Bahnhof

Verkehrskonzept für die Mirke

Auf einem großen Teil dieses Geländes nördlich der Nordbahntrasse findet der Solar Decathlon Europe im kommenden Jahr statt. Im Vordergrund ist der Bahnhof Mirke zu sehen. Archivfoto: Andreas Fischer
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Auf einem großen Teil dieses Geländes nördlich der Nordbahntrasse findet der Solar Decathlon Europe im kommenden Jahr statt. Im Vordergrund ist der Bahnhof Mirke zu sehen.

2022 kommt der Solar Decathlon Europe nach Wuppertal.

Von Manuel Praest

Wuppertal. Geschätzt 140 000 Besucher über 16 Tage. 18 Teams aus elf Ländern, darunter Teilnehmer aus Taiwan. Dazu eine Austragungsfläche von gut 40 000 Quadratmetern nördlich der Nordbahntrasse. Es sind Zahlen, die verdeutlichen, was für ein Groß-Ereignis Wuppertal dank der Bergischen Uni mit dem Solar Decathlon Europe (SDE) an Land ziehen konnte. Die aber auch zeigen, warum das Thema Verkehr rund um den SDE ein ganz wichtiges ist – das in vergangene Woche, mehr als ein Jahr vor der eigentlichen Veranstaltung, den Wuppertaler Verkehrsausschuss beschäftigte. Auch beim Forum Mirke gibt es Diskussionen. Tenor: Wuppertal könne stolz sein, dass die „Olympischen Spiele des Bauens“ hier stattfinden. Aber der Verkehr muss geregelt werden.

„Wir wollen den Verkehr aus der Mirke halten.“

Daniel Lorberg, Projektleiter von der Bergischen Uni

Dass die Organisatoren schon frühzeitig mit den Planungen dazu anfingen, kam bei Verkehrsdezernent Frank Meyer (SPD) gut an. Denn „richtig“ losgehen wird es erst Mitte Mai 2022. An die Aufbauphase schließt sich dann der Wettbewerb vom 10. bis 26. Juni. Maximal etwas mehr als 6300 Besucher auf einmal würden auf dem Gelände dann sein, erklärte Projektleiter Daniel Lorberg von der Bergischen Universität, betonte im Anschluss aber: „Die Zahlen müssen einen nicht ängstlich machen.“

Nichtsdestotrotz müssten die Leute anreisen. Und auch, wenn das endgültige Verkehrskonzept erst im September 2021 stehen wird, gibt es bereits einige Ideen, damit die Mirke auch während der „Mini-Expo“, wie Meyer sie nannte, „bewohnenswert bleibt“.

Lorberg versuchte zu beruhigen. „Wir wollen den Verkehr aus der Mirke halten.“ So werde es den Appell geben, nicht mit dem Auto anzureisen. Denn: Pkw-Stellplätze werde es nur für Ausnahmen (Behinderte und VIP) geben. Shuttle-Services werden stattdessen eingerichtet, Kooperationen mit den Parkhäusern in der Elberfelder City sind geplant und der ÖPNV soll beworben werden. Und natürlich wird die Trasse aktiviert. Die Anbindung des Lieferverkehrs soll „von hinten erfolgen“, so Lorberg.

Am Veranstaltungstag werde dafür gesorgt, dass Auswärtige gar nicht erst ins Quartier kommen können. Ob es dafür eine Lotsenlösung geben wird oder Ähnliches, werde noch erarbeitet, sagt Lorberg. Unter anderem beschäftigen sich Fachleute der Uni damit. Zusätzlich sucht Lorberg aber auch noch Flächen für Stellplätze, etwa in A 46-Nähe, die temporär für den SDE dann genutzt werden können. Lorberg gibt sich optimistisch. D

Doch selbst, wenn er da nicht fündig werden sollte, gibt es Alternativen. Das Uni-Parkhaus steht zum Beispiel an den Wochenenden zur Verfügung. Von dort wiederum könnten Shuttles in die Mirke eingesetzt werden. Wobei Lorberg einräumt, dass das schon ein wenig weit weg wäre.

Dass die Mirke unter der Verkehrslast zusammenbricht, diese Sorge hat Inge Grau vom Forum Mirke auch nicht. Allerdings sei ein gutes Konzept notwendig, „auch für die Fußgänger“. Ein wenig Bedenken hat sie allerdings, dass die Nordbahntrasse überlaufen könnte. Dem hält Lorberg aber entgegen. Die Trasse sei der Verkehrsweg, es werde viele Radstellplätze geben und dank einer „strategischen Tiefe“ ist nach hinten raus mehr Platz. „Keiner hat Grund, auf der Trasse stehenzubleiben.“

Die Besucherschätzungen, stellte Lorberg klar, gelten für eine Veranstaltung ohne große Einschränkungen. Ursprünglich war der SDE für dieses Jahr geplant, wurde wegen der Pandemie dann für 2022 neu terminiert. Sollten dann immer noch Auflagen gelten, werde das Konzept angepasst. Denn: „Noch mal werden wir nicht verschieben“, betont Lorberg. Für den SDE 2023 sei bereits Bukarest nominiert.

Für Bezirksbürgermeister Thomas Kring (SPD) ist klar: Der SDE als Veranstaltung sei eine Chance „nicht nur für die Mirke, sondern die ganze Stadt“.

Mehr Infos zum SDE gibt es online: www.sde21.eu/de/

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