Höchster Punkt Wuppertals

Ein Wasserturm wird zum Leuchtturm

In der Dämmerung und bei Dunkelheit ist der Lichtscheider Wasserturm auf den Wuppertaler Südhöhen neuerdings ein Blickfang. 

WUPPERTAL Das Lichtscheider Wahrzeichen erstrahlt nach der Sanierung in verschiedenen Farben. 600 LED-Lämpchen machen Schauspiel möglich.

Von Friedemann Bräuer

Seit einigen Tagen hat der Begriff Lichtscheid eine neue Bedeutung. Pünktlich mit dem Untergang der Sonne gingen nämlich die Lichter an, und der dortige Wasserturm erstrahlte vor vielen staunenden Zuschauern in den Farben des Regenbogens. Nach den einjährigen Sanierungsarbeiten an dem 1975 erbauten Wasserturm war die farbenprächtige Illumination der abschließende Höhepunkt, über den sich Barmens Bezirksbürgermeister Hans Hermann Lücke und Thomas Helbig, Geschäftsführer der ISG Barmen, besonders freuten. Denn sie waren es, die die Idee zum nun allnächtlich erstrahlenden Lichterglanz am höchsten Punkt Wuppertals hatten, der sich auch Harald Scheuermann- Giskes, Ronsdorfer Bezirksbürgermeister, gern anschloss.

Illuminierter Turm soll den Weg nach Barmen weisen

Helbig und Lücke hatten Martin Bickenbach, den Geschäftsführer der Wuppertaler Stadtwerke und der AWG, auf das Beleuchtungskonzept angesprochen, das weithin den Weg nach Barmen weisen sollte, und waren auf spontane Zustimmung gestoßen. Bickenbachs Kollegen Andreas Feicht und Markus Schlomski in der Geschäftsführung der WSW waren von dem Gedanken ebenfalls angetan, und auch Straßen NRW hatte gegen das auch in Remscheid noch sichtbare „Leuchtturmprojekt“auf Wuppertals Südhöhen nichts einzuwenden.

ZAHLEN ZUM TURM

ZWECK Der Wasserturm auf Lichtscheid versorgt die Südhöhen und Ronsdorf mit Wasser aus der Herbringhauser Talsperre. 

DATEN Durchmesser des Fundaments 10,50 Meter, Höhe 53,90 Meter, äußerer Durchmesser 5,04 Meter. Das Gesamtgewicht beträgt 3240 Tonnen, davon sind rund 1540 Tonnen Trinkwasser. 

GESAMTHÖHE Mit Antenne hat der Turm eine Höhe von rund 58 Metern. Die Tasse hat einen Durchmesser von 27 Metern.

Nach der Sanierung der Betonfassade und dem Aufbringen von 25 Millimetern Spritzbeton und stark reflektierender Farbe konnten die sechs jeweils 20 Kilogramm schweren Scheinwerfer angebracht werden. 600 energieeffiziente LED-Lämpchen erzeugen rund um den Wasserturm eine Lichtleistung von 50 000 Lumen und sollen computergesteuert jeweils nach Sonnenuntergang bis zum Sonnenaufgang des folgenden Tages erstrahlen und die dunklen Nachtstunden erhellen. „Die Energiekosten pro Tag liegen noch unter einem Euro“, erklärte Martin Bickenbach zufrieden und wies auch darauf hin, dass die LED-Strahler erheblich insektenfreundlicher sind als die herkömmliche Lichttechnik.

Beleuchtet werden nur der Turmschaft und die rund 1000 Quadratmeter große Unterseite des Wasserturms, so dass der Strahlungskegel präzise am Rand des Wasserturms endet. „Wuppen wir‘s“, der Slogan der WSW, war eine der Aufschriften, die die Technik an die Unterseite der Plattform in rund 50 Metern Höhe gezaubert hatte.

Wobei allerdings der Idee, den Turm und die Beleuchtungstechnik nun auch für Werbezwecke kommerzieller Unternehmen nutzen zu können, gleich eine Absage erteilt wurde. „Das erlaubt das Straßenverkehrsamt nicht“, erklärte Martin Bickenbach.

Er ließ aber durchblicken, dass man zukünftig bei der Gestaltung der Beleuchtung durchaus auf aktuelle Ereignisse reagieren könne. „So etwa beim angepeilten Aufstieg des BHC in die Handball-Bundesliga oder auf die Fußballweltmeisterschaften in diesem Sommer und im nächsten Jahr auf das Stadtjubiläum.“ Da die Farben Rot und Blau natürlich auch zum Repertoire der fröhlichen Beleuchtungstechnik gehören, wäre es für WSW und AWG ein besonderes Vergnügen, wenn man auch dem WSV bei einem erhofften Aufstieg in die dritte Liga seine Referenz erweisen könnte.

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