Uni-Geisterklinik in Düsseldorf kostet Millionen

Blick in einen Operationssaal mit großer Fensterfront. In der Mitte wartet der verpackte OP-Tisch seit 2009 auf Patienten und Ärzte. Fotos: Sergej Lepke
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Blick in einen Operationssaal mit großer Fensterfront. In der Mitte wartet der verpackte OP-Tisch seit 2009 auf Patienten und Ärzte. Fotos: Sergej Lepke

Düsseldorf. Das Desaster hat nicht die Dimension der Hamburger Elbphilharmonie oder des Berliner Pannen-Flughafens. Aber in Düsseldorf ist es eine Bau-Panne, wie sie lange nicht mehr vorgekommen ist: das Operationszentrum der Uni-Klinik.

Vor 2014 wird wohl keinPatient behandelt werden

Gut 170 Millionen Euro wurden seit 2006 dafür verbaut, 2008 war die Fassade fertig, 2010 sollte es in Betrieb gehen. Doch das gewaltige "Zentrum Operative Medizin II" (ZOM II) - allein die Eingangshalle ist 160 Meter lang und acht Meter hoch - ist immer noch verwaist. Vor 2014 wird hier wohl kein Patient behandelt: "Es fehlt die bauaufsichtliche Abnahme", sagt Susanne Dopheide, Sprecherin der Uni-Klinik.

Die Szenerie in den vier miteinander verbundenen Häusern ist gespenstisch: Nur Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes sind drin, ab und an auch ein Handwerker. Vieles ist möbliert, aber mit Plastikplanen abgedeckt. Auf der Intensivstation sind schon Kaffeemaschinen angeschlossen. Auf einer Kiste mit einem OP-Tisch steht: Anlieferungsdatum: 26. Mai 2009.

Dabei sollte ZOM II mit acht OP-Sälen, 288 Patientenbetten und zwei Intensivstationen längst das Herz der ganzen Uni-Klinik sein. Sechs Kliniken (siehe Kasten) sollen hier unterkommen.

Das Hauptproblem ist - wie beim Flughafen Berlin - der Brandschutz. "Während es bei anderen öffentlichen Bauten meist nicht mal ein Dutzend Szenarien sind, werden hier 190 geprüft. Und wenn nur eines nicht klappt, gibts keine Genehmigung", sagt Christa Bohl vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW, dem General-Bauunternehmer.

Sie nennt Beispiele: "Normalerweise geht es bei einem Brand immer darum, alle Personen schnell aus dem Bau zu kriegen. Eine Herz-Operation aber kann man bei Feueralarm nicht mal eben abbrechen, das heißt, der OP-Trakt muss absolut abgeschottet werden können."

Klappt der neue Zeitplan, ist in einem Jahr die Eröffnung

Die Brandschutzanforderungen sind freilich kein Geheimnis. Sie müssen von Anfang an eingeplant werden. Und deshalb werden wohl juristische Auseinandersetzungen folgen, auch wenn die Uni-Klinik darüber jetzt noch nicht sprechen möchte.

Immerhin: Es gibt einen neuen Zeitplan. Vier aktuelle Brandschutzgutachten weisen "nur" noch zehn kleinere technische Mängel aus, "die wird der BLB wahrscheinlich bis Mitte April abarbeiten", sagt Christa Bohl. Dann soll die Bauabnahme erfolgen.

Wiederum sechs bis sieben Monate später könnte das OP-Zentrum in Betrieb gehen. Die Klinik bleibt zurückhaltend: "Machbar wäre das wohl. Aber nur, wenn nun wirklich zügig mit der Umsetzung begonnen wird", sagt Dopheide.

Die jahrelange Verzögerung schadet zwar dem medizinischen Image der Düsseldorfer Universitäts-Klinik, aber wenigstens gibt es laut Susanne Dopheide keine Kostenexplosion: "Die Gesamtkosten liegen nicht wesentlich über den geplanten 170 Millionen Euro."

Allerdings betragen allein die Stillstandskosten des Baus etwa zwei Millionen Euro im Jahr - für Security, Reinigung, Heizung oder die Wartung von Aufzügen und Geräten - auch wenn die noch gar nicht benutzt werden.

 

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