Kurioser Ortsname

Warum die Warn-App Nina die Wuppertaler „Bratwurst“ anzeigt

So zeigt die Nina-App die Bratwurst an. 
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So zeigt die Nina-App die Bratwurst an. 

Viele Nutzer der App staunten nicht schlecht, als der Name auf der Landkarte auftauchte.

Von Manuel Praest

Wuppertal. Die Warn-App Nina hatte in den vergangenen Tagen wenig erfreuliche Nachrichten für die Wuppertaler. Zumindest hat ein kurioser Ortsname allerdings für ein bisschen Erheiterung gesorgt: Im Display der Smartphones tauchte nämlich auf der Landkarte oberhalb Wuppertals das Wörtchen Bratwurst auf. Ein Umstand, der auch in den Sozialen Netzwerken für Diskussionen sorgte. Werbung für einen Fleischbräter, so eine der Vermutungen, war es allerdings nicht. Und auch einen Grill oder Ähnliches findet man dort nicht - ebenso wenig Senf und Brötchen in der Umgebung. Bratwurst bezeichnet eine Ortslage in Wuppertal - die aber offensichtlich vor allem noch Google, das das Kartenmaterial für die App stellt, verwendet. Ein Ortsschild oder ähnliches gibt es nicht. Viele Wuppertaler, selbst nach eigener Auskunft „Eingefleischte“, kannten die Bratwurst jedenfalls nicht, was die Beiträge bei Facebook & Co. offenbarten.


Auf alten Karten war die Bratwurst allerdings schon eingezeichnet, hatten Wolfgang Nicke vom Bürgerverein Uellendahl und Anwohner Jürgen Markolf vor einigen Jahren beim Ortstermin erklärt, als die WZ sich auf die Spuren des Namens begab. Damals stand am Westfalenweg 198 noch ein letztes Überbleibsel des Kottens, der dem Ort wohl einst den Namen gab. Mittlerweile hat der kleine Restbau aber auch Platz gemacht für neue Wohnhäuser.

Doch warum heißt die Bratwurst denn jetzt Bratwurst? Laut Nicke seien es wohl eher Vermutungen als gesicherte Informationen. Die wahrscheinlichste Erklärung, so hieß es beim Ortstermin: An der Bratwurst gab es früher wirklich Bratwurst. Denn der Hof lag damals an einer sogenannten Altstraße. „Die führten wie die Heeresstraßen nicht durchs Tal, weil es dort zu feucht war und außerdem die Gefahr von Überfällen bestand“, erläuterte Nicke, der sich mit der Historie beschäftigt hat. Also ging’s über die Höhenlage.

An dem Ort lag früher eine Versorgungsstation

Die Kohlenstraße, so hieß der Westfalenweg damals, war ein wichtiger Handelsweg zwischen Sprockhövel und dem selbstständigen Elberfeld – und der Hof an der Bratwurst war eine Versorgungsstation. „Die Pferde mussten saufen und die Kutscher auch“, erzählte Markolf schmunzelnd. Und was passte besser zum Bier als eine leckere Bratwurst? Passenderweise gab es in der Nähe ja auch noch zwei Höfe „An der Rost(er)“.

Die Bratwurst – also der Ort – lag bis 1929 an der Stadtgrenze von Elberfeld zu Dönberg, was damals bekanntlich zu Hardenberg (ab 1935 Neviges) gehörte. In den 1930er Jahren, so Nicke, verschwand dann auch der Name Bratwurst aus den meisten Kartenwerken - Google wiederum scheint Fan der alten Bezeichnung sein. Die Bratwurst erlebte ihr Revival.

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