Fläche von rund 250.000 Quadratmetern brannte

Stadtwald gerettet: Hildener danken der Feuerwehr

+
Die Bekämpfung des Feuers war sehr schwierig, weil die Brandflächen nicht mit Fahrzeugen, sondern nur zu Fuß erreichbar waren. 

HILDEN 250.000 Quadratmeter standen in Flammen. Die Löscharbeiten gestalteten sich sehr schwierig.

Von Christoph Schmidt

Am Samstag gegen 14.30 Uhr wird Rauch in der Nähe der Waldkaserne bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Weil es schwierig ist, die Brandstelle zu orten, fordert die Feuerwehr einen Polizeihubschrauber an. Die Besatzung stellt fest, dass auf einer Fläche von rund 250.000 Quadratmetern das Unterholz brennt. „Die Löscharbeiten sind schwierig, weil wir die letzten hundert Meter zu Fuß laufen müssen“, berichtet der Leiter der Hildener Feuerwehr, Hans-Peter Kremer.

Auch die Freiwillige Feuerwehr Solingen eilte zur Hilfe. Am Donnerstag hatte sie bereits einen Waldbrand an der Sengbachtalsperre gelöscht.

Was das bedeutet, kann man sich ungefähr ausmalen: In voller Ausrüstung bei 26 Grad im Schatten müssen die Einsatzkräfte schwere Schläuche durch den verrauchten Wald bis zu Brandflächen schleppen. Über dem Stadtwald steht eine Rauchwolke, die weit zu sehen ist. Viele Ausflügler sind unterwegs, auch im Stadtwald. Die Polizei versucht, mit vielen Kräften (neben der Bereitschaftspolizei sind auch Zivilfahnder im Einsatz) die Zugänge zum Stadtwald abzusperren. Aber immer wieder kommen Spaziergänger oder Radfahrer aus dem Wald. Die Elberfelder Straße zwischen Hilden und Haan wird zeitweise gesperrt.

130 Feuerwehrleute aus Haan, Mettmann, Langenfeld, Monheim, Ratingen und Solingen eilen ihren Hildener Kameraden zu Hilfe. Aber erst nach rund zweieinhalb Stunden ist der Hauptfeuersaum unter Kontrolle. Gelöscht ist das Feuer erst nach rund elf Stunden gegen 1.30 Uhr Sonntagfrüh. Die ganze Nacht durch bis Sonnenaufgang patrouilliert die Feuerwehr durch den Stadtwald und kontrolliert die Brandherde. Ab 7.20 Uhr Ostersonntag sind wieder die ersten Einsatzkräfte der hauptamtlichen Feuerwehr im Stadtwald, um die letzten Glutnester zu löschen. Ab 9 Uhr übernehmen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr.

Das Brandgebiet ist bis auf weiteres gesperrt

Parallel dazu laufen die Aufräumarbeiten. Unter anderem mehrere Kilometer Schlauchleitungen müssen wieder eingesammelt werden. Das alles wird noch einige Tage dauern, teilt die Wehr mit. So haben die vielen freiwilligen Feuerwehrleute und ihre Familien sich die arbeitsfreien Ostertage sicher nicht vorgestellt.

DAS IST DIE FEUERWEHR HILDEN

HAUPTAMTLICHE WACHE Sie besteht aus 70 Berufsfeuerwehrleuten sowie zwölf Beschäftigten im Rettungsdienst. Die beiden Wachabteilungen haben jeweils in 24 Stundenschichten Dienst.

FREIWILLIGE FEUERWEHR Sie ist das Rückgrat der Feuerwehr. In der Freiwilligen Feuerwehr tun rund 100 Ehrenamtliche Dienst. Sie haben die gleiche Ausbildung wie die Hauptamtlichen und kommen ihnen bei größeren Einsätzen sofort zur Hilfe.

AUSRÜSTUNG Die Feuerwehr Hilden besitzt 23 Fahrzeuge. Die Stadt wendet für die Feuerwehr (Brandschutz, Hilfeleistung, Rettungsdienst) pro Jahr rund 3,7 Millionen Euro auf.

Bürgermeisterin Birgit Alkenings dankt den Retter für ihren Einsatz unter schwierigsten Bedingungen. Und viele, viele Hildener tun das auch – in den sozialen Netzwerken. „Mein allerhöchsten Respekt und danke, dass Ihr das Schlimmste verhindert habt“, schreibt etwa Iris und spricht damit vielen aus der Seele. „Danke, dass Ihr unseren Stadtwald gerettet habt“, schreibt Veronika. An den Kommentaren kann man ablesen: Zu ihrem Stadtwald haben die Bürger ein ganz besonders inniges Verhältnis. Er ist 450 Hektar groß, ein beliebtes Naherholungsgebiet und wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Der Hildener Stadtwald besteht zu zwei Dritteln aus Laubbäumen und zu einem Drittel aus Nadelbäumen. Etwa 20 Prozent sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen, die gesamte andere Waldfläche ist Landschaftsschutzgebiet.

Am Sandberg und im Schönholz finden sich noch viele sehr seltene Pflanzenarten und Tierarten (unter anderem einige Insektenarten und Eidechsen). Viele stehen auf der „Roten Liste bedrohter Arten“. Ferdinand Lieven (1839-1902) hat Hilden den Stadtwald geschenkt. Das Grab des Ehrenbürgers befindet sich auf dem Hauptfriedhof.

Wie es zu dem Waldbrand kam, ist noch offen. Die Polizei ermittelt. Ebenso unklar ist, welchen Schaden das Feuer angerichtet hat. „Wir haben großes Glück gehabt“, sagt ein Feuerwehrmann, der dabei war. Das Brandgebiet ist bis auf weiteres gesperrt, teilt die Stadt mit.

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Ein Brief an Greta Thunberg

Ein Brief an Greta Thunberg

Tote Rentnerin in Wuppertal: Tatverdächtiger gefasst

Tote Rentnerin in Wuppertal: Tatverdächtiger gefasst

Durchfahrt Unterburg ist ab Montag gesperrt

Durchfahrt Unterburg ist ab Montag gesperrt

Kasino könnte die Kasse klingeln lassen

Kasino könnte die Kasse klingeln lassen

BMW-Unfall: Fahrer hat keinen Führerschein

BMW-Unfall: Fahrer hat keinen Führerschein

Kommentare

Das könnte Sie auch interessieren