Unterricht findet zur Hälfte zu Hause statt

Die Stadtspitze sowie Vertreter des Gesundheitsamtes, der Kliniken und der niedergelassenen Ärzte stellten das gemeinsame Konzept zur Bekämpfung der Pandemie gestern im Theater vor. Foto: Christian Beier
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Die Stadtspitze sowie Vertreter des Gesundheitsamtes, der Kliniken und der niedergelassenen Ärzte stellten das gemeinsame Konzept zur Bekämpfung der Pandemie gestern im Theater vor. Foto: Christian Beier

Solingen setzt einige Beschränkungen ab heute in Kraft – vor allem in den Schulen gelten weitreichende Änderungen

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen Bei der Bekämpfung der hohen Corona-Infektionszahlen will man in Solingen nicht nur auf die bundesweiten Regeln und den Teil-Lockdown ab Montag setzen. Der Krisenstab der Stadt hat zusätzliche eigene Maßnahmen beschlossen. So wird es eine Reduzierung der Klassengrößen an den weiterführenden Schulen geben. Außerdem treten Regeln wie die Einschränkung von Feiern und von Sportangeboten in Solingen nicht erst am Montag, sondern schon vorgezogen ab heute (seit Mitternacht) in Kraft.

Im Zentrum aller Bemühungen stehe, Ansteckungen zu vermeiden, indem man die Kontakte reduziert, betonte Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) gestern Vormittag bei einer Pressekonferenz im Stadttheater, die auch ins Internet übertragen wurde. Auf der anderen Seite solle aber gerade der Betrieb in den Schulen und Kitas weiterlaufen. „Deshalb haben wir uns für den außergewöhnlichen Schritt entschieden, als Stadt eine Allgemeinverfügung für die Solinger Schulen zu erlassen“, erklärte die Schuldezernentin Dagmar Becker (Grüne). Die neuen Regeln seien in enger Abstimmung mit allen Schulen getroffen worden.

So wird ab kommenden Mittwoch an den weiterführenden Schulen die Zahl der Präsenz-Schüler halbiert. Das gilt bis Ende November. Konkret werden Klassen- oder Kursgruppen abwechselnd in der Schule unterrichtet. Die jeweils andere Hälfte arbeitet eigenständig von zu Hause. „Den Schulen ist freigestellt, ob die beiden Gruppen wochen- oder tageweise wechseln“, so Becker.

Ausgenommen von dieser Regelung sind die Grundschulen und die Förderschulen. „In diesen Schulformen gibt es einen hohen Betreuungsbedarf“, erklärt Becker. Auch an den weiterführenden Schulen sollen die prüfungsrelevanten Jahrgänge 10 (vor der Fachoberschulreife) sowie Q1 und Q2, bei denen die Punkte für das Abitur zählen, von der Regelung ausgenommen und weiterhin durchgehend in den Schulen unterrichtet werden.

„Wir sind den Schulen sehr dankbar, dass sie diesen Weg gemeinsam mit uns gehen und damit landesweit Neuland betreten“, betont Tim Kurzbach. Mittlerweile seien 3500 iPads an bedürftige Schüler ausgegeben, 1700 der Geräte haben einen direkten Internetzugang. „Damit sind wir digital gut aufgestellt“, betont Becker. Sie verweist zudem auf die Konzepte für Homeschooling (Lernen zu Hause), die mittlerweile an den Schulen entwickelt worden seien. Das alles käme den Schülern an den jeweiligen Tagen zugute.

„Wir müssen alles tun, um die Kurve für Solingen zu brechen.“

Oberbürgermeister Tim Kurzbach

Zudem appelliert Becker an die Grund- und Förderschulen, möglichst auch dort eine Mund-Nase-Maske zu tragen: „Eine Verpflichtung ist es in diesen Schulformen, anders als bei den weiterführenden Schulen, allerdings nicht.“ Um Schülerkontakte auch auf dem Weg zur Schule zu reduzieren, werden 15 zusätzliche Schulbusse in den Stoßzeiten morgens und nachmittags eingesetzt, skizzierte der Planungsdezernent Hartmut Hoferichter (parteilos) weitere Maßnahmen.

Der Schul-Schwimmunterricht soll stattfinden. Für die Öffentlichkeit bleiben die Schwimmbäder aber geschlossen. Und zwar nicht erst ab Montag, wie im Erlass des Bundes vorgegeben, sondern in Solingen schon ab dem heutigen Samstag. Auch die Einschränkung von Feiern, Halloween- oder St. Martins-Festen sowie das Verbot von Sportangeboten gilt schon ab heute. Für die Gastronomie bleibt es beim Lockdown ab Montag.

„Wir müssen alles tun, um die Kurve für Solingen zu brechen, je eher, desto besser“, so Kurzbach. Er sei sich bewusst, wie schwer die Einschnitte seien. „Alles, was wir tun, wird Menschen belasten, aber alles, was wir nicht tun, wird Menschen gefährden. Darum ist jetzt die Verantwortung jedes Einzelnen gefragt.“

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