Suche nach Ursprung der kosmischen Strahlen beim Uni-Vortrag

Machte Wissenschaft begreifbar: Prof. Dr. Karl-Heinz Kampert erläuterte anhand einfacher Experimente die mögliche Herkunft der Kosmischen Strahlung. ©
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Machte Wissenschaft begreifbar: Prof. Dr. Karl-Heinz Kampert erläuterte anhand einfacher Experimente die mögliche Herkunft der Kosmischen Strahlung. <br><i>©

Remscheid. Während Sie diesen Artikel lesen, werden Sie ständig von der Kosmischen Strahlung durchflutet. Gönnen Sie sich eine Stunde für die RGA-Lektüre, so fallen etwa 50 000 Teilchen auf Sie herab.

Das hat natürlich nichts mit der Zeitung zu tun und ist auch nicht gefährlich. Denn, so erklärte Professor Karl-Heinz Kampert am Donnerstagabend dem Auditorium in der Lenneper Klosterkirche: Ständig ist die gesamte Menschheit der Kosmischen Strahlung ausgesetzt. Und das schon, seitdem sie existiert. Der Astro-Physiker bildete den Auftakt zur neuen Staffel der RGA-Vortragsreihe "Bergische Universität in Remscheid", die mittlerweile in ihr 21. Jahr geht. Insgesamt vier Professoren der Uni Wuppertal werden bis zu den Sommerferien aus ihren Fachgebieten berichten. Und die Welt des Karl-Heinz Kampert ist besonders spannend. Liegt sie doch sozusagen zwischen Himmel und Erde. Kampert gehört zu jenen rund 350 internationalen Wissenschaftlern, die nach den Ursprüngen der Kosmischen Strahlen suchen. Kletterten seine Kollegen vor 100 Jahren noch auf den Eiffelturm oder bestiegen Ballons, um in luftigen Höhe die Strahlen aus dem All zu messen, so arbeitet der Astro-Physiker heute mit moderneren Methoden. Beim "größten Experiment der Welt" haben er und seine Kollegen ein riesiges Versuchsfeld in der argentinischen Pampa aufgebaut - so groß wie das Ruhrgebiet und das Bergische Land zusammen.

Nur hier, am Rande der Anden und fernab jedweder Zivilisation, lassen sich brauchbare Messergebnisse erzielen, erklärte Kampert den Zuhörern in der Klosterkirche. Sechs Teleskope beobachten in sternklaren Nächten den Himmel. Spezialkameras, die unglaubliche 10 Millionen Aufnahmen pro Sekunde machen können, fotografieren die Teilchen ab, die sich in Lichtgeschwindigkeit der Erde nähern. In speziellen Tanks mit keimfreiem Wasser werden die eindringenden Strahlen gemessen. All dieser Aufwand dient dazu, eine der momentan zehn wichtigsten Fragen der Physik zu beantworten: Woher kommt die Strahlung? Entstammt sie den so genannten Schwarzen Löchern? Alle sechs Sekunden fliegen von dort hochgeladene Teilchen Richtung Erde. Um sie alle aufzufangen, benötigen Professor Kampert und seine Kollegen das große Experimentierfeld in der Pampa. Oder sind die Strahlen das Produkt eines explodierenden Sterns, der Supernova? Explodiert solch ein Himmelskörper, entsteht ein grelles Licht, so hell wie zehn Milliarden Sonnen. Befürchtungen aus dem Publikum, eine Supernova könnte der Erde gefährlich nahe kommen, konnte Kampert zerstreuen: Tausende von Lichtjahren liegen dazwischen. Für normale Menschen nicht fassbare Entfernungen. In gut zehn Jahren, so hoffen die Wissenschaftler, werden sie genügend Daten gesammelt haben, um die Ursprünge der Kosmischen Strahlung zu ergründen. Für die Forschung wäre das ein Meilenstein. Und damit auch für Karl-Heinz Kampert. An diesem Wochenende fliegt der sympathische Professor wieder auf Teilchenjagd nach Argentinien.

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