Projekt

Waldpfad lässt Märchen aufleben

Gelungene Gestaltung: Michael Heil und Ute Scholl-Halbach am Froschkönigbrunnen. Foto: Stefan Fries
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Gelungene Gestaltung: Michael Heil und Ute Scholl-Halbach am Froschkönigbrunnen.

In Ronsdorf sind bekannte Geschichten hör- und sehbar

Von Bernadette Brutscheid

Wuppertal. Den Märchenerzählpfad in den Ronsdorfer Anlagen haben bereits viele Kinder und Familien erkundet, sind im Wald auf die Suche nach den bunten Mosaiken gegangen, haben sich über das Smartphone die Geschichten angehört.

Die Idee zu dem Anfang Juli eröffneten Märchenerzählpfad kam der Ronsdorfer Mosaik-Künstlerin Ute Scholl-Halbach Ende des letzten Jahres. „Ich wollte, gerade in der Corona-Zeit, ein sinnvolles Projekt mit Kindern und Jugendlichen machen, was man sehen und erleben kann. Gleichzeitig sollte es etwas sein, was alle Kulturen verbindet.“

Der Gedanke an Märchen ist da nicht weit und so kam schnell ein Stein zum anderen: Die Assoziation Märchen – Wald – Mosaik – Hörstation war da. Ute Scholl-Halbach wandte sich unter anderem an Grundschulen und fand viel Resonanz. Ebenso beim Ronsdorfer Verschönerungsverein, der sie tatkräftig unterstützte. „Wir haben die Idee gerne aufgenommen“, so der Vorsitzende Michael Heil. Bei der Spendenplattform Gut für Wuppertal wirbt der Verein weiterhin für eine finanzielle Unterstützung.

An der Umsetzung arbeiteten zwölf Gruppen mit, Kinder und Jugendliche, Ehrenamtliche und Senioren. Jede Gruppe hat sich die Gestaltung eines Märchens als Hörstück und Mosaik vorgenommen, war von der Entwicklung der Entwürfe bis zur Umsetzung beteiligt. Die Koordination lag bei Scholl-Halbach.

„Rotkäppchen ist natürlich auch auf Arabisch abhörbar.“

Ute Scholl-Halbach & Co. setzen auf einen integrativen Ansatz

Gestaltet wurden zwölf Mosaiktafeln mit Figuren der Märchen. Unzählige individuelle Glasstücke wurden dafür hergestellt und zusammen verlegt. Märchen leben vom Erzählen, deshalb sollten sie auf dem Märchenerzählpfad zu hören sein. Engagierte Ronsdorfer Bürger jeden Alters haben die ausgesuchten Märchen mit Hilfe eines Toningenieurs und einer Medienpädagogin aufgenommen. „Und das zum Teil recht aufwendig, mit verteilten Rollen und Musikuntermalung“, berichtet Michael Heil. Über einen QR-Code an den Mosaiktafeln können die Aufnahmen mit einem Smartphone angehört werden.

Und das in unterschiedlichen Sprachen. Denn erzählt werden auch Märchen aus anderen Kulturen und Märchen, die nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern bekannt sind. Die Geschichte von Pinocchio ist etwa auf Italienisch abrufbar. Und Rotkäppchen ist ein Märchen, das auch in Syrien jedes Kind kennt. Dort heißt die Figur Leyla. „Rotkäppchen ist natürlich auch auf Arabisch abhörbar“, erklärt Scholl-Halbach. Dieses Märchen hat sie mit einer Gruppe syrischer Flüchtlingskinder umgesetzt.

Zentraler Mittelpunkt des Märchenpfads ist ein begehbares Hexenhäuschen und ein ebenfalls bespielbarer Froschkönigbrunnen. Gefördert wurde die Aktion vom Landesministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration und der Landesarbeitsgemeinschaft Kunst und Medien.

Der Verschönerungsverein unterstützt das Projekt. Dabei wurde einen Tag nach der wegen Corona nur kleinen Eröffnung das Hänsel-und-Gretel-Mosaik am Hexenhaus zerstört. Die Kinder der Grundschule am Engelbert-Wüster-Weg, die sie gestaltet haben, waren sehr enttäuscht. „Aber wir werden neue machen“, sagt Ute Scholl-Hallbach. Dafür sind bereits zahlreiche Spenden eingegangen.

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