Laut Medienberichten

Weiterer IS-Terrorist aus Solingen getötet

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Bei einer Demonstration am 1. Mai 2012 kam es zu massiven Ausschreitungen. Kurz darauf wurde der Solinger Moscheeverein verboten, einige Salafisten schlossen sich dem IS an.

SOLINGEN Er soll Propaganda-Videos gedreht haben.

Von Stefan Prinz

Die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) hat offensichtlich ein weiteres ihrer Mitglieder aus Solingen verloren. Aus informierten Behördenkreisen heißt es, dass Badr A. 2017 bei einem Drohnenangriff getötet wurde. Zuerst hatte die Bild-Zeitung über den Fall berichtet. Das Auswärtige Amt hat zu diesem Fall allerdings keine eigenen Erkenntnisse, teilt das Ministerium auf Nachfrage mit.

Badr A. gilt als Mitarbeiter der Propaganda-Abteilung der Terrororganisation. Er soll an der Produktion von hochauflösenden Videos beteiligt gewesen sein, in denen die Ermordung von Gefangenen regelrecht inszeniert wurde. Dem Solinger wird zugerechnet, auch an einem Mord-Video in den Ruinen der antiken Wüstenstadt Palmyra in Syrien beteiligt gewesen zu sein. Nach dem Tod von Badr A. sollen bei späteren Drohnenangriffen auch seine Frau und seine Kinder ums Leben gekommen sein.

In Solingen habe Badr A. aktiv Vereinssport betrieben und sich dem salafistischen Moscheeverein „Millatu Ibrahim“ angeschlossen. Dieser hatte seit 2008 seinen Sitz in Solingen, ehe er vier Jahre später vom Bundesinnenminister verboten wurde.

Bekanntes Mitglied dieser Solinger Organisation war der deutsche Rapper Denis Cuspert, der zuvor in Berlin unter dem Namen „Deso Dogg“ auftrat und sich dann der Terrororganisation anschloss. Die Behörden gehen davon aus, dass auch er tot ist.

Mehrere tote Terroristen aus der Klingenstadt

Mehrere Solinger hatten sich in den vergangenen Jahren dem IS angeschlossen und waren in Syrien zu Tode gekommen. Dazu zählt auch Silvio K. Der Salafist, der zeitweise einer der führenden Köpfe von Millatu Ibrahim war, soll vom Islamischen Staat umgebracht worden sein. Der Grund: Silvio K. hatte sich offenbar von der Terrororganisation losgesagt.

Auch der 27-jährige Solinger Sami J. soll ums Leben gekommen sein – bei einem Selbstmordanschlag. Sami J. hat für den verbotenen Moscheeverein Gelder verwaltet und trat als Prediger auf.

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