App aus dem Tal warnt vor Gefahren

Die App von Niklas Niederprüm verteilt Sheriff-Sterne auf der Karte. So können Reisende die Sicherheitslage leichter einschätzen. Fotos: N. Niederprüm
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Die App von Niklas Niederprüm verteilt Sheriff-Sterne auf der Karte. So können Reisende die Sicherheitslage leichter einschätzen. Fotos: N. Niederprüm

Corona-Virus, Krieg, Kriminalität - das Programm von Niklas Niederprüm informiert Reisende.

Von Andreas Boller

Wuppertal. Der Wuppertaler Niklas Niederprüm hat die App Travelsheriff entwickelt, die es Reisenden ermöglicht, in Echtzeit per Handy Reiseinformationen aus aller Welt abzurufen. Zudem können sich registrierte Nutzer über diese Plattform über aktuelle Reisewarnungen austauschen, oder Tipps für Reiseziele geben. Ein goldener Sheriff-Stern ist das Logo der neuen App, die bisher noch von einer relativ kleinen Gruppe genutzt wird.

Seit etwa anderthalb Monaten ist die App im App-Store erhältlich. „Etwa 150 Nutzer haben sich die App heruntergeladen und sich registriert, aber ich bin mir sicher, dass in den kommenden Wochen und Monaten noch einige hinzukommen werden, denn für viele Menschen wird das Thema sicheres Reisen immer wichtiger“, sagt Niklas Niederprüm, der in Maastricht International Business Finance studiert hat und nun für ein Kommunikationsunternehmen in Düsseldorf arbeitet.

Aktuell löst das Coronavirus Verunsicherungen unter Touristen und Geschäftsreisenden aus - und das längst nicht mehr nur in China. Wer den Travelsheriff aktiviert, der erhält auf einer Weltkarte einen schnellen Überblick über die allgemeine Gefahrenlage. Rot sind Länder wie Afghanistan, Libyen, Syrien oder Somalia gekennzeichnet, für die es eine landesweite Reisewarnung gibt. Wer die rote Ampel für Syrien anklickt, der wird vor militärischen Konflikten, Entführungen, Terror, Mord und allgemeiner Kriminalität gewarnt. Auf gelb steht die Ampel aktuell für China mit Hinweis auf die Provinz Wuhan, wo das Virus die meisten Opfer gefordert hat. Für China haben zwei Nutzer der App bereits weitergehende Informationen zum Ausbruch der Epidemie durch das Coronavirus eingegeben. Auf grün steht die Ampel für Deutschland und den Großteil der europäischen Länder.

„Die Idee für den Travelsheriff hatte ich 2018, als meine Eltern nach Bali fliegen wollten, aber die Urlaubsregion kurz zuvor von einem Erdbeben betroffen war. Über die offiziellen Reisewarnungen hinaus ist es in solchen Fällen sehr hilfreich, ungefilterte Informationen direkt aus der Region zu erhalten“, sagt der 24-Jährige. Außerdem könnten sich die Nutzer über lohnenswerte Ziele oder Reservierungen austauschen. Die App hat er in Indien programmieren lassen, daher kommt etwa die Hälfte der bisherigen Nutzer aus Indien. Anderthalb Jahre dauerte es bis die App fertig war. „In dieser Zeit ist zum Glück niemand anderes auf eine vergleichbare Idee gekommen.“

Was den Nutzen der App ausmacht, ist ihre Aktualität. So wurde von einem User gerade erst der dritte Fall einer Corona-Erkrankung in Kerala in Indien gemeldet. Offizielle Reisewarnungen gibt es aktuell für Indien noch nicht. Über eine Zeitleiste lassen sich die Meldungen nach ihrem Neuigkeitswert filtern.

Die App ist als soziales Projekt angedacht

Einen finanziellen Gewinn erwartet Niklas Niederprüm zunächst nicht, denn dafür sei die Zahl der Nutzer noch zu gering. „Ab zehn Nutzer könnte man Werbung schalten, aber das ist vorerst nicht vorgesehen. Mir geht es vor allem darum, eine gute Idee als soziales Projekt umzusetzen.“

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