Vombaur verlegt Standort nach Nächstebreck

So soll der Neubau der Zentrale von Vombaur in Nächstebreck aussehen. Entwurf: Wirtschaftsförderung Wuppertal
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So soll der Neubau der Zentrale von Vombaur in Nächstebreck aussehen. Entwurf: Wirtschaftsförderung Wuppertal

Firma bleibt Wuppertal erhalten – statt zehn werden nur zwei Hektar bebaut

Von Manuel Praest

WUPPERTAL Das Wuppertaler Traditionsunternehmen Vombaur wird seinen Standort von Ronsdorf nach Nächstebreck verlegen. Geschätzt zehn Millionen Euro wird der Spezialist für technische Textilien, dessen Produkte in der Medizin ebenso zum Einsatz kommen wie in der Luftfahrt, in den Neubau an der Nächstebrecker Straße/Bramdelle investieren.

19 500 Quadratmeter werden Vombaur dort zur Verfügung stehen. Also knapp zwei der insgesamt rund zehn Hektar, die vor Jahrzehnten für einen Friedhof vorgesehen waren und die die Stadt mit einem Gewerbepark überplanen wollte. Doch nach Protesten aus der Anwohnerschaft, angeführt von Hermann Josef Richter und dem Bürgerverein, reduzierte man zunächst auf fünf und jetzt eben auf zwei Hektar. Der Großteil der Fläche bleibt Landschaftsschutzgebiet.

Traditionsunternehmen ist seit 215 Jahren im Geschäft

Entstehen wird auf dem Areal ein Produktions- und Entwicklungsstandort mit 80 Mitarbeitern. Gut elf Kilometer liegt der aktuelle Standort mitten in Ronsdorf vom neuen im Wuppertaler Osten entfernt. Wenn alles klappt, soll Anfang 2023 der Einzug erfolgen, erklärt Geschäftsführer Peter vom Baur. Allerdings fehle noch Baurecht. Den Bebauungsplan soll der Wuppertaler Stadtrat in seiner Juni-Sitzung auf den Weg bringen. Der Neubau ist an einige Auflagen gebunden, vorgeschrieben ist unter anderem eine Dachbegrünung.

Vombaur stand fast schon vor dem Absprung. Die Suche nach einem neuen größeren Grundstück innerhalb Wuppertals gestaltete sich schwierig. „Für ein Wuppertaler Traditionsunternehmen, das vor 215 Jahren in Ronsdorf gegründet wurde, war das eine äußerst unbefriedigende Situation“, erklärte Peter vom Baur.

Dass ausgerechnet in Corona-Zeiten die Entscheidung fiel, sei ein Zeichen von Zuversicht. In ihrer Historie habe die Firma einige Krisen gemeistert: Schon Napoleons Kontinentalsperre, die Wirtschaftsblockade gegen Großbritannien, habe Vombaur damals überstanden.

Fünf Minuten sind es zukünftig vom neuen Vombaur-Standort übrigens zum Firmensitz von Jumbo in Sprockhövel. Die Unternehmen — beide Spezialisten auf dem Textilsektor — hatten im vergangenen Jahr eine Gesellschaft gegründet. Man bleibe zwar eigenständig, erklärte Andreas Kielholz, CEO von Jumbo, zukünftig gebe es dann aber noch mehr Möglichkeiten der Kooperation. Sozusagen über die Stadtgrenzen hinweg: 2016 hatte Jumbo selbst von der Wittener Straße aus Wuppertal wegziehen müssen, weil die Stadt — anders als jetzt bei Vombaur — damals keine passende Erweiterungsfläche anbieten konnte.

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