Auszeichnung

Die Toten Hosen und Fortuna sind „Düsseldorfer des Jahres“

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DÜSSELDORF Die Auszeichnung wurde bei einer Gala am Montag in sechs Kategorien vergeben. Zu den Gewinnern zählten ein weiterer Musiker und eine Schauspielerin, deren Prominenz keine Rolle spielte.

Von Christian Herrendorf

Es gab einen Gast bei der Gala „Düsseldorfer des Jahres“, dessen Ruhm noch weiter reicht als der der Toten Hosen: Volker Bertelmann alias Hauschka hat es zu einer Oscar-Nominierung für den Film „Lion“ und damit bis nach Hollywood gebracht. Der 52-Jährige erhielt die Auszeichnung in der Kategorie „Kultur“ und war damit Teil einer musikalisch geprägten Preisverleihung auf dem Böhler-Gelände. Dort wurden am Montagabend auch die Toten Hosen geehrt, für ihr „Lebenswerk“.

Zwei Kriterien waren für die Jury zentral: Das Wirken der Preisträger in und für Düsseldorf sowie besondere Leistungen im zurückliegenden Jahr. Und so bot die Gala einen wunderbaren Anlass, kurzzeitig die Tabelle der Fußball-Bundesliga und das Ergebnis vom vergangenen Freitag zu vergessen. 2018 ist für die Fortuna eben nicht nur das Jahr des erwarteten harten Kampfes um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga. Es ist auch das Jahr, in dem der Aufstieg perfekt gemacht wurde und in dem die Mannschaft und die Fans eine Reihe rauschender Feste feierten. Ex-Fußballmanager Rainer Calmund erinnerte an diese Momente, als er den gläsernen Löwen an Vorstandsvorsitzenden Robert Schäfer und Vertretern der Mannschaft übergab. Er hat ein leidenschaftliches Plädoyer für die (finanzielle) Unterstützung des Vereins gehalten und Schäfer sowie Friedhelm Funkel für ihren Mut gelobt, zur Fortuna zu gehen.

Der Kölner Sänger Niedecken hielt die Laudatio für die Hosen 

Diese Eröffnung des Abends schlug einen Bogen zum großen Finale mit den Toten Hosen. Schließlich haben die mit „Tage wie diese“ die Hymne auch für diesen Aufstieg geschrieben (und auf dem Rathaus-Balkon gesungen). Und sie haben die Düsseldorfer Arena in diesem Jahr auf andere Weise als die Fußballer bespielt: mit zwei ausverkauften Konzerten zum Abschluss ihrer „Laune der Natour“. Ruhm und Ruf der NRW-Landeshauptstadt trug die Band 2018 auch noch ganz weit nach Osten und ganz weit nach Westen, und zwar mit Gastspielen in China und Argentinien. Das erkannte auch der Laudator an, obwohl und gerade weil er aus einer südlich gelegenen Metropole stammt: Die Lobhudelei auf die Hosen kam vom Kölner Sänger Wolfgang Niedecken.

Neben den Größen des Showgeschäfts holten die neuen Moderatoren der Gala, Miriam Lange und Wolfram Kons, auch Menschen auf die Bühne, die das Leben im Düsseldorfer Alltag verbessern (wollen): die Preisträger in der Kategorie „Innovation & Nachhaltigkeit“. Holger und Michael te Heesen von ABC-Logistik haben ein Konzept entwickelt, durch das Lastwagen in den Hafen fahren anstatt die Innenstadt zu verstopfen, und eines, dass Mittelständlern ermöglicht, Privatkunden zu beliefern wie ein Online-Unternehmen. Daran beteiligt sich zum Beispiel der Carlsplatz.

Die Wurzeln des Siegers in der Kategorie „Wirtschaft“ reichen noch tiefer, die Innovationsfreude ist aber ähnlich ausgeprägt. Michael Rauterkus, der Chef des Sanitär-Unternehmens Grohe, hat die Zentrale nach Düsseldorf gebracht, sucht hier Kooperationen mit Start-ups und plant die Produktion von Wasserhähnen aus dem 3D-Drucker. „Grohe ist ein handfestes Beispiel, wie die Digitalisierung traditionelle Industrien und Produkte positiv verändert“, sagte Laudator Frank Dopheide.

Auch der Preis in der Kategorie „Ehrenamt“ wurde nicht für den Promi-Faktor, sondern für die Wirkung in der Stadt vergeben. Schauspielerin Jenny Jürgens engagiert sich mit dem Roten Kreuz im Projekt „Herzwerk“ für die Düsseldorfer Senioren. Es gibt rund 8000 bedürftige Ältere in der Landeshauptstadt, denen „Herzwerk“ Wünsche erfüllt und dadurch versucht, die Lebenssituation zu verbessern. Dank der langjährigen Unterstützung von Jenny Jürgens bleibe vielen Menschen die Würde im Alter erhalten, sagte Theaterdirektor René Heinersdorff in seiner Lobrede.

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