Pandemie

Veranstalter: „Stadtfeste sind Ritt auf Rasierklinge“

Ein Bild vor der Pandemie: Ob Barmen karibisch in diesem Jahr stattfindet, steht noch nicht fest. Archivfoto: Stefan Fries
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Ein Bild vor der Pandemie: Ob Barmen karibisch in diesem Jahr stattfindet, steht noch nicht fest. Archivfoto: Stefan Fries

Corona macht die Planung von Elberfelder Cocktail, Barmen live und Co. schwierig

Von Anke Strotmann

Wuppertal. Die Zahl der Corona-Infizierten steigt seit dem Sommer kontinuierlich an und Wissenschaftler warnen vor einer Überlastung der Krankenhäuser. Angesichts dieser Aussichten ist es für die Wuppertaler Veranstalter schwierig zu planen. „Wie entwickelt sich die Pandemie weiter?“, lautet die Hauptfrage für Andreas Klein. Er ist Vorsitzender des Vereins Ölberg Fest und Kultur und Organisator des Ölberg-Festes. Da die Frage niemand beantworten kann, befindet sich der Verein derzeit „zwischen den Stühlen“.

„Es ist eine recht schwierige Situation“, sagt Klein. Jeder wünsche sich, dass das Ölberg-Fest endlich wieder stattfindet, aber der Verein will Planungssicherheit. An der Organisation hängt einiges dran: Die Kosten für die Umsetzung beziffert Klein mit 75 000 bis 85 000 Euro. Sie fallen unter anderem für die Bühnenbauer, Straßensperrungen, die Produktion der Ölberg Becher und die Verpflegung der Künstler an. Besonders ins Budget fällt das Personal. „Die Mindestlöhne steigen immer wieder an, so dass die Preisspirale auch in diesem Bereich immer weiter hoch geht“, sagt Andreas Klein.

„Der Elberfelder Cocktail ist fest eingeplant.“

Matthias Zenker, Vorstandsmitglied IG 1

Angesichts der Investition scheuen die Ehrenamtlichen, eine Entscheidung zu fällen. Der Verein möchte nicht auf den Kosten sitzenbleiben, wenn das Ölberg-Fest nicht stattfinden kann. „Das Fest ist nicht abgesagt, aber es gibt auch kein festes Planungsteam“, sagt Klein, der als Termin für das Ölberg-Fest das zweite Juniwochenende nennt. Andere Unwägbarkeiten wie weniger Besucher bei Regen oder ein zu geringer Verkauf der Ölberg-Becher habe es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben.

Die Pandemie sei aber schwierig auszuloten. „Das ist ein Ritt auf der Rasierklinge“, beschreibt Klein die Situation. Helfen könnten Sponsoren, die Infrastruktur zur Verfügung stellen können. Damit würde das Risiko abgefedert, dass der Verein am Tag der Veranstaltung möglicherweise „in ein Riesenloch“ guckt.

Auch die ISG Barmen-Werth tut sich schwer, eine Voraussage zu treffen, welche Veranstaltungen in diesem Jahr stattfinden können. „Barmen live ist für den 26. bis 29. Mai angedacht“, sagt der Vorsitzende Thomas Helbig. Es sei aber zu früh, um eine verbindliche Aussage zu treffen. Das Szenario ändere sich mit dem Verlauf der Pandemie.

In den kommenden Wochen und Monaten könnten die Zahlen noch stark steigen oder eine neue Variante auftauchen. Das Gespräch mit dem Betreiber von Barmen live wurde auf Februar vertagt. Grundsätzlich ist Helbig optimistisch: „Die Voraussetzungen haben sich verändert, obwohl die Zahlen so hoch sind“, sagt er. Die Herausforderung sei es, den Gesundheitsschutz und Erlebnismomente zu verbinden. Das habe unter anderem im vergangenen Oktober bei der Barmer Lichterzauberkirmes geklappt.

Hygienekonzept mit Zaun und Registrierung

„Der Elberfelder Cocktail ist fest eingeplant“, sagt Matthias Zenker von Brillen Arlt, Vorstandsmitglied der IG 1. Man müsse das Risiko eingehen, damit wieder etwas stattfinden kann, sagt er in der Hoffnung, im September wieder eine Situation vorzufinden, die „normalen Gegebenheiten“ entspricht. Möglicherweise müsse man mit einem Hygienekonzept mit umzäuntem Gelände und Personenregistrierung arbeiten, in denen die Teilnehmer gewisse Auflagen erfüllen müssen. „Wie das ablaufen wird, muss man sehen. Das ändert sich von Monat zu Monat“, sagt Zenker.

Zusammen mit einem verkaufsoffenen Sonntag wollen die Elberfelder Händler den Handelsstandort wieder stärken. „Ich hoffe, dass es einen Lichtblick am Horizont gibt und die Veranstaltung stattfinden kann“, sagt Zenker.

Es brauche allerdings auf alle Fälle einen gewissen Planungsvorlauf, um die Veranstaltung auf den Weg zu bringen.

Geplante Feste

Ölberg-Fest: 11. Juni

Barmen live: 26. bis 29. Mai

Barmer Winzerfest: 5. bis 7. August

Barmen karibisch: 18. bis 21. August

Elberfelder Cocktail: 2. bis 4. September

Barmer Lichterzauberkirmes: 7. bis 9. Oktober

Barmer Martinszug: 10. November

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