Sauerei

Teurer Müll in Wuppertals Mauernetzen

In die Netze an der Mauer wird immer wieder Müll geworfen. Foto: D. Sztajgli
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In die Netze an der Mauer wird immer wieder Müll geworfen.

Wuppertal. Aufwendige Reinigung kostet die Stadt alle drei Monate 1000 Euro.

Von Daniel Neukirchen

Die Optik der Mauer am neuen Döppersberg leidet in diesen Tagen besonders. In den schwarzen Netzen, die an der desolaten Mauer dafür sorgen sollen, dass den Passanten keine Steinfragmente auf den Kopf fallen, sammelt sich der Müll. Pfandflaschen, Dosen, Plastiktüten, Masken und Verpackungsreste baumeln über den Köpfen der Passanten. Eine repräsentative Empfangssituation an einem Großstadt-Bahnhof sieht anders aus.

„Die Netze an sich machen ja schon einen schlechten Eindruck, aber so wird er noch schlimmer“, sagt Passant Rüdiger Fresemann, der gerade auf dem Weg zum Hauptbahnhof ist. Die Sichtbarkeit reize sicherlich Nachahmer, die ihren Müll auch gerne prominent im Netz platzieren möchten.

„Wir haben leider ein riesiges Problem, was rücksichtslose Vermüllung angeht.“

Norbert Kring, Bezirksbürgermeister von Elberfeld

Passantin Nikki Walder (48) ist sauer. Sie glaubt, dass Jugendliche mit Langeweile sich hier austoben. „Da ist eine bessere Erziehung gefragt“, sagt Walder. „Ich hätte mir das früher nicht erlauben können.“ Sie glaubt, dass man das Problem nur mit einer Videoüberwachung in den Griff bekommt.

Im Moment ist diese Vermüllung für die Stadt mehr als nur ein blöder Streich. Vielmehr entstehen durch den baumelnden Abfall laufend neue Kosten (siehe unten). Für die Täter fehlt Langer jegliches Verständnis.

Zumal das Entledigen des Abfalls an dieser Stelle keine Protestaktion gegen fehlende Mülltonnen sein kann. Auf dem oberen Bereich des Döppersbergs, direkt an der Mauer oder im unmittelbaren Umfeld, hat die Stadt gleich sieben Mülleimer aufstellen lassen. Beim Vor-Ort-Besuch waren die Tonnen allerdings kaum gefüllt, die Netze umso mehr – und teilweise wurde Müll provokativ neben den Abfalleimer gelegt.

Lavinia Ana (31) schüttelt den Kopf: „Den jungen Leuten fehlt es an Bildung.“ Es brauche leider wohl einen Aufpasser. Rüdiger Fresemann schlägt vor, die Netze oben für die Müllsünder unzugänglich zu machen. Noch ist es nämlich leicht, das Netz anzuheben, um den Unrat ins Netz rutschen zu lassen. Das Problem: Der Zugang zu den Netzen ist kaum ganz zu verschließen, denn die Löcher in der Mauer gehören zu ihrem festen Design.

Für Elberfelds Bezirksbürgermeister Norbert Kring ist die Dimension des Ärgernisses größer als der Döppersberg: „Wir haben leider ein riesiges Problem, was rücksichtslose Vermüllung angeht.“ Trotz aller Bemühung des Eigenbetriebs Straßenreinigung (ESW) habe sich die Situation in letzter Zeit verschlimmert. Sein Appell richtet sich an Menschen, die Müllsünder auf frischer Tat ertappen: „Man muss diese Leute auch einmal ansprechen.“

Für die konkrete Situation am Döppersberg gebe es wenige gute Lösungen. Die Mauer könne man schlecht komplett abdecken und eine häufigere Säuberung sei bei den Kosten von 1000 Euro sicherlich auch keine Option.

Kosten

Etwa alle drei Monate beauftragt die Stadt eine Firma mit der Reinigung der Netze. Die Arbeiter müssen mit einer Arbeitsbühne anrücken und die Netze einzeln lösen. Die Arbeit beschäftige zwei Mitarbeiter einen ganzen Tag und koste jedes Mal 1000 Euro, so die Stadt.

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