IHK-Vorschlag

„Vieh“-Radweg wird in Solingen heftig diskutiert

Noch fast drei Jahre bleibt die Viehbachtalstraße in beiden Richtungen einspurig. Grund sind umfangreiche Arbeiten am Kanalsystem „Viehbachsammler“. IHK-Präsident Henner Pasch sieht die Einspurigkeit als Modell für eine Nutzung der Landesstraße durch Fahrradfahrer. Foto: Christian Beier
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Noch fast drei Jahre bleibt die Viehbachtalstraße in beiden Richtungen einspurig. Grund sind umfangreiche Arbeiten am Kanalsystem „Viehbachsammler“. IHK-Präsident Henner Pasch sieht die Einspurigkeit als Modell für eine Nutzung der Landesstraße durch Fahrradfahrer.

IHK-Präsident schlägt vor, die Solinger Stadtautobahn teilweise umzuwidmen.

Von Björn Boch und Philipp Müller

Solingen. Der Vorschlag von IHK-Präsident Henner Pasch, in beiden Fahrtrichtungen der Viehbachtalstraße je eine Spur für Radfahrer auszubauen und die Spuren für den Autoverkehr zu reduzieren, sorgt in der Klingenstadt für viele Reaktionen.

Auf die Idee, die Stadtautobahn einspurig für den Radverkehr zu verengen, kam der Solinger wegen der aktuellen Situation: Durch notwendige Bauarbeiten am Viehbachsammler, einem großen Kanalbauprojekt unter der Straße, wird die Schnellverbindung zwischen Mitte und Ohligs noch fast drei Jahre nur einspurig in beiden Richtungen zu benutzen sein.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) befürworten den Vorschlag von Pasch grundsätzlich. Das erklärten Bernhard Stoer vom ADFC Wuppertal/Solingen und Reiner Nießen vom VCD Bergisches Land auf Anfrage. Allerdings sehen beide Clubs das Anliegen eher langfristig – und fordern bis dahin andere Lösungen.

Der Vorschlag Henner Paschs, geäußert bei einer Podiumsdiskussion auf dem Empfang der Solinger Wirtschaft, sorgt weiter für Diskussionen. Er hatte gefragt: „Brauchen wir eine vierspurige Straße, die an nichts angebunden ist? Oder wollen wir nicht lieber eine zweispurige Straße, dafür aber mit Radwegen und vielen Anbindungen an Wohn- und Gewerbegebiete?“ Stoer sei alleine schon deshalb dankbar, weil so der Radverkehr wieder ins Gespräch gebracht worden sei. Er äußerte aber auch einen Verdacht: „Der Vorschlag mit der Viehbachtalstraße kommt vor allem vielen Autofahrern entgegen, weil er Konflikten in innerstädtischen Bereichen aus dem Weg geht.“ Es brauche Lösungen, die sicheres Radfahren auch mitten in der Stadt ermöglichten.

Ein Radweg an der Stadtautobahn könne so gestaltet werden, dass drei Fahrspuren für den motorisierten Individualverkehr blieben, ist Nießen überzeugt. Er habe vor Jahren für den Runden Tisch Radverkehr solche Pläne erarbeitet. Die dritte Spur könne flexibel nach Verkehrsaufkommen freigegeben werden.

ADFC fordert Investitionen in Personal

Die Anbindung des Industriegebiets Scheuren würde leichter, der Anschluss an der Friedenstraße/Schwarze Pfähle könnte als Kreisverkehr erfolgen. Die Stadt prüft drei Verbindungen zwischen Ohligs und Mitte: Als Radweg an der Viehbachtalstraße wie nun von der IHK ins Gespräch gebracht, entlang des Lochbachtals – dieser Variante werden kaum Chancen eingeräumt – sowie nördlich der Stadtautobahn über Merscheider Straße und Beethovenstraße.

Akut hat Stoer eine Forderung: „Derzeit ist nur eine Person ausschließlich mit dem Thema Radwege befasst – und die arbeitet nicht Vollzeit. Die Stadt muss in Personal investieren.“ Stoer lobt IHK-Präsident Pasch auch ausdrücklich, weil er sich für den Skywalk in der Müngstener Brücke ausgesprochen habe – so soll eine Fuß- und Radverbindung zwischen Solingen und Remscheid geschaffen werden: „Diese attraktive Strecke wird einige zum Umstieg aufs Fahrrad bewegen.“

Reaktionen

Online: Das Spektrum reicht von „Tolle Idee“ bis hin zum Verdacht, der Präsident habe den „Knall nicht gehört“ oder nicht „alle Latten am Zaun“, einen solchen Vorschlag öffentlich zu machen.

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