Wohnbebauungen

Die Suche nach Bauplätzen beginnt

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Die Verwaltung soll bebaubare Flächen ausweisen, um die Voraussetzungen für mehr Wohnungsbau zu schaffen. 

WUPPERTAL Die Stadt Wuppertal beauftragt ein externes Büro, um insgesamt 110 Hektar für Wohnbebauungen aufzulisten.

Von Andreas Boller

Seit einigen Jahren verzeichnet Wuppertal Bevölkerungszuwachs und zählt inzwischen mehr als 360 000 Einwohner. Laut der Bevölkerungsstatistik geht der Anteil der deutschen Bevölkerung allerdings zurück. Pro Quartal verliert die Stadt im Schnitt 200 bis 400 Bewohner mit deutschem Pass, berechnet man Zu- und Abgänge. Das Wachstum beruht im wesentlichen auf der Zuwanderung aus Südosteuropa. Im Dezember vergangenen Jahres hat die Große Kooperation aus SPD und CDU im Stadtrat die Verwaltung beauftragt, kurzfristig 110 Hektar Land für Wohnbebauung in verschiedener Form zu identifizieren. Die Stadt will Bauland schaffen, um Familien in der Stadt zu halten sowie Familien den Zuzug nach Wuppertal schmackhaft zu machen, wenn sie nach Alternativen zu den überhitzten Wohnungsmärkten der Rhein-Metropolen suchen.

Allerdings soll erst in der kommenden Woche ein externes Büro den Auftrag für die Bestandsaufnahme der potenziellen Wohnbauflächen erhalten. „Die Suche nach den 110 Hektar wird sich in Wuppertal sehr kleinteilig gestalten müssen“, sagt Rüdiger Bleck, Leiter des Ressorts Stadtentwicklung und Städtebau. Eine externe Ausschreibung des Gutachtens sei erforderlich, weil es sich bei der Analyse von EDV und Luftaufnahmen sowie der späteren Visualisierung um relativ arbeitsintensive Aufgaben handele, die von den Mitarbeitern der Fachverwaltung neben dem laufenden Geschäft nicht zu leisten seien.

Gutachten kostet eine sechsstellige Summe

Bleck gibt zu bedenken, dass es sich bei den 110 Hektar (1,1 Millionen Quadratmeter) nicht um die Netto-Wohnbaufläche handele. Bei allen Überlegungen müssten Grünflächen und Siedlungsflächen berücksichtigt werden, so der Stadtplaner.

Das Gutachten wird die Stadt eine sechsstellige Summe kosten. Stadtdirektor Johannes Slawig spricht von einer Investition in die Zukunft. „Das ist ein Thema mit hoher Priorität und soll zügig abgearbeitet werden. Wir brauchen Wohnflächen. Bis in einem Jahr sollten die wesentlichen Ergebnisse des Gutachtens vorliegen“, sagt Slawig. Die Verwaltung sei in den Prozess eingebunden und werde den Gutachtern Informationen und Daten zuliefern.

WOHNBAUFLÄCHEN

GRÖSSEN 110 Hektar entsprechen etwa 220 Fußballfeldern. Fünf Hektar würden für eine Forensik auf der Kleinen Höhe benötigt. Der Staatsforst Burgholz weist eine Fläche von 250 Hektar auf.

Bei den Wohnbauflächen ziehen SPD und CDU an einem Strang „Wenn wir Erfolg haben wollen, ist die Vergabe an ein externes Büro fast nicht zu vermeiden“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Jürgen Reese. Das Angebot an Wohnbauflächen in Wuppertal müsse deutlich erhöht werden. Hochwertige Eigentumswohnungen im Geschossbau oder Wohneigentum mit Grundstück und Garten würden von Menschen mit gutem und sehr gutem Einkommen nachgefragt, seien aber in Wuppertal nicht in dem Umfang wie erforderlich auf dem Markt. „Ich erwarte zügig Ergebnisse“, so Reese. „Über jede einzelne Fläche, die als potenzielle Wohnbaufläche identifiziert wird, wird es voraussichtlich Diskussionen geben. Es ist aber wichtig, dass solche Flächen bereitgestellt werden“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Müller. Die Stadt müsse Angebote für leistungsfähige Familien bereithalten.

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