Konzert

Wenn Musiker auf Pinguine treffen

Esther Klose (Marketing und Öffentlichkeitsarbeit) und Orchestermanager Benjamin Reissenberger zeigen das Programmheft. Foto: Stefan Fries
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Esther Klose (Marketing und Öffentlichkeitsarbeit) und Orchestermanager Benjamin Reissenberger zeigen das Programmheft. 

Sinfonieorchester Wuppertal stellt neues Spielzeitheft vor.

Von Monika Werner-Staude

Wuppertal. Das Motto hat eine Vorgeschichte. 2017/18 formulierte die Generalmusikdirektorin im Programmheft: „Die Stadt ist in Bewegung und wir mit ihr!“ Was Julia Jones durchaus ernst meinte und umsetzte. Eines ihrer Herzensformate, „Uptown Classics“, steht symbolisch für diesen Satz, weil sich hier das Sinfonieorchester in die Stadt hinein bewegt.

Daran haben sich die Macher des aktuellen Spielzeitheftes erinnert, als sie im Oktober 2019 mit der Arbeit daran begannen. Ihre Protagonisten sind die gleichen: Die Musiker selbst, die als nahbare Menschen, nicht als abgehobene Künstler präsentiert werden. Und zunehmend Spaß am „Model-Job“ entwickeln. 2019/20 spielte das Orchester noch Gesellschaftsspiele wie „Vier gewinnt“, Schach oder den Klassiker „Mensch ärgere dich nicht“ im Programmheft. Nun tauchen die Musiker an verschiedenen Orten in der Stadt auf.

„Wir bewegen die Stadt. Die Stadt bewegt uns“ ist das Motto der Bilderwelt im aktuellen Programmheft – bewusste Weiterleitung des Jones’schen Spruchs. „Es geht uns um die Wechselwirkung der Stadt auf uns und von uns auf die Stadt. Eine sehr kreative Stadt, das Orchester will da mitgestalten, mitgehen, nicht stehen bleiben“, erklärt Esther Klose, die Marketing und Öffentlichkeitsarbeit bei Bühnen und Sinfonieorchester verantwortet. Heißt: Die Musiker bewegen mit ihren Instrumenten nicht nur Klänge und mit diesen im besten Falle auch die Zuhörer – im Konzert und auf der Bühne. Sie bewegen sich selbst. Zu Shootingorten einer Stadt, „in der sie ja selbst leben, arbeiten und sich eben bewegen“, so Klose. Gemeinsam mit dem Fotografen Uwe Schinkel strömten Musiker und Musikerinnen des Sinfonieorchesters drei Tage lang durchs Tal.

Einerseits wurde das Foto-Format so geöffnet und freier, andererseits aber durch andere Anforderungen eingeengt. Wegen der feinen Arbeitskleidung in schwarzer Abendrobe musste vor der kalten Jahreszeit fotografiert werden. Außerdem bedeutete der Ausflug in die Stadt eine aufwendige Locationrecherche. Der Fotograf lichtete die Protagonisten schließlich im Zoo, im Paternoster des Rathauses, in den Cityarkaden, an der Schwebebahn oder einfach beim Queren einer Straße ab. Man muss allerdings genauer hinschauen, um zu erkennen, wo die jeweilige Aufnahme entstand.

Skater verweist auf Don Quichotte, Pinguine erinnern an Winterträume

20 Fotos verteilen sich im Heft. „Eine einheitliche Bilderwelt, die eine geschlossene Geschichte erzählt“, sagt Klose. Fotos, die den Veranstaltungen zugeordnet werden mussten. Was nur scheinbar eine schwierige Aufgabe und im Hinblick auf die Coronakrise fast schon eine vorausschauende Vorgehensweise war. „Dabei kam uns zupass, dass Julia Jones immer einen roten Faden im Programm hat“, erklärt Orchestermanager Benjamin Reissenberger. So steht das Foto, das drei Musikerinnen auf der Skateranlage an der Nordbahntrasse in Wichlinghausen zeigt, wo gerade ein junger Mann einen waghalsigen Salto hinlegt, neben dem ersten Sinfoniekonzert. Dessen Titel „Held von Welt“ wiederum spiegelt Foto und Programm, das unter anderem mit dem „Don Quichotte“ von Richard Strauss aufwartet.

Oder: Drei Musiker besuchen die Pinguinanlage des Zoos – Illustration des fünften Sinfoniekonzerts, das den Titel „Der aus der Kälte kam“ trägt. Was bestens zu Tschaikowskis „Winterträumen“ passt, die in der Veranstaltung gespielt werden sollen.

Bleibt nur noch die Unwägbarkeit der Pandemie-Entwicklung. Zwar wurden die Programminhalte im Juni ins Netz gestellt. „Anpassungen wird es aber geben müssen“, schränkt Reissenberger ein.

Das Sinfonieorchester eröffnet die Saison am 29. August im Großen Saal der Historischen Stadthalle. Auf dem Programm des Konzerts stehen das Triplekonzert und die 7. Sinfonie A-Dur von Ludwig van Beethoven.

Das Programm liegt an zahlreichen bekannten Stellen im Bergischen Land aus.

sinfonieorchester-wuppertal.de

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