Elberfeld

„Viele denken, dass an einer Baustelle nichts passiert“

Um die Abwasserkanäle zu erneuern, werden am Mäuerchen vorbereitende Maßnahmen getroffen. Sie reichen vom Wall bis zur Kasinostraße.
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Um die Abwasserkanäle zu erneuern, werden am Mäuerchen vorbereitende Maßnahmen getroffen. Sie reichen vom Wall bis zur Kasinostraße.

Wuppertal. Rund 20 Baustellen sind zurzeit im Zentrum von Elberfeld zu finden.

Von Martin Gehr

Am Islandufer hieven drei Bauarbeiter mithilfe eines Krans sechs Meter lange Rohre in die Luft. Über die Brücke am Mäuerchen spannt sich ein Stahlgerüst, flankiert von Umleitungsschildern, Parkverboten und Absperrungen, die sich um Erdlöcher ranken. Die Schwebebahn fährt darüber hinweg. Baustellen sind den Elberfeldern vertraut, doch nicht immer sorgen sie auch für Verständnis.

Die Baustelle am Islandufer ist eine Fernwärmebaustelle, die seit August 2021 besteht und „deutlich länger gedauert hat als geplant“, sagt Sascha Burghoff, Baustellenkommunikator der Wuppertaler Stadtwerke. Hier wurden Fernwärmeleitungen verlegt, weil die alten Leitungen marode und asbesthaltig waren. „Diese Baustelle befindet sich in den letzten Zügen. Wir werden Ende des Jahres damit fertig sein.“ Es müssten noch die Straßenoberfläche und die Gehwege erneuert werden. Rohre, die zurzeit als Teil der Bauarbeiten wahrgenommen werden, seien Teil des Rückbaus: „Weil die Fernwärme ja während der Bauarbeiten über alternative Wege weiter transportiert werden musste“.

„Für uns ist das ein ganz normaler Vorgang.“

Sascha Burghoff, WSW, zu Ruhephasen

Gegenüber, am Mäuerchen, müssen Abwasserkanäle erneuert werden. Die Maßnahme erstreckt sich vom Wall bis zur Kasinostraße. „Wir werden hier einen neuen Schacht bauen, der die nächsten 60 bis 100 Jahre halten soll“, erklärt Burghoff. Zurzeit finden noch vorbereitende Maßnahmen statt. „Der Kanal wird inspiziert, vermessen und gereinigt.“ Mit der Sanierung wird ab März/April 2023 begonnen. Der eiförmige Kanal stamme aus und habe „fast Stehhöhe“, betont der Baustellenkommunikator. „Hier besteht ein unheimlicher Wurzelwuchs, der den Kanal kaputtgemacht hat. Das muss alles raus.“

Zur Übersicht über aktuelle Baustellen haben die WSW eine Website eingerichtet: www.wsw-online.de/wswbaut/

Für Elberfelds Zentrum sind derzeit 20 Baustellen gelistet. 75 Prozent der in Elberfeld bestehenden Baustellen seien kurzfristige Maßnahmen, bei denen Hausanschlüsse erneuert werden müssten, erläutert Burghoff, weil Strom-, Gas- oder Wasseranschlüsse beschädigt seien. „In der Regel sind die Arbeiten der Stadtwerke dabei innerhalb von wenigen Stunden erledigt.“ Dass die Baustellen dennoch tagelang weiterbestehen und mit störenden Absperrungen versehen seien, „liegt daran, dass ja die Oberfläche wieder dichtgemacht werden muss“ – also durch Gehwegplatten, Pflastersteine oder bei Straßen durch Asphaltarbeiten.

Viele Passanten und Anwohner empfinden Baustellen, an denen sich über einen längeren Zeitraum scheinbar nichts tut, als problembehaftet. „Für uns ist das ein ganz normaler Vorgang.“ Auch in anderen Branchen könne man Pläne und damit verbundene Termine nicht bis ins Detail festlegen und einhalten. Zurzeit sei zudem auch die Baubranche durch Personal- und Materialmangel belastet. „Immer dann, wenn keine Bagger kreisen, denken viele, dass an der Baustelle nichts passiert.“ Bei Tiefbauarbeiten, bei denen auch neue Wasserleitungen verlegt werden, müssten aber beispielsweise die Leitungen fünf Tage lang gespült und Proben entnommen werden. „Schließlich wollen wir ja Trinkwasserqualität anbieten, und dafür bestehen hohe Voraussetzungen.“

Hintergrund

Weitere Baustellen: Auch im westlichen Teil von Elberfeld sind zehn Baustellen der Stadtwerke zu finden, wie die Website „WSW baut“ offenbart. Vier davon sollen noch in diesem Monat abgeschlossen sein: Briller Straße, Heinrich-Heine-Straße, Herthastraße und Selmaweg.

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