Publikumslieblinge

Wie Elefant Bali die Besucher unterhält

Die Elefanten sind im Wuppertaler Zoo Publikumslieblinge.
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Die Elefanten sind im Wuppertaler Zoo Publikumslieblinge.

Wuppertal. „Highlights-Führung“ durch den Wuppertaler Zoo.

Von Martin Juhre

Es pladdert ganz schön auf die Gruppe, die sich da am Zooeingang versammelt hat. Eine „Highlight-Führung“ steht an. Und zum fröhlich grünen Schirm der Führerin vom Zooverein gesellt sich ein buntes Spektrum an Besucherschirmen: Schirme in gedeckten Farben, durchsichtige und ein Spontankauf aus dem Zooladen mit bunten Papageien. Knapp 20 Besucherinnen und Besucher finden unter diesen Schirmen Schutz, die drei Kinder tragen Mütze oder Kapuze. Und los geht es, immer dem grünen Schirm hinterher. Erste Station: Aralandia.

Oben unter einem der Pfeiler, die das Stahlnetz der Fluganlage tragen, hat sich ein Schwarm Sonnensittiche einen trockenen Platz gesucht. Zwei leuchtend blaue Hyazinth-Aras streichen über die „Highlight-Gruppe“ hinweg. Und die erfährt, dass Aralandia eine Art Singlebörse für Aras aus ganz verschiedenen Zoos bietet. Ara-Paare halten ein Leben lang zusammen, ein Ara bleibt nicht gern allein. Hat sich ein Paar gefunden, bleibt es in Wuppertal oder zieht in den Zoo des Gast-Aras. Es sind die Geschichten und Hintergrundinformationen, die diese Tour zu etwas Besonderem machen, lebendig und mit Liebe und Herzblut erzählt.

Was die Bärin tut, wenn sie keinen Besuch empfangen will

Warum gibt es zum Beispiel im Wuppertaler Zoo zwei Gruppen von Zwergziegen? Die erste war für den Streichelzoo vorgesehen. Die Anlage war aber noch nicht fertig, die Ziegen wohnten solange bei den Zebras. Dann kam der Umzug, und die Ziegen protestierten. Lautstark. Tagelang. Ihr Credo: Nicht ohne meine Zebras. Und sie hatten den längeren Atem. Sie durften zurück, für den Streichelzoo gab es neue Ziegen.

Immer wieder werden Fragen gestellt. Die Erwachsenen fachsimpeln über Aus- und Umbau und Zuchtprogramme. Die Kinder wollen andere Dinge wissen. Im Tunnel der Pinguin-Anlage, wo man die Eselspinguine um sich herum beim Tauchen beobachten kann, schwimmt einer der Pinguine über den Besucherköpfen. Kleine Bläschen steigen hinter ihm auf. Hat der jetzt gepupst? „Nein“, sagt die Führerin, „das sind Luftbläschen. Da gibt es eine Drüse, mit dem Sekret machen sie ihr Gefieder wasserdicht. Und dabei kommt auch immer ein bisschen Luft mit rein.“ Der Eselspinguin schießt los und hinterlässt fast so etwas wie einen Kondensstreifen aus Luftbläschen.Die nächste Kinderfrage wird bei den Rentieren gestellt und muss mit einigem Fingerspitzengefühl behandelt werden. „Leiht der Weihnachtsmann hier die Rentiere aus?“ „Das darf ich doch nicht sagen“, antwortet die Zooführerin. Sie sucht Blickkontakt mit dem Vater. Der nickt kaum merklich. „Aber schau‘ her“, sagt die Führerin darauf zu dem Mädchen. Und nickt ganz doll. Das guckt darauf noch einmal auf die Rentiere. Die wirken nach den Weihnachtsstrapazen ganz ausgeruht und entspannt.Vorbei geht es bei den Rothunden. „Die können auch durch zwei Tunnel in das Gehege unserer Bärin wechseln“, erzählt die Führerin. „Und wenn sie mal keine Lust hat auf Besuch, dann legt sie sich mit ihrem großen Rücken vor die Tunnelausgänge.“

Auf dem Freigelände der Elefantenanlage hat Chefin Sabie ihre Herde immer im Blick. Und auch stets ein Auge auf die kleine Mali. „Mali ist jetzt drei Monate alt“, sagt die Führerin. Und während sie über Elefanten im Allgemeinen und die Wuppertaler Elefanten im Besonderen erzählt, wuselt Mali durchs Gelände. Beobachtet interessiert, wie ihre Tante sich einen Weihnachtsbaum über den Rücken zieht. Läuft schnell zu den anderen, weit größeren Jungelefanten, um zu gucken, was die gerade zu untersuchen haben. Klettert auf einen Felsblock, sieht fast so aus, als wäre sie richtig stolz auf diese Leistung. Jetzt ist sie fast so groß wie die etwas älteren Jungelefanten. Eilig steigt Mali wieder runter und beginnt mit ausdauernden Ausgrabungen im Sand.

Nach über eineinhalb Stunden endet die Highlight-Führung durch den Grünen Zoo Wuppertal im Menschenaffenhaus mit warmem Applaus. Jeder zieht seiner Wege. Yannik (6) und Familie schauen noch zu, wie eine Affenmahlzeit zubereitet wird. Wie war die Tour? Schon ok, findet Yannik. „Aber jetzt tun meine Füße weh.“ Und er scheint ähnliche Gedanken wie Mali zu hegen. „Ich will auf den Spielplatz.“

wuppertal.de/zoo-wuppertal

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