Stadtteile profitieren von EU-Fördergeldern

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Der Bahnhofsvorplatz in Oberbarmen soll mit Fördermitteln neu gestaltet werden. Archivfoto: Stefan Fries

Das Programm Soziale Stadt fördert strukturschwache Ortsteile. Oberbarmen und Wichlinghausen reichen Ideen ein.

Von Anke Strotmann

Wuppertal. Wer denkt, dass die Europäische Union weit weg ist oder „die in Brüssel“ wieder etwas entschieden haben, sollte nach Oberbarmen und Wichlinghausen fahren. Dort kann er sich anschauen, was in den vergangenen Jahren mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und dem Europäischen Fonds zur regionalen Entwicklung (EFRE) umgesetzt wurde. So wurden in dem Stadtteil rund 21 250 000 Euro investiert, der Anteil der Stadt Wuppertal lag bei etwas über drei Millionen Euro, also etwa einem Siebtel der Summe.

Mit den Geldern wurden unter anderem der Spielplatz an der Matthäusstraße realisiert und ein Haus- und Fassadenprogramm aufgelegt. In diesem Jahr werden weitere Maßnahmen realisiert: Im Zuge des Wiederaufbaus des CVJM-Jugendhauses Wichlinghausen wird die Außenanlage neu gestaltet. Zwischen der Langobardenstraße und dem Schwarzbach soll ein Fußweg entstehen und an der Allensteinstraße wird eine Pumptrack Anlage, eine Mountainbikestrecke, gebaut.

Ehemalige Textilwerke bieten Platz für Künstler und Start-ups

Am Montag, 20. Mai, hat der Rat über Maßnahmen, die zur Förderung angemeldet werden sollen, entschieden. Die unmittelbar an der Nordbahntrasse gelegene Grünanlage Tellweg/Askanierstraße soll neu gestaltet werden. Die Planungen sehen ein in den Hang hinausgeschobenes Sonnendeck vor. Die Aufenthaltsbereiche werden mit Sitzbänken und „Panoramaliegen“ attraktiv gestaltet. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 560 000 Euro, der städtische Eigenanteil beträgt 112 000 Euro.

Neu ist die Maßnahme „Urbane Nachbarschaft BOB Campus, Nachbarschaftspark“ in das Integrierte Städtebauliche Handlungskonzept aufgenommen worden. Die ehemaligen Bünger Textilwerke werden für neun Millionen Euro von der Montag Stiftung saniert. Dort soll der BOB Campus entstehen. „Hier können sich Künstler und Start-ups ansiedeln, es entstehen Erweiterungsmöglichkeiten für Schulen und eine Kita“, sagt Sozialdezernent Stefan Kühn. Die Stiftung stellt die Anschubfinanzierung bereit, auf Dauer soll sich das Projekt selbst tragen. Die Kosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro werden zu 90 Prozent vom EFRE gefördert.

Die dritte Maßnahme ist der zweite Bauabschnitt zur Umgestaltung des Berliner Platzes. Der Bahnhofsvorplatz Oberbarmen soll mit einer Öffnung zur Wupper aufgewertet werden. Die Kosten betragen rund 708 000 Euro, wovon die Stadt Wuppertal 141 600 Euro trägt.

Mit der vierten Maßnahme soll der künftige BOB Campus an die Wichlinghauser Straße angebunden werden. Die Kosten für die Maßnahme werden auf 600 000 Euro geschätzt, davon trägt die Stadt 120 000 Euro.

Dass sich die Investitionen lohnen, steht für Sozialdezernent Stefan Kühn außer Frage: „Oberbarmen und Wichlinghausen haben große Entwicklungspotenziale“, sagt er. Als Beispiel für eine erfolgreiche Städtebauförderung nennt er die Nordbahntrasse, durch die eine „hochattraktive Infrastruktur“ geschaffen wurde. Dadurch entstünden in einem weiteren Schritt Arbeitsplätze wie Cafés oder ein E-Bike-Verleih.

SOZIALE STADT

BEREICH Das Programmgebiet umfasst die Quartiere Oberbarmen, Wichlinghausen Nord und Süd sowie den Bereich Klingholzberg und die Hilgershöhe. Insgesamt leben rund 33 000 Menschen in dem Gebiet. Die Zahl der von staatlichen Hilfen abgängigen Menschen und der Personen mit Migrationshintergrund liegen weit über dem städtischen Durchschnitt. Vorrangiges Ziel für den Stadtteil ist es, in Kooperation mit den Haus- und Grundeigentümern, den Gewerbetreibenden und den sozialen sowie kulturellen Einrichtungen das Gebiet attraktiver zu machen.

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