Betrug

Verbraucherschützer warnen vor falschen Inkasso-Schreiben

In Inkasso-Schreiben werde oft mit weitreichenden Konsequenzen gedroht, sagt die Verbraucherzentrale. Trotzdem oder gerade deswegen sollten die Briefe gut geprüft werden. Foto: Lev Dolgachov
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In Inkasso-Schreiben werde oft mit weitreichenden Konsequenzen gedroht, sagt die Verbraucherzentrale. Trotzdem oder gerade deswegen sollten die Briefe gut geprüft werden.

Bergisches Land. Betrüger drohen mit Mahnbescheiden, Zwangsvollstreckungen und Pfändungen.

Zuletzt sind sie auch im Bergischen wieder vermehrt aufgetaucht: offenbar unberechtigte Inkasso-Schreiben. „Verschiedene Firmen, darunter die EU Forderungs AG, die RIGO Forderungs AG und die RIGOVA Forderungs AG, verschicken Briefe, in denen sie rund 270 Euro für ein angebliches Glücksspiel-Abo fordern“, berichten die hiesigen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW. Dabei werde häufig mit der Angst der Verbraucher gespielt: „Die Firmen drohen mit Mahnbescheiden, Zwangsvollstreckungen, Pfändungen sowie Schufa-Einträgen.“

Wer ein Schreiben einer Inkasso-Firma erhält, sollte genau prüfen, ob die Forderung berichtigt ist, raten die Verbraucherschützer: „Wer zwar einen Vertrag abgeschlossen hat, aber sicher ist, dass kein Zahlungsverzug vorliegt, sollte den Forderungen schriftlich widersprechen und den Brief per Einwurfeinschreiben versenden.“ Bei einem offensichtlichen Betrugsversuch empfehle sich hingegen eine Anzeige bei der Polizei, ansonsten müsse man gar nicht reagieren.

Berechtigt könne eine Forderung auch ohne vorherige Mahnung sein, zum Beispiel wenn eine Rechnung mit Mahnhinweis ausgestellt oder wenn im Vertrag eine konkrete Zahlungsfrist vereinbart worden ist, betont die Verbraucherzentrale. Rät aber aber selbst in diesen Fällen dazu, das Schreiben genau zu prüfen: „Denn oft sind die Rechnungen überhöht.“ Kontoführungskosten oder Gebühren für die Kontrolle der Forderung oder den Eingang der Zahlungen seien meist unzulässig, weil Teil der üblichen Geschäftstätigkeit der Unternehmen und bereits durch die Inkassogebühr gedeckt. „Macht das Inkassounternehmen Zinsforderungen geltend, muss es detaillierte Angaben zur Berechnung der Zinsen machen.“ Dabei seien Zinssätze bis maximal fünf Prozentpunkten über dem Basiszins zulässig.

Vorsicht sei insbesondere geboten, wenn in den Schreiben Pflichtangaben fehlen oder ausländische Kontoverbindungen angegeben seien, sagen die Verbraucherschützer. „Seriöse Inkassounternehmen kommunizieren transparent und gehen auf Einwände ein.“ Bereits aus dem ersten Schreiben müsse hervorgehen, für wen die Bezahlung der Forderung zu erfolgen hat. „Darüber hinaus müssen sowohl der Vertragsgegenstand als auch das Datum des Vertragsschlusses konkret benannt werden.“

Um seriöse Schreiben besser von Betrugsversuchen unterscheiden zu können, könne ein „interaktiver Inkassobrief“ helfen, der auf ihrer Internetseite abrufbar ist, sagt die Verbraucherzentrale. Dort werden verschiedene Punkte eines solchen Schreibens genauer erläutert. -wey-

www.verbraucherzentrale.nrw/node/10871

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