Auf der Bühne

Vom Tigerprinz zur Leningrader

Nach einer „Übe-Quarantäne“ stehen Frech wie Blech beim Karnevalskonzert endlich wieder auf der Bühne. Foto: Susanne Diesner
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Nach einer „Übe-Quarantäne“ stehen Frech wie Blech beim Karnevalskonzert endlich wieder auf der Bühne.

Düsseldorf. Das Programm der Düsseldorfer Tonhalle im Februar.

Von Stephan Eppinger

Alpesh Chauhan hat lange darauf gewartet, die „Leningrader“ Symphonie seines Lieblingskomponisten Schostakowitsch dirigieren zu dürfen, doch mehrfach kamen coronabedingte Konzertabsagen und Verschiebungen dazwischen. Nun aber ist es endlich soweit und das Werk steht auf dem Programm des Februar-Sternzeichens der Düsseldorfer Symphoniker, deren neuer Erster Gastdirigent der 31-jährige Brite seit Beginn dieser Saison ist.

Ferner darf sich das Tonhallen-Publikum im Februar auf eine Sternstunde der Kammermusik freuen, wenn Geiger Vadim Gluzman, Cellist Johannes Moser und Pianist Yevgeny Sudbin unter anderem Klaviertrios von Schubert und Schostakowitsch zum Besten geben.

Bei der Familienmusikwoche stehen mehr als zwei Dutzend Konzerte für Kinder vom Baby- bis ins Grundschulalter auf dem Programm. Krönender Abschluss dieses klingenden Festivals für Klein und Groß ist das Familienkonzert „Der Tigerprinz“, ein poetisches Musik-Bild-Theater über die Natur, den Menschen und die Liebe, das die Compagnie toit végétal mit den Düsseldorfer Symphonikern in einer spektakulären Uraufführung auf die Bühne bringt.

Völlig wahnwitzig wird es dann beim Karnevalskonzert von Frech wie Blech, wenn die Blechbläser der Düsseldorfer Symphoniker alle Jecken und Musikliebhaber auf eine turbulente Reise „In 80 Takten um die Welt“ mitnehmen. Hier kommen die einzelnen Programmpunkte in der Übersicht:

Na hör’n Sie mal!: Bei der Konzertreihe mit aktueller Kammermusik präsentieren sich am 2. Februar sehr unterschiedliche Formationen von Musikern des Notabu-Ensembles mit vier Werken. Auf dem Programm stehen „Befindlichkeiten“ von Günther Becker, Luciano Berios „Sequenza VIII“, „Triada (1+2=3)“ von Christóbal Halffter und „Totentanz“ von Mark-Andreas Schlingensiepen.

Sternzeichen: Sie ist eines der stärksten Antikriegsmonumente der Musikgeschichte: Schostakowitschs unerbittliche „Leningrader“ rüttelt auf und ist eine tiefe Verneigung vor den Menschen einer gequälten Stadt. Die Düsseldorfer Symphoniker unter der Leitung von Alpesh Chauhan spielen das Werk bei den Sternzeichen-Konzerten am 4., 6. und 7. Februar, außerdem Dutilleux’ Cellokonzert mit Solist Johannes Moser.

Das Symphonische Palais: Die Konzertreihe im Palais Wittgenstein nutzen Mitglieder der Düsseldorfer Symphoniker als kreative Spielwiese. In immer neuen Konstellationen formieren sich die Musikerinnen und Musiker zu kleinen Ensembles und verweben bekannte Kammermusikstücke mit selten gespielten Raritäten. Am 13. Februar spielt ein Streichquartett Werke von Mozart, Mendelssohn, Wolf und Haydn.

Die Familienmusikwoche: Wenn kleine Finger nach schwingenden Saiten greifen und große Augen sich fasziniert an die Klappen der Klarinette heften, wenn es Kinder, vom Tanzfieber gepackt, kaum auf ihren Sitzen hält und sie an der Seite ihrer Eltern begeistert mitsingen, dann ist Familienmusikwoche in der Tonhalle. Vom 14. bis zum 20. Februar gibt es mehr als zwei Dutzend Konzerte für Klitzeklein bis schon fast Groß zu erleben.

Sternschnuppe: Wie ein chinesischer Königssohn den Hass einer Tigermutter gegen die Menschen in Liebe verwandelt, erzählt das Bilderbuch „Der Tigerprinz“ von Chen Jianghong. Seine farbintensiven Zeichnungen hat der Komponist Ludger Vollmer in Musik gesetzt. Im Familienkonzert am 20. Februar bringen die compagnie toit végétal, Erzähler Wolfram Boelzle und die Düsseldorfer Symphoniker das Abenteuer des „Tigerprinzen“ zur Uraufführung.

Raumstation: Cellist Johannes Moser ist im Februar nicht nur mit den Düsseldorfer Symphonikern und großer Symphonik zu erleben, sondern auch in einer intimen Kammermusik-Besetzung. Gemeinsam mit Geiger Vadim Gluzman und Pianist Yevgeny Sudbin spielt er am 22. Februar in der „Raumstation“-Konzertreihe Werke von Schubert, Schostakowitsch und Arvo Pärt.

Karnevalskonzert: Der Rosenmontagszug wurde zwar in den Mai verschoben, aber „Frech wie Blech“ können und wollen nicht länger warten: Nach einer einjährigen „Übe-Quarantäne“ meldet sich das Blechbläserensemble der Düsseldorfer Symphoniker beim Karnevalskonzert am 25. Februar zurück und wird beweisen, wie viel (Wahn-)Witz in Trompete, Horn, Posaune und Tuba stecken.

Gastveranstaltungen: 10. Februar Mikis Theodorakis - Von Z bis Zorbas, 11. Februar Daniel Hope und das Zürcher Kammerorchester, 15. Februar Jan Lisiecki und 20. Februar Bamberger Symphoniker und Hélène Grimaud.

www.tonhalle.de

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