Prozess am Landgericht Hagen

Verhandlung gegen Kopf der „Panzerfaust-Bande“

Prozess im Landgericht Wuppertal.
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Prozess im Landgericht.

Hagen/Remscheid/Solingen. Unter anderem sollen Remscheider und Solinger Geldtransporter-Überfälle und weitere brutale Raubtaten begangen haben.

Von Dirk Lotze

Nach Taten der sogenannten „Panzerfaust-Bande“ mit Mitgliedern aus Remscheid und Solingen verhandelt das Landgericht Hagen erneut gegen einen 56 Jahre alten Angeklagten. Darüber informierte das Gericht. Es geht um Geldtransporter-Überfälle und weitere brutale Raubtaten der inzwischen aufgelösten Gruppe.

Der Mann ist als Kopf der Täter rechtskräftig verurteilt. In dem neuen Verfahren prüft das Gericht ein weiteres Mal die mögliche Sicherungsverwahrung auf unbestimmte Zeit zum Schutz der Allgemeinheit. Der 56-Jährige verbüßt seit seiner Verurteilung 2019 bereits eine Freiheitsstrafe von 13 Jahren und neun Monaten.

Verurteilt wurde der Mann für die direkte Beteiligung an zehn schweren Raubtaten und zwei Versuchen. Berüchtigt wurde die frühere Bande nach 15 Geldtransporter-Überfällen ab 1997. Zur Methode der Täter gehörte, die Transporter mit gestohlenen Autos auszubremsen oder zu rammen. Unter vorgehaltenen Waffen wurden die Besatzungen zum Verlassen ihrer Fahrzeuge genötigt, das Geld wurde umgeladen.

Zur Bewaffnung der Täter sollen Kriegswaffen gezählt haben: ein Schnellfeuergewehr und die namensgebende Panzerfaust. Beute im Millionen-Euro-Bereich soll bei den Taten angefallen sein.

Die Mitglieder der Gruppe sollen überwiegend unauffällige, bürgerliche Existenzen geführt haben. Der 56-Jährige arbeitete zeitweise im Tiefbauamt in Haan. Im Zusammenhang mit seinen Aufgaben soll er 2017 das Haus eines damals 82 Jahre alten Rentners für einen Überfall ausgewählt und ausspioniert haben.

Das Opfer wurde für den Raub über Stunden entkleidet und mit einer Tüte über dem Kopf in seinen Räumen festgehalten und bedroht. Er sollte Geld und Wertgegenstände herausgeben. Die Täter schafften den Überfallenen schließlich in seinen Garten, bevor sie sein Haus bis zur Unbewohnbarkeit abbrannten, um Spuren zu vernichten.

Der Überfall auf eine Spielhalle wird erstmalig verhandelt

In dem neuen Prozess soll es zusätzlich um einen Raubüberfall auf eine Spielhalle vom November 2015 gehen. Er wurde dem Angeklagten bislang nicht nachgewiesen. Das Hagener Gericht hat sich vorgenommen, die Tat aufzuklären.

Die neue Verhandlung wird nötig, nachdem der Angeklagte gegen einen früheren Ausspruch von Sicherungsverwahrung erfolgreich Rechtsmittel eingelegt hat. Das entsprechende Urteil war in diesem Punkt falsch begründet, stellte der Bundesgerichtshof bei der Überprüfung fest. Schuldspruch und Strafhöhe hingegen bleiben bestehen; es geht allein um die dauerhafte Unterbringung nach Verbüßen der Haftstrafe.

Die Verhandlung im Justizzentrum Hagen beginnt am Donnerstag, 1. Dezember 2022, das Gericht hat zunächst acht Termine vorgesehen. Mit dem Urteil ist im kommenden Januar zu rechnen.

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