Bewegung

Auf der Trasse gegen den Lagerkoller

Radfahrer und Jogger wahren meist Abstand.

Von Juri Lietz

Wuppertal. Trotz Kontaktverbot bietet sich auf der Sambatrasse in Wuppertals Süden ein lebhaftes Bild. Bei strahlendem Sonnenschein sind Radfahrer, Jogger und Nordic Walker unterwegs. Auch gehen viele gerade jetzt zu Fuß vor die Tür, weil „Sauerstoff gut tut“, wie Anne Schnittert findet. Die Rentnerin gehört mit ihren über 80 Jahren zur von dem Virus gefährdeten Gruppe. Sie empfindet den Spaziergang nicht als riskant: „Ich bin allein draußen, man kann nicht nur zu Hause bleiben.“ Auf der Sambatrasse sei sie nicht gefährdeter als in anderen Alltagssituationen, einkaufen müsse sie ja ohnehin noch.

Das Tagwerk zu vollbringen, darum geht es auch Familie Schabedoth. „Wir wollen verhindern, dass uns zu Hause das Dach auf den Kopf fällt“. Darum ist die vierköpfige Familie einmal täglich zu Fuß unterwegs, bleibt davon abgesehen aber strikt daheim.

Auch mit dem Sport soll der Lagerkoller umgangen werden. Zwei Nordic-Walkerinnen bewegen sich behelfsmäßig auf der Sambatrasse, „weil unser Sportstudio geschlossen ist“. Auch sie halten die Betätigung an der Luft für wichtig, sehen in ihr aber keine besondere Infektionsgefahr: „Man muss sich ja bewegen, dabei halten wir immer Abstand.“

Dem schloss sich eine Radfahrerin an: „Hier halten sich alle überwiegend an die Richtlinien.“

Café versorgt die Kunden mit Seelentröstern

Das allgemeine Bewusstsein bemerkt auch Silke Möseler-Lecce. Die Inhaberin des Café Podzelny am Cronenfeld zeigt Verständnis für die ergriffenen Maßnahmen. Zwar kann die Terrasse an der Sambatrasse nicht mehr genutzt werden, der Thekenverkauf ist weiter möglich. Nur zwei Personen gleichzeitig werden ins Café gelassen. Die Kundschaft bricht ihr wegen der Corona-Krise nicht weg: „Als Fußgänger hat man ja oft ein Ziel, das ist nun nicht mehr die Terrasse, sondern die Kuchentheke“.

Auch Sportler sieht sie weiter auf der Trasse: „Vormittags sind viele Jogger unterwegs, weil die Arbeit wegfällt“. Einige ihrer Kunden kommen ganz bewusst, weil sie „die Läden unterstützen, die noch geöffnet haben“. Vor allem in schwierigen Zeiten könne die Konditorei helfen, meint Möseler-Lecce: „Ich verkaufe Seelentröster“.

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