11. Berg-Pitch

Start-Up Transfairbag siegt mit Nachhaltigkeit

Yannick Zinner (rechts) vom Sieger-Start-up Transfairbox im Kreise der Mitbewerber und Veranstalter.
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Yannick Zinner (rechts) vom Sieger-Start-up Transfairbox im Kreise der Mitbewerber und Veranstalter.

Beim Jungunternehmer-Wettbewerb Berg-Pitch in Wuppertal präsentierten sich fünf Start-ups.

Von Bernhard Romanowski

Wuppertal. Was ist euer Bottleneck? Worin seht ihr euren USP? Gegenüber neudeutschen Begriffen wie diesen nahm sich das Wort Crowdfunding am Donnerstag im Rex-Filmtheater in Wuppertal schon fast wie Alltagsdeutsch aus. Für Branchenkenner gehört das aber zur Arbeitssprache – und für Jungunternehmer allemal. Schließlich ging es bei der Veranstaltung in dem altehrwürdigen Kino um junge Unternehmen, also Start-ups, denen mitunter eine große Zukunft bevorsteht.

Zum nunmehr 11. Berg-Pitch hatten fünf solcher Start-ups jetzt die Chance, sich mit ihren Geschäftsideen in einem Sechs-Minuten-Fenster einer fachkundigen Jury vorzustellen, danach eine offene Fragerunde zu bestehen und Preise zu gewinnen. Die Wuppertal-Edition des Berg-Pitch, des größten öffentlichen Start-up-Events im Bergischen Land, wurde vom Gründer- und Technologiezentrum Solingen und der Bergischen Industrie- und Handelskammer veranstaltet.

Phil Derich, Leiter des Gründer- und Technologiezentrums, und Andre Scheifers, IHK-Gründungsberater im Startercenter NRW Wuppertal-Solingen-Remscheid, waren die Gastgeber des Abends, der von Lars Heidemann vom Unternehmen Shetani moderiert wurde. Aus 47 Bewerbungen aus ganz Deutschland hatten sich fünf Start-ups fürs Finale qualifizieren können.

Aus Reinheim bei Darmstadt angereist und letztlich siegreich war das Unternehmen Transfairbag, das einen plastikfreien Versandumschlag als Alternative zur Luftpolsterfolie entwickelt hat und damit in der Publikumswertung und auch bei der Jury die Nase vorn hatte. Dafür gab es dann 4000 Euro als Preisgeld für den Erstplatzierten.

Auf Platz zwei landete Local Life: Das Start-up aus Wuppertal bündelt das Angebot zahlreicher regionaler Lebensmittel in einem nutzerfreundlichen Onlineshop. Die Produkte werden nachhaltig produziert, verpackt und geliefert, wie die Jungunternehmer mitteilen. Belohnt wurde diese Innovation mit einem Preisgeld in Höhe von 1000 Euro.

Produkte werden mitRöntgenstrahlen analysiert

Auf dem dritten Platz sahen Publikum und Jury das Jungunternehmen Uma aus Köln mit seiner Uma-App. Hierbei werden digitale Versorgungsangebote rund um die Schwangerschaft, Geburt und das Wochenbett angeboten. Von der Mediathek über die Schwangerschaft mit Artikeln, Übungsvideos und Podcasts bis hin zu Services wie Symptomsuche für die Schwangerschaft und Vorsorgeuntersuchungen.

Die weiteren Platzierten waren Kinemo, ein Unternehmen aus Velbert, das Unternehmen dabei unterstützt, die innere Bewegung von Produkten mit Röntgenstrahlen in einem Video zu analysieren und dadurch wichtige Informationen für die Produktoptimierung und unbekannte Fehlerursachen von Ausfallteilen aufzudecken, und die junge Firma Launch Drive mit ihrer sogenannten „No-Code-Plattform“, die es Nutzern ermöglicht, alle kritischen Hypothesen für eine Innovationsidee mit Verhaltensdaten von realen Kunden zu testen. Datengetriebene Entscheidungen für alle Hypothesen im Produktentwicklungsprozess werden somit ermöglicht.

Alle Start-ups erhalten unter anderem ausgewähltes Mentoring- und Coaching-Programm, werden also zur Weiterentwicklung ihrer speziellen Geschäftsbelange geschult. Der Berg-Pitch wurde 2016 vom Solinger Gründer- und Technologiezentrum ins Leben gerufen und seitdem mit verschiedenen Partnern umgesetzt.

Ähnlich wie im Fernsehformat „Die Höhle der Löwen“ werden beim Berg-Pitch clevere Ideen und wirtschaftliches Know-how zusammengebracht. Ausgewählte Start-ups dürfen dazu wie nun in Wuppertal ihre Geschäftsmodelle vor Publikum und einer Fachjury präsentieren – in der Start-up-Sprache nennt man dies „pitchen“.

Wie Andreas Mucke (Circular Valley) als Mitglied der sechsköpfigen Jury unserer Redaktion später auf Nachfrage sagte, habe der Sieger Transfairbag bei diesem Berg-Pitch einen Artikel präsentiert, mit dem wohl die meisten Menschen etwas anfangen könnten.

In Remscheid

„Beim Berg-Pitch bringen wir Innovationen und neue Ideen mit der etablierten Wirtschaft zusammen“, so fasst Andre Scheifers von der Bergischen IHK das Prinzip zusammen. Der nächste Berg-Pitch für Start-ups findet am 20. April kommenden Jahres im Gründerquartier in Remscheid statt, wie Scheifers mitteilt.

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