher nicht begegnen. Auf den Spielplätzen haben die Hygienescouts ein Auge darauf, dass Eltern und Kinder den Abstand zu anderen einhalten. „Wir nehmen es uns heraus, diejenigen vor die Tür zu setzen, die nicht gewillt sind, den Abstand zu halten. Sie gefährden das ganze Sicherheits- und Infektionsschutzkonzept“, sagt Lawrenz. Das Gros der Besucher gebe positive Rückmeldungen auf die Maßnahmen.

„Insgesamt wirkt der Zoo leer, nur manchmal knubbelt es sich ein bisschen“, sagt Arne Lawrenz. Gerade mittags, wenn alle Hunger bekommen und sich an den Kiosken, der Zootruhe oder im Okavango Getränke und Snacks zum Mitnehmen kaufen, bilden sich schonmal Schlangen.

Nachjustieren müsse der Zoo mit Kleinigkeiten – etwa zusätzliche Schilder aufstellen, um die Besucher daran zu erinnern, dass sie sich auf einer Einbahnstraße befinden. „Wir verbrauchen extremst viel Seife“, sagt Lawrenz, der am Montag eine neue Bestellung aufgeben musste, da die Seifenspender die Dauerbenutzung nicht gut überstehen. Im Großen und Ganzen habe der Zoo aber viel Zeit gehabt, sich auf die Wiedereröffnung vorzubereiten.

Am Himmelfahrts-Wochenende war der Zoo voll ausgebucht. Das heißt in Corona-Zeiten, dass maximal 1000 Zoobesucher vormittags und 1000 am Nachmittag ein Ticket online buchen können. Ohne eine vorherige Anmeldung für ein festes Datum und ein Zeitfenster ist kein Zugang möglich. Mit dieser Maßnahme sollen Warteschlangen am Eingang vermieden werden.

„Wir haben das vor dem Eingang aufgebaute Labyrinth nicht gebraucht, weil das Onlinesystem so gut funktioniert“, sagt Lawrenz. Der Eingangs- und Ausgangsbereich wurde getrennt, damit ankommende Zoobesucher nicht mit denen zusammentreffen, die gerade gehen.

Ohne Corona wäre es ein „Bombenjahr“ geworden

Am Montag waren am Vormittag schon 1600 Buchungen eingegangen. Das sind mehr als sonst an einem Wochentag mit nicht so schönem Wetter. „Der Zoo ist gerade eine tolle Abwechslung für Menschen, die im Homeoffice arbeiten und deren Kinder weder in die Schule noch in die Kita gehen können“, sagt Lawrenz. Finanziell müsse man noch sehen, ob sich die Öffnung lohne. Das Onlinesystem und die Hygienescouts verursachten zusätzliche Kosten bei gleichzeitigen geringeren Besucherzahlen. Angesichts dessen blutet dem Zoodirektor manchmal das Herz.

An „guten Wochenenden“ kann der Grüne Zoo normalerweise täglich mit zwischen 5000 bis 7000 Besuchern rechnen. „Mit der neuen begehbaren Freifluganlage Aralandia und zwei Elefantenbabys wäre das ein Bombenjahr geworden“, sagt Arne Lawrenz.

Hintergrund

Abstand müssen die Besucher zu Affen und Großkatzen halten. „Bei Primaten weiß man noch nicht, ob sie das Coronavirus übertragen“, sagt Arne Lawrenz. Bei Katzen sei bekannt, dass sie den Virus übertragen. Deshalb sorgen bauliche Maßnahmen dafür, dass Zoobesucher nicht näher als zwei Meter an die Gehege herankommen.

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