Waldverjüngung soll Straßenbau ausgleichen

+
Für Fällarbeiten werden oft Ausgleichspflanzungen geplant – ausgeführt werden diese aber nicht immer wie geplant. Foto: Christian Charisius/dpa

Straßen NRW holt in Wuppertal größere Ersatzpflanzungen für den Ausbau von Autobahn 1 und Landstraße 418 nach.

Von Katharina Rüth

Wuppertal. Der Landesbetrieb Straßen NRW muss für den Autobahn- und Straßenausbau vergangener Jahre in Wuppertal Ausgleichspflanzungen nachholen. Maßnahmen von rund sechs Hektar waren nicht umgesetzt worden, jetzt gibt es ein Konzept zur ökologischen Aufwertung von bis zu zwölf Hektar. Darüber hat das Ressort Umweltschutz in den vergangenen Wochen die politischen Gremien informiert.

Als Straßen NRW die Autobahn A1 sowie die Landstraße L418 ausbaute, wurden auch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen auf insgesamt 60 Hektar Flächen festgelegt. Das heißt, es sollten wie bei anderen Bauprojekten Grünflächen entstehen oder ökologisch verbessert werden, um die Versiegelung der Flächen mit Asphalt auszugleichen.

Insgesamt sechs Hektar fehlten in der Bilanz

Vorgesehen waren zum Beispiel am Burgholztunnel eine Fläche mit Fichten ökologisch umzugestalten, zwei landwirtschaftliche Flächen am Pickartsberg aufzuforsten, am Müllheizkraftwerk einen Parkplatz zu entsiegeln oder an der Otto-Hahn-Straße eine Fläche aufzuforsten. Doch diese vier Maßnahmen konnten ebenso wie weitere acht nicht umgesetzt werden, insgesamt sechs Hektar fehlten in der Bilanz. Denn die Eigentümer der Flächen erhoben Einspruch, Landwirte wollten die Flächen nicht hergeben, der Parkplatz am Müllheizkraftwerk wird weiter von der AWG und die Fläche an der Otto-Hahn-Straße möglicherweise für den Ausbau der L 419 gebraucht.

Die Stadt hat in den vergangenen zwei Jahren mit Straßen NRW ein Konzept erarbeitet, welche Ausgleichsmaßnahmen Straßen NRW stattdessen vornehmen kann. Das Konzept ist derzeit in der Abstimmung mit der Bezirksregierung. Laut Konzept soll Straßen NRW jetzt für die ökologische Aufwertung von sogar noch mehr Fläche sorgen, die der Stadt, dem Land und Straßen NRW gehören. Für 9,3 Hektar sind bereits mögliche Flächen gefunden. Dabei handelt es sich auch um Aufforstungen – bisher 1500 Quadratmeter. Aber weil Landwirte gegen weitere Umwandlungen landwirtschaftlicher Fläche protestieren, zu einem großen Teil um „ökologische Umwandlung“ bestehenden Waldes, bisher rund sieben Hektar.

Ziel einer ökologischen Umwandlung ist ein Wald mit Bäumen unterschiedlichen Alters. Dafür werden im Wald kleinere Flächen („Femellöcher“) bestimmt, auf denen Bäume gefällt werden und neue Bäume nachwachsen können. Diese Flächen werden nach und nach vergrößert. Auf diese Weise sollen die Waldflächen bis 2035 in einen jüngeren, durchmischten Wald verwandelt worden sein. Diese Umwandlung ist vor allem für das Waldgebiet Hasenberg in Uellendahl-Katernberg nördlich und südlich des August-Jung-Wegs vorgesehen. Auf einer Gesamtfläche von rund 6,5 Hektar sollen Roteichen durch Buchen, Wildkirschen, Winterlinden, Bergahorn und Weißtannen ersetzt werden.

„Wir führen bei der Stadt seit 20 Jahren ein Kompensationskataster“, erklärt Heike Oberlüneschloß vom städtischen Ressort Umweltschutz. Dabei hätten sie festgestellt, dass Straßen NRW die festgelegten Ausgleichsmaßnahmen nicht vorgenommen hat. Eigentlich hätten sie zeitgleich mit dem Straßenbau durchgeführt werden müssen. „Diesen Missstand wollten wir abschließend regeln“, erläutert Heike Oberlüneschloß. Um die neuen Ersatzmaßnahmen durchführen zu können, müssten Verträge geändert werden. Da fehlten noch die Erfahrungen. „Das ist ein Pilotprojekt“, erklärt die Stadtmitarbeiterin. Auch Heinrich Mendelin von Straßen NRW weist darauf hin, dass noch nicht alle Abstimmungen abgeschlossen sind. Straßen NRW habe für die Maßnahmen rund 1,1 Millionen Euro bereitgestellt.

LUDWIG

VERFAHREN Die Art der Ausgleichsmaßnahmen wird mit dem Verfahren Ludwig festgelegt. Dabei wird bewertet, wie viel sich die Ökologie durch eine Baumaßnahme verschlechtert. Entsprechend werden auf der anderen Seite Aufwertungen festgelegt.

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Er zeigt Schloss Burgs gruselige Seite

Er zeigt Schloss Burgs gruselige Seite

Schrottsammler fährt selbst einen Schrott-Laster

Schrottsammler fährt selbst einen Schrott-Laster

Springmann: Sohn verklagt Enkel

Springmann: Sohn verklagt Enkel

Bisher elf Störungen bei Schwebebahn

Bisher elf Störungen bei Schwebebahn

Wie eine Familie fast ohne Plastik lebt

Wie eine Familie fast ohne Plastik lebt

Kommentare

Das könnte Sie auch interessieren