Bergische Universität

50 Jahre Uni Wuppertal: „Wir sind stolz auf diesen Werdegang“

Erster Spatenstich für den Campus Grifflenberg am 3. November 1972 mit Johannes Rau und NRW-Finanzminister Hans Wertz.
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Erster Spatenstich für den Campus Grifflenberg am 3. November 1972 mit Johannes Rau und NRW-Finanzminister Hans Wertz.

Am 1. August vor 50 Jahren wurde die Bergische Universität Wuppertal gegründet.

Von Katharina Rüth

Wuppertal. Der 1. August 1972 ist das Gründungsdatum der Gesamthochschule Wuppertal und heutigen Bergischen Universität Wuppertal. Ein wichtiges Datum für die Bildungslandschaft in NRW und für das Bergische Land. Das Jubiläum begeht die Hochschule mit einem Festjahr, das bereits seit Anfang 2022 gefeiert wird.

Zu verdanken hat Wuppertal die Einrichtung der Hochschule vor allem Johannes Rau, der sich als SPD-Ratsfraktionsvorsitzender, Landtagsabgeordneter und Oberbürgermeister für eine solche Einrichtung in seiner Heimatstadt einsetzte.

Als NRW-Wissenschaftsminister trieb er die Gründung von Gesamthochschulen im Land voran und setzte mit politischem Geschick durch, dass auch Wuppertal eine solche erhielt. Damit erfüllte sich auch für viele andere in der Stadt der lange gehegte Wunsch, jungen Menschen der Region beste Ausbildungsmöglichkeiten zu bieten.

Von Beginn an eine bergische Bildungseinrichtung

Zur Gründung wurden schon bestehende Bildungseinrichtungen zusammengefasst. Damit können Teile der Bergischen Universität auf eine mehr als 100 Jahre längere Geschichte zurückblicken. Zu den Vorgänger-Institutionen gehörten die Staatlichen Ingenieurschulen für Maschinenwesen und Elektrotechnik in Wuppertal und Remscheid, die Textilingenieurschule, die Staatliche Ingenieurschule für das Bauwesen, die Werkkunstschule, die Höhere Fachschule für die Grafische Industrie und die Pädagogische Hochschule.

Das offizielle Gründungsdatum ist Dienstag, der 1. August 1972, am Donnerstag, 3. August 1972 erklärte Wissenschaftsminister Johannes Rau die Gesamthochschule Wuppertal für eröffnet. 3473 Studentinnen und Studenten waren an den verschiedenen bestehenden Bildungseinrichtungen eingeschrieben.

Als Standort für einen eigenen Campus für die neue Hochschule einigte man sich auf den Grifflenberg, wo schon die Staatliche Ingenieurschule seit 1969 einen Standort hatte. Andere Ideen wie die Hardt, der Steinbecker Bahnhof oder Lichtscheid wurden verworfen. Am 3. November 1972 machte Johannes Rau den offiziellen ersten Spatenstich, bald prägten Baukräne das Bild auf der lange unbebauten „Schreiners Wiese“. Im März 1977 wurden die Neubauten am Grifflenberg bezogen, am 24. Oktober fand die offizielle Schlüsselübergabe statt.

Seit ihrem Beginn hat sich die Bergische Universität Wuppertal, wie die Hochschule seit 2003 heißt, enorm weiterentwickelt. Die Zahl der Studierenden wuchs auf heute rund 23 000, sie kommen aus mehr als 110 Nationen. Es gibt 9 Fakultäten, 31 Fächer und mehr als 110 Studiengänge. 4000 Menschen sind an der Uni beschäftigt.

Die Uni ist weltweit vernetzt, hat Partnerverträge mit 150 Hochschulen von den USA bis Japan. Forscher betreiben Spitzenforschung, sind etwa am berühmten Teilchenbeschleuniger Cern bei Genf beteiligt. Die Menge der eingeworbenen Drittmittel lag 2021 bei 45 Millionen Euro.

Gleichzeitig pflegt die Hochschule die Kooperation mit Unternehmen und Institutionen in der Region, ist etwa am Branchenzusammenschluss Automotiveland NRW und der Digitalisierung von Ampeln beteiligt. Von einer „Erfolgsgeschichte“ spricht der noch amtierende Rektor Lambert T. Koch: „Wir sind stolz auf diesen Werdegang.“

Auch räumlich hat sich die Uni vergrößert, zum Hauptcampus Grifflenberg und dem historischen Standort Campus Haspel kam ab 1999 die ehemalige Generaloberst-Hoepner-Kaserne als Campus Freudenberg dazu. Derzeit werden in der Rathaus-Galerie Flächen für den Fachbereich Psychologie eingerichtet und in die ehemalige Bahndirektion am Döppersberg wird 2025 das Institut für Bildungsforschung einziehen. Auch das Gebäudeensemble auf dem Grifflenberg ist gewachsen, zuletzt kamen zwei Gebäude für die Naturwissenschaften dazu, gleichzeitig müssen die bestehenden Gebäude saniert werden.

Rektor Lambert T. Koch übergibt Ende des Monats sein Amt

Die Universität begeht das Jubiläum mit vielen Veranstaltungen im ganzen Jahr. Es gab und gibt Vorträge, Diskussionsveranstaltungen, Ausstellungen und Führungen. 6500 Besucher kamen zum Tag der offenen Tür im Mai, 115 000 Besucher aus aller Welt besuchten den ins Jubiläumsjahr verschobenen studentischen Bauwettbewerb „Solar Decathlon“ im Juni am Bahnhof Mirke.

Der offizielle Festakt, wegen Corona verschoben, findet nun am 26. August in der Historischen Stadthalle statt – gleichzeitig mit der Amtsübergabe: Der langjährige und mehrfach ausgezeichnete Rektor Lambert T. Koch verabschiedet sich und die neue Rektorin Birgitta Wolff übernimmt das Amt.

Hackerangriff

Nach einem Hackerangriff auf die IT-Infrastruktur vor elf Tagen läuft der Betrieb immer noch eingeschränkt. Prüfungen können zwar in der Regel stattfinden, Online-Lernangebote sind aber eingeschränkt. Mehr Infos für Betroffene gibt es hier.

Führungen

1. August/22. Oktober: Universitätsstadt Wuppertal, auf den Spuren der Erfolgsgeschichte

13. August:
Kunst auf dem Campus

25. September:
Das Uni-Arboretum

Anmeldung:
Tel. (02 02) 5 63-22 70; www.wuppertalshop.de

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