Einkaufsmeile

Wie sich der Elberfelder Wall verändert hat

Heute gibt es am Wall gleich hinter der Wupper eine breite Straße und daneben moderne, urbane Neubauten – unter anderem das HolidayInnExpress-Hotel.
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Heute gibt es am Wall gleich hinter der Wupper eine breite Straße und daneben moderne, urbane Neubauten – unter anderem das HolidayInnExpress-Hotel.

Wuppertal. Google Streetview ermöglicht einen Vergleich mit der Straße vor 15 Jahren.

Von Daniel Neukirchen und Anne Palka

Früher war zwar nicht unbedingt alles besser – auch nicht am Wall – aber es war in jedem Fall durch die Bäume an der Straße grüner.

Der Wall ist eine der repräsentativen Innenstadtstraßen in Elberfeld. Aber wie hat sich die Einkaufsmeile zwischen Wupper und Neumarkt über die vergangenen 15 Jahre entwickelt? Heute ist der Wall eine gewundene Asphaltstrecke ohne Grün. Das war 2008 anders. Zwölf größere Bäume prägten mit ihren ansehnlichen Kronen das Bild. Am Straßenrand parkten Autos und Taxis, die einst nicht nur am Neumarkt ihren Stellplatz hatten. Dafür gab es damals noch keine Radwege. Die Bäume wurden im Rahmen des Wall-Umbaus gefällt und fielen bei dem neuen Konzept hinten runter.

Ein Ankermieter zur Wupper hin an der Schloßbleiche war 2008 die Textilkette „P&C“. Die war nämlich übergangsweise in diese Immobilie, das Haus von Koch, gezogen, um am anderen Ende des Walls neu zu bauen. Dort war nämlich das unansehnliche ehemalige Hertie abgerissen worden, um Platz für eine neue Verkaufsfläche für „P&C“ zu schaffen. Im gleichen Bau ist heute auch die Modekette „Snipes“ zu finden. Am Standort Haus am Koch sind inzwischen Mieter wie eine Steuerberatungsgesellschaft und die Barmer Krankenkasse zu finden – und ganz am Ende der Discounter „Kik“.

Auf der rechten Seite an der Ecke Schloßbleiche hatte einst die Westdeutsche Zeitung eine Geschäftsstelle, die inzwischen am Islandufer zu finden ist. Heute sind an der Ecke in einem Neubau ein Kebab-Haus – dessen Eröffnung sich schon seit Monaten hinzieht – und das neue Hotel „Holiday Inn Express“ zu finden. Eine Konstante folgt dann auf dem Weg in Richtung Neumarkt auf der linken Seite: das Strumpffachgeschäft Wegner, das die Zeit überdauert hat.

„Der Kaufhof ist von ganz zentraler Bedeutung.“

Thomas Kring

An der Kreuzung mit der Kirchstraße der nächste Mieterwechsel – auch wieder in Richtung Discounter. 2008 war an der Ecke auf der rechten Seite noch die Textilkette „Sinn Leffers“ ansässig, während heute „Woolworth“ mit Billig-Artikeln lockt und auf der Rückseite ein Süßwaren-Outlet eröffnet hat. Gegenüber damals wie heute: Optik Michalik.

Hinter der bis heute bestehenden Burg Apotheke brachte einst „Salamander“ Schuhe unter das Volk. Heute ist das die Adresse der Drogerie-Kette „dm“. Auf der linken Seite ging es vor 15 Jahren weiter mit dem Kleidungsgeschäft „Cecil“ und der „Sportarena“. Dort gibt es heute mit „Müller“ den nächsten Drogeriemarkt. Auf der rechten Seite ist das Schuhgeschäft „Deichmann“ geblieben. Allerdings ist „Foto Leimbach“ verschwunden. Dafür gibt es Lederwaren bei „Hausfelder“.

Weiter zum Neumarkt: Der Bäcker Dahlmann ist auf der rechten Seite geblieben und auf der linken Seite entstand im Sommer 2008 der neue „P&C“-Standort. Am Neumarkt gibt es wenige Veränderungen, wenn man einmal von den unterirdischen Toiletten absieht, die nicht mehr in Betrieb sind. Die Kaffee-Haus-Kette Starbucks ist seit Ende 2020 weg (inzwischen am Döppersberg zu finden) und Kyto Coffee brüht jetzt den Cappuccino. Noch immer weht die Außenwerbung von Galeria Kaufhof. Ob angesichts der schwierigen finanziellen Situation des Warenhauses wieder ein großer Wechsel am Wall ansteht?

„Der Kaufhof ist von ganz zentraler Bedeutung für die Zukunft des Walls“, sagt der Elberfelder Bezirksbürgermeister Thomas Kring. Er betont, dass der Wall in seinem jetzigen Zustand nicht bleiben soll, „er ist in einem Interimszustand“. Während der Umgestaltung des Döppersbergs fuhren dort Busse in beide Richtungen, für die Platz geschaffen wurde. Nun ist der Wall wieder Einbahnstraße, zumindest für motorisierte Fahrzeuge, für Radfahrer ist ein Streifen in Gegenrichtung freigegeben.

Bis der Wall wieder verändert wird, werde es noch dauern. „Das hängt von der Neugestaltung der Innenstadt und des Neumarkts ab“, vom innerstädtischen Mobilitätskonzept und den zukünftigen Fahrplänen des öffentlichen Nahverkehrs. Im Zusammenhang mit der Qualitätsoffensive habe es neue Ideen gegeben, bei den Bauarbeiten Verzögerungen gegeben. „In 20 Jahren soll der Wall aber nicht mehr so aussehen wie jetzt.“ Auf die Mischung der Geschäfte am Wall hat die Politik keinen Einfluss. Schade findet Thomas Kring, dass Textildiscounter Kik im Neubau an der Ecke ist, sagt aber: „Insgesamt empfinde ich die Mischung der Geschäfte am Wall nicht als katastrophal.“

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